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Apple-SAP-Partnerschaft: Was steckt hinter dem neuen Deal?

Der Deal zwischen SAP und Apple ähnelt der Kooperation zwischen IBM und Apple. SAP möchte daraus Profit schlagen und neue Business-Apps anbieten.

IT-Abteilungen werden demnächst in der Lage sein, neue Enterprise-Apps für iOS zu entwickeln, indem sie ein Software Development Kit (SDK) verwenden, das im Zuge der Kooperation zwischen Apple und SAP Ende 2016 veröffentlicht werden soll. Vor allem SAP-Kunden könnten die Profiteure dieses Deals sein.

Apple und SAP werden künftig dieses SDK für Kunden anbieten, so dass sie eigene iOS-Apps entwickeln können. Zudem möchte SAP künftig selbst neue Apps entwickeln. Die rund 2,5 Millionen SAP-Entwickler werden damit in die Lage versetzt, Apps zu programmieren, indem sie Apples Programmiersprache Swift mit den Technologien von SAP vereinen, einschließlich dem HANA Datenbank-Management-System (DBMS) für Datenanalysen.

„Damit sparen Kunden Geld“, sagt Michael Finneran, President und Mobile Analyst bei dBrn Associates. „Verwendet man Technologie intelligenter, indem man diese in den Geschäftsprozess integriert, spart ein Unternehmen immer Geld. Dabei geht es auch um bessere Funktionalitäten innerhalb der Apps, egal ob Arbeitsaufträge auf einem oder Millionen anderer Gebiete anfallen, die Unternehmen zu beackern haben.“

Das Ziel der Partnerschaft ist es, High-End-Backend-Technologie mit SAP ERP und Echtzeit-Datenanalysen auf der iOS-Schnittstelle anzubieten. Und mit dem SDK werden Unternehmen in der Lage sein, mehr Vorteile aus den SAP-Anwendungen zu ziehen, da sie diese an ihre Bedürfnisse anpassen können.

„SAP-Kunden werden auf diesen Zug aufspringen“, ist Doug Grosfield, President und CEO des IT-Beratungshauses Five Nines IT Solutions, überzeugt. „Die SAP-Anwendungen lassen sich besser an das Gerät anpassen.“

Wie der SAP-Apple-Deal die Enterprise-Landschaft verändert

Für Apple ist das Ziel dieses Deals, dass eigene Kunden und Partner, zusätzlich zu den Kunden und Partnern von SAP, iOS-Enterprise-Anwendungen mit Swift im großen Maßstab bauen. Das würde die Verbreitung von iOS-Geräten in Unternehmen erweitern, da sie in Kombination mit den SAP-Enterprise-Anwendungen verwendet werden, und es könnte den Markt für Swift deutlich vergrößern. So die Hoffnung von Apple.

Apple hat die letzten zwei Jahre große Anstrengungen unternommen, um seine Präsenz in Unternehmen zu erweitern – Beispiele hierfür sind die Kooperationen mit IBM und Cisco. Der Cisco-Deal konzentriert sich auf die Verbesserung der Netzwerkverbindungen für iOS-Geräte in Unternehmen. Ähnlich der nun bekannt gegebenen Apple-SAP-Partnerschaft, verfolgt der Deal zwischen IBM und Apple das Ziel, dass IBM iOS-Business-Apps mit Swift entwickelt.

Apple hat bereits im September 2015 bekannt gegeben, dass sein Enterprise-Geschäft auf 25 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Trotz dieses Wachstums und der Aufmerksamkeit, die diese Partnerschaften erzeugt haben, ist noch nicht sicher, ob diese für Apple zum Erfolg führen, sagt Jack Narcotta, Senior Analyst bei Technology Business Research.

Nach Bekanntgabe der IBM-Partnerschaft im Jahr 2014, sagte Apple CEO Tim Cook, dass die sinkenden Verkaufszahlen des iPads diesen Deal begünstigt hätten. Ziel von Apple war es, die Nutzerbasis für seine Geräte zu vergrößern, und der Enterprise-Markt war aus Sicht von Apple ein guter Weg hierfür. Allerdings sinken die Verkaufszahlen des iPads seit 2013 kontinuierlich.

„Ich bin mir nicht sicher, ob die IBM-Partnerschaft Auswirkungen auf das Geschäft von Apple hat“, sagt Narcotta. „Der Deal hat bisher nicht das iPad gerettet. Selbst wenn das Enterprise-Geschäft von Apple in den letzten Jahren gewachsen ist, gehe ich davon aus, dass dies sowieso passiert wäre.“ Das Wachstum im Enterprise-Segment ist auf Mitarbeiter in Unternehmen zurückzuführen, die ihre IT dazu drängen, persönliche Geräte – darunter zahlreiche iOS-Mobilgeräte - zu unterstützen, ist der Analyst überzeugt.

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„Die Partnerschaft zwischen Apple und SAP ist wiederum auf bestehende SAP-Kunden ausgerichtet, und es ist unwahrscheinlich, dass Firmen außerhalb von deren Kundenbasis zu SAP wechseln, weil sie nun neue iOS-Apps anbieten“, sagt Finneran. Glaubt man den Angaben von SAP und Apple, laufen 76 Prozent aller weltweiten Geschäftstransaktionen über SAP-Systeme. Ein riesiger Markt für neue Business Apps.

„Der Wechsel von Oracle zu SAP zum Beispiel, ist nichts, was jede Woche passiert“, erklärt Analyst Finneran. „Man sieht nicht viele Großkunden, die eine Migration auf diesem Level machen.“ Es ist daher Ziel von SAP, seinen bestehenden Kunden bessere und leichter zu bedienende Apps für iOS anzubieten. „Der Schritt erlaubt es Organisationen, mobiler zu sein, indem sie neue Apps entwickeln. Für viele ist iOS die Plattform der Wahl.“

Apple und SAP gaben bisher noch nicht bekannt, wann die erste Runde von SAP-Apps für Apple-iOS-Geräte verfügbar sein werden.

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