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Welche Alternativen zu den AWS-Datenbankservices existieren

Nicht immer passen die Datenbankservices von AWS. In solchen Situationen bieten verschieden DBaaS-Angebote von anderen Cloud-Anbietern Abhilfe.

AWS hat bei gemanagten Datenbanken als skalierbaren Shared Service Pionierarbeit geleistet. Noch bevor Database as a Service (DBaaS) zum Modewort wurde, bot AWS SimpleDB und den Relational Database Service, seinen verteilten relationalen Datenbankservice, bereits im Jahr 2009 an. Später ergänzte AWS sein Datenbankportfolio um DynamoDB, ElastiCache und Redshift.

Weil Enterprise-Datenbanken aber oft individuell konfiguriert werden müssen und sehr spezifisch sind, passen die Standard AWS-Datenbankservices ohne etwas Umrüstung nicht für jeden Bedarf. In solchen Situationen können andere DBaaS-Optionen die Lücke füllen.

Vor knapp drei Jahren prognostizierte eine Studie von 451 Research, dass DBaaS – bei einem Umsatz von fast zwei Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 – eines der am schnellsten wachsenden Datenbanksegmente ist. Der Report listet DBaaS als primär treibende Kraft, gleich hinter alternativen Datenbanktechnologien wie NoSQL. Dennoch dominiert Oracle noch immer den Enterprise Datenbankmarkt und Oracle wird wahrscheinlich weiter die wichtigste Vorraussetzung für all jene sein, die Standalone DBaaS-Plattformen in Erwägung ziehen. Der Grund ist, dass Oracle in den meisten IT-Organisationen einfach unwiederbringlich seinen Legacy-Fußabdruck hinterlassen hat.

Für Konkurrenten von AWS ist dies allerdings ein kleines Problem, da der AWS-Dienst bereits ein ziemlich reichhaltiges Oracle Feature-Set beinhaltet. So unterstützt Amazon Relational Database Service (RDS) zum Beispiel sowohl Oracle Database 12c und 11g mit der Fähigkeit zur Bereitstellung von bis zu 30.000 IOPS pro Datenbankinstanz. RDS verfügt auch über typische AWS-Funktionen wie automatisiertes Backup, Datenbank-Snapshots, schnelle Skalierung und Multi-Zonen-Redundanz.

Alternativen zu AWS Datenbankservices

Amazon RDS nutzt eine allgemeine Management-Konsole, auf die über APIs und Standardprotokolle zugegriffen werden kann. AWS wird nach Verbrauch und Kapazitäten abgerechnet und ist in verschiedenen Größen verfügbar, um unterschiedlichen Bedürfnissen bei CPU-Auslastung, Systemspeicher und Netzwerkleistung gerecht zu werden. Allerdings gibt es zwei Probleme mit RDS.

Da es sich bei RDS um einen Amazon-Service handelt, steht RDS nur als gemeinsam genutzter Cloud-Service zur Verfügung – und nicht als dedizierte, private Instanz. Darüber hinaus hat RDS schwerwiegende Einschränkungen bei der Datenbankgröße, dem I/O-Durchsatz und der Low-Level Administrationskontrolle. Obwohl AWS die Kapazitätsgrenzen im vergangenen Jahr erhöht hat, müssen Standard RDS-Instanzen kleiner als sechs Terabyte (TB) sein, während diejenigen, die (garantierte) IOPS bekommen, höchstens vier TB erreichen – eine großzügig dimensionierte Grenze, aber doch eine, die ein Problem für große Unternehmen sein kann.

Darüber hinaus erlaubt RDS keinen Root- oder SYSDBA-Zugriff und unterstützt keine Oracle Real Application Clusters.

Andere DBaaS-Anbieter bieten höhere Kapazitätsgrenzen und ermöglichen damit eine etwas großzügigere Anpassung. Allerdings ist DBaaS für die ultimative Kontrolle über eine Datenbank nicht die beste Wahl. Stattdessen kann es für AWS-Nutzer die bessere Option sein, Oracle unter Nutzung eines Images aus dem AWS Marketplace auf selbstverwalteten Elastic Compute Cloud (EC2) Instances laufen zu lassen.

Es gibt eine ganze Reihe von Alternativen zu DBaaS, die auf dem Markt erhältlich sind, darunter Managed Relational Databases, NoSQL und Data-Warehouse-Dienste von Microsoft Azure und Google. Hier ist eine Liste von einigen DBaaS-Alternativen:

IBM Cloudant: Eine JSON NoSQL Datenbank, die Volltext und Geospatial-Indizes und Abfragen von IBM integriert. Cloudant zielt auf Anwendungen, die eine Datenbank erfordern, welche mit einem massiven parallelen Mix aus I/O mit niedriger Latenz umgehen kann.

Heroku Postgres: Eine SQL-Datenbank, die für App-Entwickler designt wurde und mit Funktionen ähnlich einem Quellcodeverwaltungssystem ausgestattet ist. So gibt es hier zum Beispiel die Möglichkeit, für eine Datenbank einen Fork zu erstellen und sie zu klonen, um neuen Code zu testen oder zu replizieren sowie vorhandene Datenbanken und Änderungen zurückzunehmen.

mLab: Diese entwicklerfreundliche Datenbank bietet ein gemanagtes MongoDB für die AWS-, Azure- und Google-Cloud. Es umfasst die automatisierte Bereitstellung verschiedener Datenbank-Architekturen, Hochverfügbarkeit durch automatisches Failover und Auto-Skalierung.

OpenStack Trove: Das DBaaS-Modul für OpenStack wird von verschiedenen Anbietern bereitgestellt; es wurde von Tesora und anderen kommerzialisiert. Als Teil von OpenStack kann es entweder in einer Private Cloud oder als Teil eines OpenStack-Managed-Service von Rackspace, AgileCLOUD oder City Cloud bereitgestellt werden. Trove liefert die Service-Schnittstellen, aber nicht die zugrunde liegende Datenbank. Ein Abstraction Layer ermöglicht die Unterstützung von 13 verschiedenen Datenbank-Technologien, darunter Cassandra, Couchbase, MariaDB, MongoDB, MySQL, Oracle, PostgreSQL und Redis.

Oracle Cloud: Oracle Managed Cloud Services (11g oder 12c) wird mit mehreren Bereitstellungsoptionen angeboten, darunter dedizierte private VMs und Multi-Tenant-Public-Cloud.

Orchestrate DBaaS: Jetzt Teil von CenturyLink Cloud, verfügt diese JSON NoSQL Datenbank über Funktionen ähnlich wie IBM Cloudant.

Rackspace Cloud Database: Diese gemanagte MySQL-Datenbank unterstützt vorhandene MySQL-Datenbanken und die Varianten Percona Server und MariaDB. Sie umfasst Hochverfügbarkeits-Failover für bis zu zwei Slaves, gemanagtes Backup und Restore, rollenbasierte Zugriffskontrollen und Container Isolation, von dem Rackspace behauptet, dass es einer „Datenbank ermöglicht, annähernd bei Bare-Metal-Geschwindigkeiten zu laufen, während gleichzeitig die CPU, Speicher, Netzwerk und I/O-Ressourcen von lauten Nachbarn isoliert werden.“

SAP HANA Cloud Platform: Eine ganzheitliche PaaS-Anwendung, die sowohl SAP HANA enthält (In-Memory) und Adaptive Server Enterprise (ASE, ehemals Sybase RDBMS).

Salesforce App Cloud Database: Die Datenbank, die hinter allen Salesforce-Produkten steckt. Sie liefert die Persistenzschicht für Force.com.

AWS und Datenbanken von Drittanbietern analysieren

AWS-Kunden verwenden in der Regel eine oder mehrere AWS-Datenbankdienste. Die Entscheidung, DBaaS von einem Drittanbieter zu nutzen, hängt davon ab, ob AWS die Anforderungen eines Unternehmens erfüllt. Das können Dinge sein wie Serviceeinschränkungen oder die Tatsache, dass der Dienst notwendige Funktionen vermissen lässt. Oracle-Anwender sind ohnehin oft anspruchsvoller und erwarten mehr Kontrolle, Kapazität und Leistung als RDS bietet, so dass für diese Anwender der Oracle Cloud Service eine logische Option ist.

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Ein Unternehmen, das Anwendungen auf einer anderen PaaS entwickelt, wie Microsoft Azure, Google, SAP HANA, Salesforce oder Openstack CloudFoundry, möchte vielleicht eine DBaaS-Option jenseits von AWS nutzen. Für diese Unternehmen macht es keinen Sinn, etwas außerhalb der nativen Datenbankservice-Plattform zu entwickeln.

Man sollte daran denken, dass man möglicherweise Daten mit AWS-Datenbankdiensten oder Enterprise-Datenbanken austauschen muss. Jedoch bieten alle DBaaS-Alternativen dafür reichhaltige APIs und unterstützen Standard-Zugriffsprotokolle (ODBC / JDBC). Zum Beispiel erfordert der Import von Daten aus einer externen MySQL- oder MariaDB-Datenbank nach RDS von Administratoren, eine Kopie der externen Daten zu erstellen, diese auf eine EC2-Instanz zu verschieben und sie dann von EC2 zu RDS zu importieren. Die AWS-Dokumentation führt Sie sicher durch diesen Prozess.

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Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

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