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Web Client, CIP und vCSA: Die wichtigsten Neuerungen von vSphere 6.5

Mit vSphere 6.5 halten einige lang ersehnte Neuerungen Einzug in VMwares Virtualisierungs-Plattform. Ein Überblick über Web Client, vCSA und CIP.

Auf der VMworld Europe 2016 wurde mit vSphere 6.5 endlich die langerwartete neue vSphere-Version vorgestellt, die seit Mitte November 2016 auch offiziell verfügbar ist. Laut VMware bringt vSphere 6.5 vor allem in drei Bereichen neue Funktionen und Verbesserungen: bei der Benutzererfahrung, der Sicherheit und der einheitlichen Anwendungsplattform.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf einige der wichtigsten Neuerungen, die VMware in vSphere 6.5 integriert hat.

HTML5 wird zum offiziellen vSphere Client

Es war kein großes Geheimnis, dass der neue HTML5-basierte Client, inzwischen offiziell als vSphere Client vorgestellt, in vSphere 6.5 enthalten sein würde, immerhin war der HTML5-Client bereits seit Sommer 2015 als Fling verfügbar. Die Entscheidung für eine neue Client-Architektur war mehr als logisch, da die überwiegende Mehrheit der vSphere-Anwender den bisherigen, auf Flash basierten Web-Client zugunsten des alten Desktop-Clients ablehnten, obwohl sich VMware immer weniger um den Desktop-Client kümmerte.

VMware integrierte auch einige der wichtigsten Funktionen von vCenter Server in den neuen vSphere Client und beschleunigte beispielsweise Log-in-Vorgänge oder das Bearbeiten von Hardwareeinstellungen virtueller Maschinen, was die Performance deutlich verbessert. Der neue Client lädt die angezeigten Dashboards auch in Echtzeit neu, was das permanente Anklicken der Refresh-Schaltfläche endlich überflüssig macht. Zudem sind auch die Action-Menüs schneller und in einer effizienteren Navigation eingebettet.

Dabei sollte man beachten, dass der neue vSphere Client noch nicht alle Funktionen des alten Clients bietet, zukünftig wird der neue Client separat von vCenter Server aktualisiert. Mit vSphere 6.5 will VMware auch die Skalierbarkeit verdoppelt haben und somit bis zu 2.000 Hosts und 25.000 virtuelle Maschinen pro vCenter Server unterstützen.

Mit vSphere 6.5 kein CIP mehr nötig

Mit vSphere 6.5 hat VMware zudem den Bereitstellungsprozess vereinfacht, indem Admins jetzt ein Assistent und Migrations-Tools zur Verfügung stehen. Für das Update auf vSphere 6.5 muss zunächst eine neue vCenter Server Appliance (vCSA) bereitgestellt werden, um anschließend bestehende vCenter-Daten auf die neue Appliance zu übertragen. Das Update ist von den Windows-basierten vCenter-Server-Versionen 5.5 oder 6.0 aus möglich und es lässt sich vorgeben, in welchem Ausmaß Daten alter Bereitstellungen (Konfigurationsdaten, Event-Logs oder auch Performance-Kennzahlen) übernommen werden sollen.

Der Installationsassistent kann verwendet werden, um bestehende Windows-basierte VUM-Bereitstellungen (vSphere Update Manager) auf den neuen, in vSphere integrierten Update Manager zu migrieren. Mit dem Assistenten wird auch das Client Integration Plugin (CIP) nicht mehr benötigt, um die vCenter Server Appliance (vCSA) zu installieren. Stattdessen bietet das neue Installations-Tool die Möglichkeit, die vCSA direkt von Mac OS, Linux oder Windows aus zu installieren.

Es kommt aber noch besser: VMware verzichtet zukünftig komplett auf das CIP. Viele der Funktionen, für die das CIP bisher nötig war, sind jetzt nativ in den neuen vSphere Client integriert, etwa die OVA-Bereitstellung (Open Virtual Appliance). Mit vSphere 6.5 lässt sich auch auswählen, welche Konsole standardmäßig ausgeführt wird, wenn vom Client auf eine virtuelle Maschine zugegriffen wird. Bisher gab es die integrierte Konsole und zusätzlich die VMware Remote Console (VMRC). Wenn man auf die VM-Konsole klickt, ist der VMRC-Download jetzt in die vCSA integriert, wodurch man nicht auf VMwares Download-Portal weitergeleitet wird.

vSphere 6.5 verbessert VM-Management

Die vCSA 6.5 enthält auch einen voll integrierten vSphere Update Manager, wodurch der externe Windows Update Manager nicht mehr benötigt wird. VUM teilt sich dabei die vPostgres-Datenbank der vCSA. Einer der offensichtlichen Vorteile dieser Änderung betrifft vCenter High Availability (HA) und Backups, die sich VUM damit mit vCenter teilt. Die vCSA 6.5 enthält darüber hinaus eine integrierte AutoDeploy-Funktion, die im vSphere Client eine eigene grafische Oberfläche hat.

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vSphere 6.5 führt auch neue REST-basierte Programmierschnittstellen zum VM-Management ein und es gibt sogar einen API Explorer in vCenter, der Admins beim Durchsuchen der APIs, beim Verständnis der API-Modelle und den Auswirkungen bestimmter API-Aufrufe unterstützt.

vCenter Server ist eine der kritischsten Komponenten jeder VMware-Bereitstellung, fast alle VMware-Produkte integrieren vCenter oder hängen davon ab. Eine der wichtigsten bisher fehlenden Funktionen war eine Möglichkeit, vCenter hochverfügbar zu machen. Zwar konnte man auch bisher schon vSphere HA nutzen, um vCenter nach einem Host-Ausfall neu zu starten, allerdings mit einem sehr geringen RTO (Recovery Time Object). Letztlich blieb so als eine mögliche Option nur noch, Fault Tolerance zur Absicherung von vCenter zu verwenden.

Bessere High-Availability-Funktionen in vCenter 6.5

Mit vCenter 6.5 sind die Hochverfügbarkeitsfunktionen jetzt nativ in die vCSA integriert, allerdings ausdrücklich nur in die Appliance, nicht in die Windows-Version. Damit ist es also über den Assistenten denkbar einfach, die Hochverfügbarkeit einzurichten. Der Assistent erstellt dabei im Grunde eine passive Kopie der vCSA mit einem Zeugenserver, um im Falle eines Failovers Split-Brain-Szenarien zu vermeiden. Es gibt keine Abhängigkeiten auf Shared Storage oder externen Datenbanken.

Zwischen der aktiven und der passiven vCSA werden Datenbanken und Dateien automatisch repliziert, um beide synchron zu halten. Damit fällt das RTO auf weniger als fünf Minuten, der Failover-Prozess läuft automatisch ab und die vCenter-Identität bleibt inklusive möglicher Plug-ins erhalten.

Auch Backup- und Restore-Funktionen sind jetzt nativ in vCSA 6.5 enthalten, wodurch sich direkt über das vCSA VMware Appliance Management Interface (VAMI) oder über Programmierschnittstellen Backups und über den vCSA-Installer Restores durchführen lassen. Backups können über verschiedene Protokolle wie HTTP, HTTPS, FTP, SCP oder auch SFTP und für Konfigurationen, Ereignisse, Benachrichtigungen oder auch Verlaufsdaten durchgeführt und auch verschlüsselt werden. Als weiteres kleines Detail am Rande zeigt das vCSA VAMI jetzt Performance- und Monitoring-Werte für CPU/RAM oder Datenbank der vCSA an.

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