Wann sich die Investition in vSphere-Management-Tools lohnt

VMware vCenter bietet nicht für alles eine Lösung. Darum investieren Unternehmen in die vCenter Operations Management Suite – wenn es sich rechnet.

Die meisten Firmen verwalten ihre mit vSphere virtualisierte Infrastruktur ausschließlich mit VMware vCenter. Damit haben Sie ein zentrales Management und können die ausgereiften Funktionen von VMware nutzen, wie zum Beispiel Distributed Resource Scheduler (DRS) und High Availability. VMware vCenter beinhaltet unter anderem Grafiken für Leistungsdaten, Berichtsfunktionen und Rollen-basierte Security mit Active-Directory-Authentifizierung. Allerdings benötigen einige Firmen zusätzliche Management-Optionen.

Was vCenter fehlt

Es ist kein Geheimnis, dass vCenter nicht alles kann. Sogar VMware gibt zu, dass vSphere-Administratoren mehr als vCenter benötigen. Natürlich empfiehlt VMware die vCenter Operations Management Suite. Allerdigs gibt es mehrere Drittanbieter, auf die Sie einen Blick werfen sollten. Schauen wir zunächst, was vCenter nicht beherrscht:

  • Fortgeschrittene Grafiken für Leistungsdaten und Reporting: Mit vCenter können Sie maßgeschneiderte Graphen erstellen. Das ist aber nicht immer einfach. Zudem gibt es keine vordefinierten Dashboards, was das tägliche Monitoring erschwert.
  • Kapazitätsmanagement: Damit lassen sich Engpässen identifizieren. Das gilt sowohl für den Zeitpunkt, an dem diese auftreten als auch für die Vorhersage, die zu Performance-Einbrüchen führen können.
  • What-if-Analyse: Damit kann man vorhersagen, wie viel Performance Sie gewinnen, wenn Sie die Infrastruktur mit neuen Ressourcen erweitern. Wenn Sie zum Beispiel den Arbeitsspeicher in allen vSphere-Hosts verdoppeln, berechnet das System eine Schätzung, wie viele zusätzliche virtuelle Maschinen (VM) Sie laufen lassen können.
  • Heterogene Performance- und Kapazitätsanalysen für Data Center, die andere Hypervisoren,Public Clouds und physikalische Server nutzen.
  • Zusammenhänge von Ereignissen, die sich verteilt im Data Center abspielen. Dazu gehören auch Performance-Metriken und Kapazitätsengpässe.
  • Identifikation von VMs, die überdimensioniert oder zu klein sind.

vCenter bietet sicherlich grundsätzliche Informationen, die Sie für das Management einfacher virtueller Infrastrukturen benötigen. Allerdings ist das Tool weniger geeignet, wenn Sie eine sehr dynamische Infrastruktur im Betrieb haben. Das gilt auch, wenn Sie ihr ROI maximieren möchten und dafür die Server-Ressourcen bis ans Limit ausreizen.

Performance-Probleme, Kapazitäten-Engpässe und Ausfallzeiten

Viele Firmen wissen, dass vCenter nicht ausreicht und sehen sich bereits während des Aufbaus der virtuellen Infrastruktur nach zusätzlichen Tools um. Bei anderen Unternehmen müssen erst Probleme auftreten, damit sie weitere Tools suchen. Möglicherweise besitzen Firmen bereits Anwendungen, kommen aber zu dem Schluss, dass dieses unzureichend sind und sehen sich nach Alternativen um. Es kommt nicht wirklich darauf an, aus welchem Grund Sie nach anderen Lösungen suchen. In der Regel ist es dann der Fall, wenn Sie mit Performance-Problemen kämpfen. Gerade dann stellen viele fest, dass vCenter nicht das ideale Werkzeug für die Lösung ist. Das jeweilige Unternehmen hat vielleicht darauf vertraut, dass vCenter das Performance-Problem voraussagt und einen Ausfall verhindert.

Ob sich zusätzliche Ausgaben für ein Tool lohnen oder nicht, hängt natürlich vom Anwendungsfall ab. Manche Firmen sehen einen Nutzen im Kauf kostspieliger Tools, andere nicht. Diverse Unternehmen geben sich vielleicht sogar mit kostenlosen Management-Tools von Drittanbietern zufrieden. In der Realität ist vielen Firmen die kostenfreie Ausgabe des vCenter Operations Manager nicht bekannt. Diese heißt Foundation Edition und ist bei vSphere Essentials Plus und höher inklusive. Anderen wiederum reicht das freie Kommandozeilen-Tool esxtop.

Wann sich vSphere-Management-Tools auszahlen

Auch wenn kostenfreie Tools verfügbar sind, werden sicherlich einige Firmen lieber Geld in eine vollständige vSphere-Management-Lösung investieren. Dies könnte unter anderem an folgenden Punkten liegen:

  • Sie waren von einem Ausfall oder Performance-Problem betroffen. Die Lösung mit vCenter oder ähnlichen Tools war schwierig.
  • Sie stehen im Dunkeln, wenn es um kurzzeitiges oder langfristiges Kapazitäts-Management geht. Das gilt auch für die Vorhersage, wann der nächste Engpass droht.
  • Sie geben gerne etwas mehr aus, damit Sie dafür eine leistungsfähigere Software bekommen. Somit können Sie Probleme mit der virtuellen Infrastruktur schon im Vorfeld verhindern.
  • Sie wollen das Maximale aus der Investition Ihrer virtuellen Infrastruktur herausholen, indem Sie die VMs richtig bemessen.
  • Sie haben eine heterogene virtuelle Infrastruktur im Einsatz, wie zum Beispiel vSphere und Hyper-V. Möglicherweise setzen Sie auf eine Public Cloud und sind auf der Suche nach einer einheitlichen Management-Lösung.

VMware vCenter bietet diverse Funktionen, kann allerdings nicht alle Bereiche abdecken. Management-Tools von Drittanbietern liefern, was vCenter nicht hat. Unternehmen müssen am Ende selbst entscheiden, ob sich die Investition lohnt.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

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