Dieser Artikel ist Teil unseres Guides: Profi-Tipps zu Windows Server 2016

Vorteile und Kosten der Migration auf Windows Server 2016

Im September 2016 erscheint Microsofts neue Server-Generation. Windows Server 2016 ist aber nicht für alle Unternehmen die beste Wahl.

Microsofts neue Servergeneration Windows Server 2016 wird zur Ignite-Konferenz im September 2016 erhältlich sein. IT-Abteilungen sollten sich also langsam Gedanken darüber machen, wie sinnvoll eine Migration sein wird.

Sicher wird es viele Unternehmen geben, die recht schnell den Wechsel hin zu Windows Server 2016 vollziehen werden, bei der Entscheidung gibt es aber einige wichtige Punkte zu bedenken.

Kosten und Vorteile abwägen

Einer der entscheidenden Faktoren für oder gegen die Migration zu Windows Server 2016 ist die sorgfältige Analyse der Migrationskosten und der möglichen Vorteile der Migration. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es hierbei nicht nur um Lizenzkosten geht, sondern auch um Training und Fortbildung, um die Arbeitszeit der entsprechenden Administratoren sowie um mögliche Hardwarekosten.

Die Vorteile einer Migration sind dagegen von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich zu bewerten und reichen vom Ausmustern eines veralteten Betriebssystems bis hin zur Verfügbarkeit neuer Funktionen wie Container. So oder so sollten die Vorteile im Fall einer Migration groß genug sein, um die Kosten zu rechtfertigen.

Beim Abwägen zwischen Vorteilen und Kosten ist aber auch zu beachten, dass eine Migration keine Alles-oder-Nichts-Entscheidung sein muss. So wäre es zum Beispiel auch denkbar, nur einen Teil der vorhandenen Server auf Windows Server 2016 zu migrieren. Genauso kann ein Update aber auch einfach nicht in Frage kommen, weil sonst entweder Inkompatibilitäten mit Legacy-Anwendungen drohen oder aber Serverfeatures älterer Windows-Serverversionen in Windows Server 2016 fehlen.

Migration älterer Serverversionen

Die meisten Unternehmen dürften keine dringende Notwendigkeit sehen, ihre Server auf Windows Server 2016 zu aktualisieren. Wer aber noch Windows Server 2008 oder gar Windows Server 2003 im Einsatz hat, der sollte in Anbetracht der möglichen Risiken beim Weiterbetrieb der alten Serverversionen über eine Migration nachdenken. Dabei gilt es dann, tatsächliche Risiken von bloßem Marketing-Hype zu unterscheiden.

Wie alle Enterprise-Produkte gilt auch für Windows Server nur eine begrenzte Zeitdauer, in der Updates, Support und Security-Patches bereitgestellt werden. Windows Server 2003/2003 R2 haben ihr End of Life (EOL) bereits im Juli 2015 erreicht und erhalten seit diesem Zeitpunkt keinerlei Sicherheits-Updates mehr. Windows Server 2008/2008 R2 haben im Januar 2015 das Ende des Mainstream-Supports erreicht, während der Extended Support mit Bugfixes und Sicherheits-Updates noch bis zum Januar 2020 läuft.

EOL heißt aber natürlich nicht, dass ein Serverprodukt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr funktionieren wird. Windows Server 2003 beispielsweise funktioniert auch heute noch einwandfrei, und trotzdem ist es natürlich keine gute Idee, weiter auf dieses veraltete Betriebssystem zu setzen. Bei Problemen kann zum Beispiel kein Support von Microsoft mehr in Anspruch genommen werden. Stattdessen müssen Unternehmen selbst eine Lösung finden oder aber hochbezahlte externe Berater in Anspruch nehmen.

Außerdem dürfte es klar sein, dass nicht mehr unterstützte Produkte in Produktivumgebungen nichts zu suchen haben, da sie jeder Best-Practice-Empfehlung widersprechen und zu Compliance-Problemen führen. Außerdem würde wohl kein Administrator seinem Vorgesetzten gerne erklären wollen, dass ein Systemausfall von einem nicht mehr unterstützten Produkt hervorgerufen wurde und auf die Schnelle keine Lösung parat steht.

Ein wesentlich größeres Risiko stellen aber mögliche Sicherheitslücken dar. Microsoft stellt nach Ablauf des Extended Supports keine Sicherheits-Updates mehr bereit. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt also Sicherheitslücken auftauchen oder bekannt werden, gibt es von Microsoft keinerlei Hilfestellung und auch keine Patches, um die Lücke zu schließen. Damit setzen sich Unternehmen mit EOL-Produkten einem enorm hohen Risiko aus, Opfer eines Cyberangriffs zu werden.

Alternativen zur Migration auf Windows Server 2016

Wenn Unternehmen über eine Servermigration nachdenken, sollte aber klar sein, dass Windows Server 2016 nicht die einzige Update-Möglichkeit ist. Für viele Unternehmen mag die Migration zu Windows Server 2016 in der Tat die beste Alternative darstellen. Wenn Unternehmen beispielsweise bereits eine ältere Windows-Version nutzen, dann ist das Update auf eine neuere Version meist die einfachste Option.

Die Migration von einer älteren auf eine neuere Version von Windows Server bringt eine weniger steile Lernkurve mit sich, als der Wechsel zu einer konkurrierenden Plattform. Zudem bietet Microsoft auch Tools und Dokumentationen an, die den Migrationsprozess unterstützen. Allerdings dürfte neben Windows Server 2016 vor allem auch Windows Server 2012 R2 für viele Unternehmen eine mögliche Alternative darstellen, immerhin ist das derzeit aktuellste Serverbetriebssystem von Microsoft  schon seit einigen Jahren auf dem Markt und entsprechend erprobt.

Möglich wäre aber natürlich auch der komplette Wechsel hin zu einem völlig anderen Serverbetriebssystem, beispielsweise zu Linux. Tatsächlich bietet Microsoft selbst inzwischen einen wesentlich besseren Support für Linux als noch vor ein paar Jahren, so wird es beispielsweise auch eine Version von SQL Server geben, die auf Linux läuft.

Eine weitere Alternative wäre der Wechsel hin zur Cloud. Bei SaaS-Modellen (Software as a Service) beispielsweise hosten die Anbieter der Anwendung die Applikation und kümmern sich um Updates und Wartung, während Kunden über eine Weboberfläche darauf zugreifen. SaaS-Produkte machen Unternehmen zwar die Nutzung einer Applikation wesentlich einfacher, weil sich diese nicht mehr um die Hardware kümmern müssen, dafür entsteht aber eine gewisse Abhängigkeit vom Anbieter der SaaS-Anwendung. Zudem werden monatliche Abo-Gebühren fällig.

So oder so steht der Release von Windows Server 2016 umittelbar bevor, und auch wenn viele Unternehmen nicht zum sofortigen Handeln gezwungen sein dürften, sollte eine klare Strategie zum Umgang mit Microsofts neuem Serverbetriebssystem vorhanden sein.

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