Vom VDI-Piloten zur Produktivumgebung: Vier Tipps für den Rollout

Beim Rollout von VDI-Pilotprojekten in die Produktivumgebung kann einiges schiefgehen. Mit diesen Tipps umgehen Sie so manchen Fehler.

Vergessen Sie in Ihrer Rechnung die Anwender nicht, wenn Sie den Übergang von einem VDI-Pilotprojekt (Virtual Desktop Infrastructure) zur Produktionsumgebung vornehmen. Wenn das VDI-Pilotprojekt abgeschlossen ist und jede Menge Daten gesammelt wurden, kommt der nächste Schritt: Es muss sichergestellt werden, dass der Produktions-Rollout in Ordnung ist. Gleichzeitig lassen sich einige Maßnahmen ergreifen, um die Chancen auf eine erfolgreiche VDI-Implementierung zu erhöhen.

Es gibt einige Maßnahmen, die mögliche Anlaufschwierigkeiten eines VDI-Produktions-Rollouts verringern können und die Wertschätzung von VDI bei Management und Endanwendern erhöhen. Beginnen Sie damit, die Daten aus Ihrem Pilotprojekt gründlich zu bewerten, prüfen Sie Ihre Storage-Anforderungen wieder und wieder, planen Sie das Monitoring der VDI-Umgebung und sorgen Sie für eine umfassende Schulung der Anwender.

Daten aus dem Pilotbetrieb organisieren und bewerten

Verwenden Sie die Ergebnisse aus Ihrem VDI-Pilotprojekt, um die Bereitschaft in Ihrem Unternehmen für eine vollständig produktive VDI-Implementierung zu evaluieren. Beurteilen Sie Statistiken zum Ressourcenverbrauch (CPU, Arbeitsspeicher, IOPS), Spezifikationen für Hardwareanforderungen (Server, Storage, Netzwerk- und Zugriffsgeräte), die Art von Anwendungen, die Sie anbieten wollen, und deren Lizenzierungsanforderungen sowie Leistungskennzahlen (KPIs) aus dem Betrieb.

Achten Sie dabei darauf, von jedem, der am Pilotprojekt beteiligt war, Feedback einzuholen, während Sie die Daten verdichten und analysieren. Die Einschätzung der am Projekt Beteiligten könnte Ihnen helfen, tiefer liegende Probleme zu erkennen, die aus den Zahlen nicht hervorgehen. 

Diese Bewertung sollte ihnen dabei helfen, voraussichtliche Anforderungen und Kosten zu bestimmen und abzuschätzen, ob Sie die Gesamtbetriebskosten oder die Investitionsrendite, die Sie brauchen, auch erreichen. Die Ergebnisse sind ein Hinweis darauf, ob Sie für den Rollout den richtigen Zeitpunkt gewählt haben. Zudem werden Sie all diese Daten benötigen, um Ihre Entscheidung gegenüber dem leitenden Management zu begründen.

Storage richtig dimensionieren

Stellen Sie im Rahmen der Bewertung der VDI-Bereitstellung sicher, dass Ihre Kerninfrastruktur die Last bewältigen kann. Sagen wir, Ihr Pilotprojekt umfasste 100 Desktops, aber Ihr Produktions-Rollout muss 500 unterstützen. Ihr Storage muss dann in der Lage sein, die voraussichtliche Anzahl gleichzeitiger Anmeldungen und deren typische Workloads zu bedienen. Wenn Ihr Storage Area Network (SAN) zu klein ausgelegt ist, werden Engpässe auftreten, die die Anwender-Performance erheblich beeinträchtigen können oder sogar Abstürze verursachen können.

Sie können auch überschlagsweise die Anforderungen ermitteln, indem Sie die mittleren IOPS für jede Benutzergruppe bestimmen und sie dann mit der Anzahl der Benutzer in der Umgebung multiplizieren. Nutzen Sie diese Berechnung als grobe Schätzung für die Storage-Größe, die Sie voraussichtlich benötigen werden. Für eine genauere Schätzung können Sie auch Ihren Storage-Anbieter nach einem Kosten- und Leistungsrechner fragen oder einen im Internet erhältlichen nutzen.

Dieser Rechner sollte Sie durch Kennzahlen wie zum Beispiel Startzeit, Log-in-Dauer, Prozent der gleichzeitig angemeldeten Anwender oder auch der voraussichtlichen IOPS-Last führen (beachten Sie hierbei aber, dass IOPS-Berechnungen je nach Workload schwanken und berücksichtigen Sie zufällige und sequenzielle Schreibvorgänge sowie eine Kombination aus beiden).

Sobald Sie Ihre Storage-Anforderungen kennen, sollten Sie bereit sein, Zeit und Geld zu investieren, um die Kerninfrastruktur vor dem Produktions-Rollout aufzurüsten. Denken Sie auch an die kurzfristigen Anforderungen Ihres Unternehmens: Kann Ihre aktuelle oder geplante Infrastruktur die VDI-Umgebung auch in den nächsten ein oder zwei Jahren noch unterstützen? Planen Sie, über die aktuelle Anzahl von VDI-Anwendern hinaus zu skalieren?

System-Monitoring planen

Das Monitoring geht Hand in Hand mit der richtigen Dimensionierung Ihres Storage-Systems. Damit lassen sich Trends bei Lastspitzen und andere Performance-Probleme erkennen, die eine notwendige Anpassung signalisieren. Ein VDI-Pilotprojekt kann nicht jeden möglichen Workload testen, außerdem wandeln sich Benutzeraktivitäten und Anforderungen natürlich mit der Zeit. 

Das Monitoring der VDI-Umgebung hilft Ihnen zu erkennen, ob Ihre Implementierung optimal funktioniert, ob sie noch des Feintunings bedarf oder ob Sie zusätzliche Infrastruktur benötigen. Berichte Ihrer Monitoring-Lösung können Ihnen außerdem helfen, zusätzliche Ausgaben gegenüber dem leitenden Management zu rechtfertigen. Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass Sie über ein robustes Monitoring verfügen, bevor Sie den Produktions-Rollout vornehmen, und dass die IT-Mitarbeiter damit umgehen können.

Schulen Sie Ihre Endanwender

Es ist wichtig, die Endanwender zu schulen, um einen reibungslosen Rollout zu gewährleisten. Erstellen Sie also vorab einen umfassenden Schulungskurs für Ihre Anwender, in dem diese lernen, wie sie ihre tägliche Arbeit zukünftig über die virtuellen Desktops erledigen. Die beste Schulungsmöglichkeit ergibt sich meist in ein oder zwei Praxissitzungen mit einem kompetenten Schulungsleiter, zum Beispiel jemandem aus dem VDI-Pilotprojekt, der das System in- und auswendig kennt.

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Als Themen sollten zum Beispiel Einloggen und Authentifizierung, Zugriff auf Ressourcen und ein Überblick über allgemeine Leistungs- und Systemprobleme enthalten sein. Wenn Ihre VDI-Implementierung auch Offline-VDI unterstützt, sollten Sie den Anwendern natürlich auch zeigen, wie man die VDI-Software ohne Verbindung zum Netzwerk verwendet. Offline-VDI ist vor allem für Anwender wichtig, die mobil von unterwegs aus arbeiten. Allerdings werden gerade mobile Mitarbeiter genau deshalb nicht in den VDI-Pool mit aufgenommen.

Sie sollten auch auf Funktionen hinweisen, die Anwender möglicherweise in ihrer herkömmlichen Desktop-Umgebung genutzt haben, die aber in Ihrer VDI-Umgebung nicht mehr vorhanden sind. Wenn es zum Beispiel Anwendern aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist, Dateien auf einem externen USB-Laufwerk zu speichern, oder wenn Sie die Druckfunktion deaktiviert haben, achten Sie darauf, dass Sie auf diese Einschränkungen hinweisen und diese begründen.

Wenn Sie Anwender-Feedback fördern und professionell darauf reagieren, dann wird dies die Akzeptanz durch die Anwender in der Regel stark erhöhen. Wenn Sie die Produktionsumgebung nach der Implementierung überwachen und Feineinstellungen vornehmen, dann sollten Sie die Anwender auch über diese Änderungen auf dem Laufenden halten.

Und denken Sie schlussendlich auch daran, dass keine VDI-Implementierung perfekt ausgeführt wird. Sie sollten während des Übergangs auf einige Herausforderungen und Probleme gefasst sein. Wenn Sie aber die Infrastrukturanforderungen erfüllen, die Anwender-Performance überwachen und zusätzlich auch sicherzustellen, dass Ihre Anwender vorbereitet sind, dann können Sie damit eine Menge Probleme während der VDI-Implementierung vermeiden.

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