VMware-Zertifizierungen für Data Center, Cloud und End User Computing (EUC)

Die Zertifizierungs-Matrix von VMware gliedert sich in die Schwierigkeitsstufen Professional (VCP), Advanced Professional (VCAP) und Experte (VCDX).

VMware erweitert die Liste seiner Zertifizierungen kontinuierlich. Auf diese Weise entstand aus einer übersichtlichen, dreistufigen Pyramide an Optionen eine große Matrix aus vielen Möglichkeiten für den Erwerb von Zertifikaten. Die Wahl der entsprechenden Qualifizierungsoption ist dabei abhängig vom Ziel.

Zertifizierungs-Pyramide von VMware

Die frühere Zertifizierungs-Pyramide von VMware wies eine erkennbare Struktur auf: Die breite Basis bildeten die VMware Certified Professional (VCP)-Zertifizierungen für den Einstieg, gefolgt vom übergeordneten VMware Certified Advanced Professional (VCAP) und dem VMware Certified Design Expert (VCDX) an der Spitze. Viele Zertifizierungs-Programme weltweit sehen ähnlich aus, zum Beispiel bei Cisco Systems.

In der Vergangenheit bot VMware seine Zertifizierungen ausschließlich für VMware vSphere. Später folgte VMware View. Schließlich ergänzte VMware schrittweise weitergehende Zertifizierungen mit höheren Anforderungen in jedem dieser Bereiche.

Die neue, komplexe Zertifizierungs-Matrix gliedert sich in die drei Schwierigkeitsstufen Professional (VCP) für Einsteiger, Advanced Professional (VCAP) und Experte (VCDX). Darüber hinaus bietet VMware vier thematische Zertifikate für die Spezialisierung an: Cloud, Datacenter Virtualization, End User Computing (EUC) und Cloud Application Platform. Jeder dieser Bereiche unterteilt sich in spezielle Zertifikate wie Engineer/Administrator, Architect sowie Governance und Operations.

Abbildung 1: Die komplexe Zertifizierungs-Matrix von VMware

Zertifikate für Data-Center-Virtualisierung

In der Zertifizierungs-Matrix von VMware erhielt der VCP (VMware Certified Professional) eine Namensänderung. Bevor VMware seine Zertifikate für spezielle Qualifikationen einführte, gab es eine einzige Zertifizierung für Virtualisierung auf Basis von vSphere. Heute wird das ursprünglich VCP genannte Zertifikat als VCP in Datacenter Virtualization (VCP-DV) bezeichnet und ist in mehrere Arten von VCP-Zertifizierungen unterteilt.

Zum einen können Teilnehmer im Bereich Rechenzentrums-Virtualisierung den Status als Engineer/Administrator oder Architect erhalten. Das Zertifikat VCP-DV stellt aber weiterhin die Voraussetzung für den Erwerb des übergeordnete Zertifikats VMware Certified Advanced Professional (VCAP) in Datacenter Administration (VCAP-DCA) oder VCAP in Datacenter Design (VCAP-DCD) dar.

Die Qualifikation zum VCAP-DCA ergänzt den VCP-DV um eine anspruchsvolle, dreistündige, interaktive Prüfung, bei der die Teilnehmer einen realen vSphere-Server verwalten und mögliche Probleme lösen sollen. Der DCD konzentriert sich auf das richtige Design einer vSphere-Infrastruktur. Der computergestützte Test ist eher theoretischer Natur (nicht interaktiv) und befasst sich mit Design-Entscheidungen und -Problemen, die im Alltag eines Administrators vorkommen können.

Über dem VCAP-DCD steht dann der VMware Certified Design Expert (VCDX) Datacenter Virtualization (VCDX-DV). Dieser Qualifizierungsgrad entspricht der ursprünglichen VCDX-Zertifizierung; diesen Status haben bisher nur etwa 100 Menschen weltweit erreicht. Neben umfangreichen Design-Kenntnissen müssen die Interessenten hier zu einem der wenigen Prüfungsorte weltweit reisen und ihre Projektplanung vor einer hochkarätigen Jury vorstellen und verteidigen.

Optionen für VMware Cloud-Zertifizierungen

Vor diesen Änderungen an den Zertifikaten und der Erweiterung der VMware vCloud Produkte betrafen die Cloud-Qualifizierung ausschließlich den VMware vCloud Director. VMware hat nun seine traditionellen Produkte für die Virtualisierung von Rechenzentren wie den vCloud Director und andere vCloud-Produkte in der VMware vCloud Suite zusammengefasst.

 Dadurch umfassen die Prüfungen für die Cloud- Zertifizierung alle Elemente der vCloud Suite, sprich fast jedes Cloud- und Virtualisierungs-Produkt von VMware. Es ist daher sinnvoll, zunächst Zertifikate für vSphere zu erwerben, da der VMware vCloud Director auf einer soliden vSphere-Infrastruktur basiert.

Den Einstieg in die VMware Cloud-Zertifizierung bildet VCP-Cloud. Sofern Interessenten bereits ein Zertifikat zum VCP-DV erhalten oder eine Schulung zum vCloud Director Deployment absolviert haben, benötigen sie die Teilprüfung VCP-Cloud IaaS für den Erhalt der Zertifizierung zum VCP-Cloud.

Aufbauend auf dem VCP-Cloud bietet sich der Erwerb folgender drei VMware Certified Advanced Professional (VCAP)-Zertifikate an: Cloud Infrastructure Administration, Cloud Infrastructure Design oder Cloud Governance. Bislang ist nur der VCAP Cloud Infrastructure Design (VCAP-CID) verfügbar – dafür ist kein Kurs notwendig. Das heißt: Jeder IT-Spezialist mit einer VCP-Cloud- oder einer vergleichbaren  Zertifizierung kann an der VCAP-CID-Prüfung teilnehmen. VMware empfiehlt aber, vorher den Best-Practice-Kurs vCloud zu besuchen.

EUC-Zertifikate

Die Bezeichnung End User Computing (EUC) ersetzt die VMware-Zertifizierungen rund um Desktop-Virtualisierung auf Basis von VMware View, da sich dieser Bereich mittlerweile nicht mehr nur auf virtuelle Desktops beschränkt. Wie die Zertifikate im Bereich Virtualisierung im Rechenzentrum unterteilen sich auch die EUC-Zertifizierungen in drei Schwierigkeitsstufen und die zwei Spezialisierungen Engineers/Administrators und Architects.

Die Basis der EUC-Spezialisierung  bildet das VCP-Desktop (VCP-DT)-Zertifikat, welches als Voraussetzung für die Teilnahme eine Zertifizierung zum VCP-DV erfordert (siehe oben). Es deckt VMware View und ThinApp ab. In Zukunft wird diese Prüfung wahrscheinlich auch andere EUC-Tools wie den Horizon Application Manager umfassen.

Inhaber eines VCP-DT-Zertifikats können sich dann zum VCAP Desktop Administration (VCAP-DTA), VCAP Desktop Design (VCAP-DTD) oder VCDX Desktop Design weiterbilden.

Cloud Applications Zertifikate

Die VMware-Zertifizierungen rund um die Cloud Application Platform weichen erheblich von den anderen Bereichen ab, da sie sich auf die Java-Entwicklung mit der VMware Spring-Plattform konzentrieren.

Derzeit gibt es hier drei Zertifikate: Certified Spring Professional, Certified Spring Web Application Developer und Certified Spring Enterprise Integration Specialist. Letzterer setzt den Erwerb der ersten beiden Zertifizierungen voraus.

Die Wahl der richtigen VMware-Zertifizierung

Bei  derart vielen Spezialisierungen fällt die Wahl der richtigen Zertifizierung  nicht leicht. Und wie kann man sich auf eine Prüfung vorbereiten? Grundsätzlich gilt: Bilden Sie sich über ihr aktuelles Tätigkeitsgebiet oder über das VMware-Produkt weiter, das Sie in ihrem Berufsalltag einsetzen. 

Ein VMware-Administrator sollte beispielsweise mit dem VCP-DV beginnen und im nächsten Schritt den Aufstieg zum VCAP-DCA angehen.

Von allen genannten VMware-Zertifizierungen erfordert allein das Zertifikat VCP-DV den Besuch eines speziellen Kurses von VMware. Der VCP-DV bildet aber das Fundament für alle weiteren VMware-Zertifizierungen. Möglicherweise übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für diese Weiterbildung. Weitere Quellen für die Weiterbildung können Video-Schulungen, kostenlose interaktive Labs und Bücher sein.

Da VMware seine Zertifizierungen immer wieder an die neuen technologischen Entwicklungen anpasst, ist von den Inhabern ständige Weiterbildung gefordert. Dafür winken aber neben einer besseren beruflichen Qualifikation sehr gute Jobchancen und meist auch ein höheres Gehalt.

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