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VMware Horizon 7 und Horizon Client 4.x: Neue Funktionen für virtuelle Desktops

VMware Horizon 7 und der Horizon Client 4.x bieten neue Funktionen für virtuelle Desktops. Viele davon basieren auf dem neuen Blast-Extreme-Protokoll.

VMware verfolgt schon seit einigen Jahren das Ziel, Kunden das Ausführen jeder beliebigen Applikation auf jedem beliebigen Endgerät zu ermöglichen. Jedes Jahr widmet VMware auf der VMworld der IT-Transformation viel Zeit, durch die Administratoren die Nutzererfahrung virtueller Desktops und Applikationen verbessern können. VMware Horizon View 7 und der VMware Horizon Client 4.x sind Teil dieser Transformation.

Der Horizon Client wird auf den unterschiedlichen Endgeräten installiert, wer also verschiedene Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops verwendet, die unterschiedliche Betriebssysteme nutzen, der wird auch eine unterschiedliche Nutzererfahrung erleben. Die unterschiedlichen Horizon-Clients bieten schlicht nicht denselben Funktionsumfang.

Seit 8. Dezember 2016 steht die aktuellste Version 4.3 zur Verfügung, in diesem Artikel konzentrieren wir uns allerdings hauptsächlich noch auf die etwas ältere Version 4.2 aus dem September 2016. Der Horizon Client wird regelmäßig mit Updates versorgt, Version 4.x profitiert dabei vor allem von den neuen Funktionen, die in VMware Horizon 7 integriert wurden.

Blast Extreme ist ein neues Remote-Protokoll von VMware, das neben dem bisherigen PCoIP noch eine wichtige Rolle spielen wird. PCoIP wurde von VMware bisher gegenüber dem traditionellen Remote Desktop Protocol (RDP) bevorzugt, allerdings ist PCoIP nicht auf die VMware-Produkte zugeschnitten und wird vom eigentlichen Entwickler Teradici lizenziert. PCoIP überträgt einfach gesagt das Image einer laufenden Software von einem Zentralserver auf jeden PCoIP-fähigen Client.

Damit ist PCoIP die zentrale Komponente für VMware Horizon, hier geschieht die eigentliche Arbeit: die Grafikberechnung. PCoIP komprimiert, verschlüsselt und transportiert Bildpixel zu den Client-Geräten. Dort entschlüsselt und dekomprimiert der Horizon Client diese Pixel und zeigt sie auf dem Bildschirm an.

Blast Extreme dagegen benötigt nur einen Browser, und keinen installierten Horizon Client. Das ist natürlich vor allem auf Geräten ein großer Vorteil, auf denen aus bestimmten Gründen kein Client installiert werden kann. Das Master-Image der VDI-Bereitstellung (Virtual Desktop Infrastructure) muss allerdings die hierfür benötigten Komponenten enthalten und auf Administrator-Seite muss den Desktop-Pools zudem der HTML-Zugriff erlaubt werden.

Just-in-Time-Desktops mit Horizon 7

Mit VMware Horizon 7 erfolgte ein großer Versionssprung, der durchaus als Revolution beim Desktop-Cloning betrachtet werden kann. Die alte Vorgehensweise zum Klonen virtueller Desktops gehört mit Instant Cloning aus vSphere 6 der Vergangenheit an.

Mit Just-in-Time-Desktops können Desktops jetzt innerhalb von Sekunden bereitgestellt werden, weil damit keine Composer-Server mehr nötig sind, die zeitaufwendige Aufgaben wie Recomposing, Rebalancing oder Refreshing der virtuellen Desktops durchführen müssen, sobald das Basis-Image aktualisiert wird. VMware Instant Clone, auch oft als VMFork bezeichnet, ermöglicht das Klonen einer virtuellen Maschine innerhalb weniger Sekunden, was durchaus einen Paradigmenwechsel im VDI-Markt bedeuten könnte.

Instant Clone nimmt einen laufenden Desktop, bootet ihn und kurz bevor er einer Microsoft-Domäne beitritt, werden Memory-Pointer kopiert, anstatt die gesamte Disk einer virtuellen Maschine zu kopieren. Nachdem diese Kopie angefertigt wurde, kann das Betriebssystem für den Anwender angepasst werden, beispielsweise durch das Umbenennen oder Hinzufügen einer Domäne.

Dieser Vorgang ermöglicht das schnelle Anlegen nicht-persistenter Desktops, die gelöscht werden, sobald sich der Anwender abmeldet. Aus diesem Grund ist auch das Risiko der Malware-Verbreitung recht gering, weil die fragliche Malware zusammen mit dem Desktop gelöscht wird. Just-in-Time-Desktops helfen auch beim Einsparen großer Mengen an Storage- und Compute-Ressourcen und können so Boot Storms vermeiden helfen.

Der Horizon Client 4.x unterstützt unterschiedliche Architekturen und es gibt verschiedene Client-Versionen, um so auch die Abwärtskompatibilität mit älteren Horizon-View-Versionen sicherzustellen.

Neue Funktionen des Horizon Client 4.x

Es gibt unzählige neue Funktionen im Horizon Client 4.x, viele davon betreffen das bereits erwähnte Remote-Protokoll Blast Extreme. Es ist zwar nicht direkt Teil des Clients, spielt aber innerhalb der Horizon-Suite eine wichtige Rolle. Anwender benötigen hierfür nur einen Browser und auch die Bandbreitenanforderungen sind geringer.

Mit Blast Extreme können Administratoren eine im Client verbaute GPU nutzen, um zum Beispiel eine höhere Akkulaufzeit zu erreichen oder Videodateien zu dekodieren, wofür bisher die CPU genutzt werden musste. Der neue Horizon Client bietet auch eine höher skalierte Bildschirmauflösung für Clients mit einer hohen Punktdichte (Dots per Inch, DPI), was der Lesbarkeit zugutekommt.

Als eine weitere Neuerung können Administratoren jetzt USB-Treiber über die Client Drive Redirection teilen. Horizon 7 ermöglicht auch das bis zu sieben Mal schnellere Drucken. Zudem verspricht VMware eine um die Hälfte bessere Performance über WAN-Verbindungen (Wide Area Network), über Sicherheitsserver sowie für Client Drive Redirection. Der neue Client enthält aktualisierte OpenSSL- und TLS-Protokolle und unterstützt jetzt auch Windows Server 2012, bisher wurden nur Windows 7, Windows 8.1 und Windows 10 unterstützt.

Dabei haben Anwender nach wie vor die Wahl und können bei der Verbindung mit einem Remote-Desktop über den Horizon Client sowohl Blast Extreme als auch PCoIP als Remote-Protokoll auswählen und zudem weitere Dekodierungs- und Netzwerkeinstellungen vornehmen. Für Blast Extreme müssen Administratoren allerdings zunächst eine VMware-View-URL für den Zugriff auf einen Remote-Desktop erstellen. Hierfür muss zudem auf der virtuellen Maschinen im Data Center der Horizon Agent 7.0 installiert sein.

Seit Version 4.2 unterstützt der Horizon Client zusammen mit Horizon 7 auch die Verschlüsselung. Sofern Blast Extreme verwendet wird, werden dann alle Dateien und Ordner verschlüsselt zwischen VDI-Server und Client-Gerät übertragen.

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