Unified Communications erweitert Disaster-Recovery-Pläne

Tools für Unified Communications ergänzen Disaster Recovery, da sie eine ständige Kommunikation möglich machen – egal wo sich die Anwender aufhalten.

Unified Communications (UC) stellt in Unternehmen eine Kernkomponente bei Business Continuity und Disaster-Recovery (DR)-Pläne dar. Immer, wenn ich mit aktuellen oder potenziellen Anwendern von UC spreche, konzentriert sich das Gespräch in der Regel auf Kosteneinsparung, VoIP und Produktivitätssteigerungen. Hingegen wird Unified Communications selten zur kontinuierlichen Kommunikation im Falle einer Katastrophe berücksichtigt.

Vor kurzem sah sich ein Unternehmen, das ich betreute, einer Notfallsituation gegenüber. Grund war ein chemischer Unfall. Ein LKW verschüttete direkt vor dem Gebäude seine Ladung und die Mitarbeiter durften den isolierten Bereich nicht betreten. Obwohl es keine Probleme mit dem Gebäude gab, konnte das Personal nicht hinein. Ein Zugriffsproblem trat auf. Dieses Beispiel zeigt, dass Disaster-Recovery-Pläne nicht nur in direktem Zusammenhang mit Katastrophen notwendig sind.

Traditionelle Kommunikationsmittel reichen nicht aus, da sie entweder schwierig in der Installation, teuer oder nicht umsetzbar sind. In einer Notfall-Situation sind Telefonleitungen meist überlastet und stehen nicht zur Verfügung. Beim Terroranschlag am 11. September 2001 war telefonieren nicht möglich. Hingegen funktionierten viele Internet-Kommunikations-Tools wie Instant Messenger.

Durch den Einsatz von Unified Communications gibt es eine Vielzahl von Kommunikations-Tools. Mithilfe der Tools ist es egal, wo sich der Mitarbeiter aufhält, da sich diese überall in derselben gewohnten Weise ausführen lassen. Wenn die UC-Suite mit einem Softphone verbunden ist, haben Mitarbeiter das Gefühl „im Büro“ zu sein, egal wo sie sind.

Einer der Gründe, warum Disaster-Recovery-Pläne scheitern, ist, dass Mitarbeiter mit der Funktionsweise der Remote-Tools nicht vertraut sind. Viele Programme verwenden einen Browser oder eine Thin-Client-Schnittstelle. Die Tools, mit denen  UC arbeitet, sollten den Mitarbeitern vertraut sein. Darüber hinaus bieten einige Hersteller „Handys für Telearbeiter“, die mit VPN-Clients ausgestattet sind. Mitel bietet beispielsweise eine einfache zu installierende Lösung sowie identische Büro-Erfahrung.

Falls Handys für Telearbeiter zu teuer sind, können kostengünstige USB-Hörer die Lösung sein. Diese lassen sich an ein Notebook oder am PC anschließen.

Falls Sie derzeit eine UC-Bewertung vornehmen oder bereitstellen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Die Nutzer sollten verpflichtet werden, mindestens einen Tag pro Quartal von zuhause aus zu arbeiten.

Dadurch wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter die Benutzung der Tools aus der Ferne als komfortabel empfinden. Es ist im Unternehmensinteresse, dass die Systeme getestet werden und stellt ein positives Extra für die Mitarbeiter dar.

  • Keine Angst vor UC-Technologie.

Werkzeuge wie Skype und Instant Messenger können die Corporate-Tools erweitern. Die Chancen stehen gut, da die Mitarbeiter mit diesen bereits vertraut sind.

  • Unified Communications als langfristiges Kommunikationstool positionieren.

Dies kann Ihnen bei der Beschaffung von Budget aus dem Business-Continuity-Pool Ihres Unternehmens helfen, indem die Vorteile von Unified Communications die Entscheidung positiv beeinflussen.

Über den Autor: Zeus Kerravala verwaltet die Infrastruktur für Forschung und Beratung von Yankee Group. Er arbeitet mit Kunden im Bereich betriebswirtschaftlicher Fragestellungen durch den Einsatz von Infrastruktur-Technologie-Lösungen, einschließlich Vermittlung, Routing, Netzwerk-Management, Voice- und VPN-Lösungen. Bevor er bei der Yankee Group anfing, war Kerravala leitender Ingenieur und technischer Projektleiter für Greenwich Technology Partners; Vizepräsident der IT für Ferris, Baker Watts und technischer Projektleiter für Alex, Brown & Sons. Kerravala hat einen Bachelor-Abschluss in Physik und Mathematik der University of Victoria (Kanada).

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