Tipps zur Auswahl des richtigen Thin Clients für ein VDI-Projekt

Thin Clients sind bei VDI-Bereitstellungen oft die erste Wahl, aber auch hier gibt es Unterschiede. So finden Sie die richtige Client-Hardware.

Bei der Implementierung einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) kommen meist Thin Clients zum Einsatz. Dabei ist die Auswahl eines Thin Clients eine der wichtigsten Entscheidungen, die zu Beginn eines VDI-Projekts getroffen werden können. Es gibt eine große Auswahl unterschiedlicher Thin Clients von unterschiedlichsten Anbietern, und jeder Hersteller folgt einem eigenen Ansatz. 

Daher müssen Sie vorab entscheiden, welche Verwaltungsoptionen Sie wünschen, wie Sie die Clients implementieren wollen und welche anderen Funktionsmerkmale Sie benötigen. Außerdem sollten Sie auch Zero Clients nicht gänzlich außer Acht lassen.

Zentrale Verwaltung der Clients

Entscheiden Sie zuerst, wie Sie Ihre Clients verwalten möchten. Wenn Sie sie nicht einzeln oder lokal verwalten wollen, versuchen Sie es mit Thin Clients, bei denen Sie eine Richtlinie festlegen können, die dann auch automatisch eingehalten wird. Bei vielen Thin Clients lässt sich eine automatische Verwaltung leicht einrichten. Dazu legen Sie lediglich einige Konfigurationsdateien auf einem Server ab und booten über das Netzwerk, um den Thin Clients mitzuteilen, wo sich diese Dateien befinden.

Wenn sich alle Thin Clients an einem Standort gleich verhalten sollen, dann ist diese Art zentraler Verwaltung besonders gut geeignet. Bei anderen Thin-Client-Optionen können Clients zu Gruppen zusammengefasst und den einzelnen Gruppen jeweils eine gemeinsame Konfiguration zugewiesen werden. Bei dieser Verwaltungsform können Sie Clients mit unterschiedlichen und individuellen Konfigurationen betreiben, sie aber dennoch zu Gruppen zusammenfassen.

Thin Clients mit gleicher Konfiguration bieten natürlich enorme Vorteile, denn so ist es einfacher, ein Profil automatisch allen zuzuweisen. Meist ist es aber auch notwendig, Ausnahmen unterstützen zu können, beispielsweise wenn ein oder zwei Endgeräte mit zwei Bildschirmen, die restlichen Clients aber mit nur einem Bildschirm betrieben werden sollen. Wenn derartige Möglichkeiten benötigt werden, dann sollte das entsprechende Management-Tool dies idealerweise mit wenig zusätzlichem Konfigurationsaufwand erlauben.

Unkomplizierte Implementierung

Manchmal sind die besten Thin Clients ganz einfach diejenigen, die sich mit dem geringsten Aufwand implementieren lassen. Das trifft insbesondere dann zu, wenn nicht die IT-Abteilung, sondern Fachabteilungen für die Implementierung von Thin Clients zuständig sind. Wenn Sie also virtuelle Desktops in Niederlassungen betreiben, die keine geschulten IT-Mitarbeiter zur Verfügung haben, dann sollten Sie auf Thin-Client-Optionen achten, mit denen die Mitarbeiter der Niederlassungen auch problemlos umgehen können.

Wenn zum Beispiel ein Endgerät kaputt geht oder ein neuer Mitarbeiter einen Desktop benötigt, dann sollte es idealerweise reichen, einfach einen Ersatz-Client aus dem Schrank zu holen und ihn anzuschließen. Die Implementierung von Thin Clients sollte auch für Fachabteilungen leicht und problemlos möglich sein. Ein leichter Umgang mit Thin Clients kann sich zudem schnell in erheblichen Kosteneinsparungen niederschlagen.

Optimale Unterstützung von Anzeigeprotokollen

Günstige Thin Clients unterstützen die verschiedenen Remote-Anzeigenprotokolle meist nur in sehr begrenztem Umfang. Wenn Sie also eine bessere Unterstützung benötigen, scheiden diese schnell aus. Allerdings verwenden einige Anbieter die gleiche Hardwareplattform für ihre gesamte Produktpalette und setzen lediglich unterschiedliche Firmware ein, um verschiedene Feature-Pakete bereitzustellen, etwa die Unterstützung von Anzeigeprotokollen. 

Diese Fähigkeit kann in einer Unternehmensumgebung, in der möglicherweise die Unterstützung von mehr als einem Protokoll verlangt ist, außerordentlich nützlich sein. Allerdings sind diese flexibleren Thin Clients für gewöhnlich teurer und setzen kompliziertere Verwaltungstools voraus.

Vergessen Sie auch Zero Clients nicht

Möglicherweise sind die besten Thin Clients für Ihr VDI-Projekt aber auch gar keine Clients. Moderne Thin Clients sind in Wirklichkeit einfach kleine, nicht erweiterbare PCs, daneben gibt es aber auch noch Zero Clients. Zero Clients haben einen begrenzten Funktionsumfang, führen eine Firmware anstelle eines Betriebssystems aus und zielen für gewöhnlich auf ein einzelnes VDI-Produkt und Anzeigeprotokoll ab. Sie sind zudem häufig für ihre Rolle als Endgeräte hochgradig optimiert und bieten in der Regel nur sehr begrenzte lokale Funktionalität. Meist haben sie keinen lokalen Webbrowser und keine VoIP-, VPN- oder WLAN-Fähigkeit.

Zero Clients bieten viele Vorteile, weil die Geräte alle gleich und austauschbar sind, so dass jeder Anwender jedes Endgerät benutzen kann. Man könnte beispielsweise einen Zero Client auf jeden Schreibtisch im Büro aufstellen, und jeder dieser Zero Clients könnte auf den Desktop eines jeden Anwenders zugreifen, so dass man nicht auf die IT warten muss, wenn man im Haus den Platz wechselt.

Das sollte bei Thin Clients beachtet werden

Wenn Thin Clients implementiert werden, dann muss kein lokales Betriebssystem verwaltet werden und in der Folge befinden sich alle Daten direkt im Rechenzentrum. Das würde der Performance der Desktop-Bereitstellung zugutekommen, richtig? Dem entgegengesetzt wirken aber die vielen zusätzlichen Funktionalitäten, die einen Client ineffizient machen können.

Die Umleitung eines USB- oder seriellen Gerätes scheint auf den ersten Blick recht harmlos zu sein, aber wie sieht es mit der Umleitung eines lokalen Webbrowsers oder eins VoIP-Softphones aus? Sobald Thin Clients zusätzliche Funktionen benötigen, kommt wieder ein Betriebssystem ins Spiel, das regelmäßige Patches und Antivirus-Updates benötigt

Ein gutes Verwaltungs-Tool kann Ihnen zwar dabei helfen, neue Images mit den nötigen Updates zu erstellen und zu verteilen, aber dies wird dann spätestens alle paar Wochen nötig, während es idealerweise ein Basis-Image für alle Endgeräte gibt (die Erstellung eines zweiten Images für Endgeräte mit zwei Bildschirmen, um im oben genannten Beispiel zu bleiben, wird ziemlich schnell sehr lästig werden).

Wenn Sie Ihre Thin Clients um zahlreiche lokale Funktionen ergänzen müssen, dann sollten Sie sich allerdings fragen, ob hierfür eine virtuelle Desktop-Infrastruktur die richtige Wahl ist. Vielleicht würden Sie in diesem Fall von einem gut verwalteten lokalen Desktop weit mehr profitieren als von Thin Clients.

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