Tipps und Ratschläge zur Auswahl des richtigen DCIM-Tools

Der Markt für DCIM-Tools wird immer größer. Mit diesen Tipps finden Sie das richtige Tool für Ihr Data Center Infrastructure Management.

Eine DCIM-Implementierung (Data Center Infrastructure Management) kann Geschäftsprozesse und Organisationshierarchien von Unternehmen gehörig durcheinander bringen. Daher ist ein ausgefeilter Projektplan eine der zentralen Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von DCIM-Tools.

Data Center Infrastructure Management wird immer beliebter und innerhalb der nächsten beiden Jahre werden Data Center überall mehr und mehr DCIM-Tools einsetzen, um damit Probleme in der Infrastruktur zu entdecken und zu beheben sowie für ein besseres Energiemanagement zu sorgen. Im Jahre 2016 rechnen die Marktforscher von 451 Research damit, dass umgerechnet zirka 1,5 Milliarden Euro in dieser Branche ausgegeben werden. Bei all der Euphorie gilt es aber, bestimmte Stolperfallen bei der Implementierung zu vermeiden.

Fangen Sie einfach und klein an. DCIM-Systeme können ganz spezifische Probleme adressieren, beispielsweise das Reduzieren des Stromverbrauchs, oder – ganz breit aufgestellt – die Wahrscheinlichkeit für einen Hardware-Ausfall verringern. Am Anfang sollte auf jeden Fall die Komplexität des Projekts limitiert werden, um die Erfolgschance klar zu erhöhen. 

Sammeln Sie Performance-Daten sehr fokussiert, um so den Überblick zu behalten und die Gefahr zu minimieren, dass das Projekt außer Kontrolle gerät. Fangen Sie mit messbaren Metriken an und überschreiten Sie dabei die Anzahl von drei primären Kennzahlen nicht. Hantieren Sie mit mehr, wird sich das Projekt sehr schnell in sehr viele verschiedene Richtungen ausbreiten.

Setzen Sie sich realistische Erwartungen. Frühe DCIM-Tools haben manchmal recht hochtrabende Versprechungen gemacht. Dazu gehörten ein sofortiger Überblick über alle Systeme und die Möglichkeit, das gesamte Data Center sowie jede einzelne Komponente mit nur einem Softwarepaket automatisieren zu können. Die Integration auf der anderen Seite war meist sehr komplex und zeitaufwendig, wodurch viele Hoffnungen schnell durch Frust ersetzt wurden.

Erweitern Sie den Management-Bereich. Tools für das Data Center Infrastructure Management vereinen das Gebäude mit dem IT-Management. Implementiert man DCIM-Systeme, müssen sich Data-Center-Manager mit allen Abteilungen zusammensetzen, die in diesem Projekt involviert sind. 

Erreicht man funktionsübergreifende Zusammenarbeit gleich zu Beginn des Projekts, ist das wesentlich einfacher zu realisieren, als wenn man später die Brechstange ansetzen muss. Größere Unternehmen sollten einen Projektmanager für diese abteilungsübergreifende Aufgaben einberufen, der sich darum kümmert, das Projekt voranzutreiben.

Adressieren Sie potenzielle Grabenkämpfe so früh wie möglich. Das Zusammenführen von Gebäude- und IT-Management ist niemals einfach. 

Entwickeln Sie daher zunächst einen Plan und arbeiten an der Identifikation potenzieller Probleme. Tragen Sie die Gründe plausibel vor, warum die Gruppen zusammenarbeiten müssen. Arbeiten Sie mit den unterschiedlichen Teams, um ein neues Organigramm zu entwickeln, das deren Funktionen kombiniert.

Diese Integration bedeutet nicht, dass Sie Ihre existierenden Management-Lösungen sofort entsorgen können. Alleinstehende Monitoring- und Management-Tools sind äußerst wertvoll, da viele spezielle Kontroll- und Reporting-Funktionen bieten. 

Diese Systeme werden weiterhin wichtig sein, selbst wenn das Unternehmen mehr und mehr Informationen über DCIM-Tools sammelt und konsolidiert. Mitarbeiter des Data Centers sollten mit vorhandenen Tools experimentieren und herausfinden, welches sich am besten für die entsprechenden Aufgaben eignet.

Stellen Sie sicher, dass jemand der Verantwortliche für das Projekt ist. Indem Sie einer Person ganz klar die Verantwortlichkeit für die Implementierung zuweisen, erhöhen Sie die Chance auf Erfolg deutlich. 

Hier können Sie natürlich sowohl einen einzelnen Mitarbeiter oder ein funktionsübergreifendes Team wählen, das für Deployment, Support und Wartung des DCIM-Systems verantwortlich ist. So oder so muss der letztverantwortliche Leiter der Implementation aber die notwendige Autorität besitzen, um eine erfolgreiche Beendigung des Projekts zu gewährleisten.

Evaluieren Sie maximal fünf DCIM-Tools und -Anbieter. Die Anzahl der Anbieter wächst mit steigender Nachfrage, derzeit gibt es bereits mehr als 50 DCIM-Anbieter. Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Auswahl auf einige wenige Marktführer sowie auf Anbieter, die wirtschaftlich gut dastehen. 

Lassen Sie sich dabei nicht von einigen möglicherweise fehlenden oder schwachen Funktionen ablenken. Wichtige Funktionen werden in solchen Fällen meist noch entwickelt, um mit der Konkurrenz gleich zu ziehen und Kundenanforderungen zu erfüllen. Überprüfen Sie auf jeden Fall die Empfehlungen der Anbieter und auch die Beziehungen zwischen der Referenz und dem Auslieferer. Nur so ist eine unvoreingenommene Meinung und Implementierung möglich.

Werfen Sie einen Blick auf die Rentabilität des Anbieters. Auch wenn der DCIM-Markt sehr aktiv ist, sind Sie vor der Geschäftsaufgabe eines Unternehmens nie gefeit. 

Nehmen wir als Beispiel Power Assure, ein Startup, das von renommierten Investoren gestützt wurde. Die Firma konnte mehr als 60 Millionen US-Dollar Wagniskapital sammeln und hatte Kunden wie die NASA. Trotzdem ging Power Assure im Oktober 2014 Bankrott. Andere Startup-Unternehmen könnte das gleiche Schicksal ereilen. Seien Sie also umsichtig, wenn Sie ein passendes Tool für Ihre Firma suchen.

Achten Sie auf offene Plattformen und Schnittstellen. DCIM-Tools werden sich sehr wahrscheinlich zukünftig in andere Tools in den Server-Racks integrieren und sich so mit existierenden Management-Systemen, Applikationen und Datenbanken verbinden. Standardschnittstellen erleichtern diese Kommunikation. 

Sehen Sie sich nach Systemen um, die zumindest das Protokoll SNMP (Simple Network Management Protocol) unterstützen. Ursprünglich wurde dieses Standardprotokoll für Netzwerk-Switches und Router entwickelt und sammelt Management-Daten von verschiedenen Geräten. Wird Netzwerk-Polling via SNMP unterstützt, können DCIM-Plattformen Management-Informationen mit jedem anderen kompatiblen System im Enterprise-Netzwerk austauschen.

Über den Autor:
Paul Korzeniowski ist freiberuflicher Autor, der auf Probleme im Data Center spezialisiert ist. Seit mehr als zwei Jahrzehnten schreibt er bereits über Technologie. Sie erreichen ihn via paulkorzen@aol.com.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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