Startmenü, Browser und Sprachsteuerung: Windows 10 im Vergleich zu Windows 7/8

Cortana, Continuum und Project Spartan: Im Vergleich zu Vorgängerversionen bringt Windows 10 zahlreiche neue Funktionen mit.

Die Technical Preview von Windows 10 wurde bereits im Oktober 2014 veröffentlicht, vor kurzem hat Microsoft mit der Consumer Preview den nächsten großen Schritt in der Entwicklung von Windows 10 vorgestellt. Worauf also können sich langjährige Windows-Benutzer einstellen? 

In diesem Artikel wollen wir uns auf die interessantesten Desktop- und Unternehmensfunktionen konzentrieren, die Nutzer nach einem Update von Windows 7 und Windows 8.1 sofort bemerken und genießen werden.

Windows 10 bringt kleines IE-Update und neuen Spartan-Browser

Neben einem kleineren Update des altehrwürdigen Internet Explorer, der damit zum Beispiel Unterstützung für HTTP/2 erhalten wird, wird Windows 10 mit Project Spartan auch einen völlig neuen Browser enthalten. Spartan ist eine komplette Neuentwicklung von einem eigens dafür eingerichteten Entwicklungsteam bei Microsoft. 

Auch wenn Spartan durch ein Update bald Einzug in die Consumer Preview halten soll, ist der neue Microsoft-Browser bisher noch nicht Teil von Windows 10 und kann daher auch nicht getestet werden. Ein paar Details sind allerdings inzwischen trotzdem bekannt:

  • Sprachbefehle. Wird Spartan ausgeführt, so sollen sich Anweisungen an den Browser ohne Nutzung von Tastatur und Maus alleine durch Spracheingabe bewerkstelligen lassen, etwa „Zurück“, „Vorwärts“, „Als Startseite verwenden“ oder „In Favoriten speichern“. Tatsächlich stellt dies kein Alleinstellungsmerkmal von Spartan dar – erwarten Sie vielmehr überall in Windows 10 eine stärkere Integration der Sprachsteuerung.
  • Eingebettete Sub-Browser. Gegenwärtig liegt dieses Feature noch etwas im sprichwörtlichen Nebel, allerdings dürfte es insbesondere Webdesignern besonders zusagen, das Spartan ein und dieselbe Seite auf Basis unterschiedlicher Rendering-Engines in nicht weniger als 4 Browserfenster gleichzeitig anzeigen können soll. So könnten Sie eine Seite beispielsweise gleichzeitig in den Darstellungen von Internet Explorer, Firefox, Chrome und Safari betrachten.

Der neue Spartan-Browser von Windows 10

Sprachassistent Cortana wird tiefer integriert

Microsofts Sprachassistent Cortana, das Pendant zu Apples Siri, ist als zentraler Bestandteil von Windows 10 gesetzt. Damit verfügen Anwender über die Möglichkeit, ihren Computer per Sprache zu steuern, also die Websuche auszuführen, Termine oder Erinnerungen einzutragen oder ähnliche Aktionen auszuführen – mit nicht mehr als nur ihrer Stimme.

Cortana, benannt nach einer Figur im Xbox-Spiel Halo, ist eindeutig vielfältiger als Siri. Cortana verfügt über Interaktionsmöglichkeiten mit vielen Anwendungen und hat eine offene Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, API), die Entwickler nutzen können, um ihre Funktionalität zu erweitern. Cortana hat damit das Potenzial, das beliebteste der neuen Windows-10-Features zu werden.

Für IT-Abteilungen in Unternehmen ist dabei entscheidend, dass sie Line-of-Business-Anwendungen (LOB) und eigene Programme um Cortana-Interaktion erweitern können. Für Außendienstler und andere Nutzer mit Multitasking-Bedarf könnte sich dies auch in der Praxis als ein großer Segen herausstellen. Microsoft Dynamics beispielsweise wird in der neuesten Version auch für Desktops von Haus aus die Möglichkeit zur Sprachsteuerung per Cortana enthalten.

Windows 10 bringt das Startmenü zurück

Zur großen Freude vieler Nutzer kehrt das Startmenü in Windows 10 wieder zurück. Es wurde zwar um Kachelelemente aus Windows 8 ergänzt und entspricht damit nicht genau dem Startmenü aus Windows 7, bringt aber dennoch auf gewohnte Art und Weise die Möglichkeit mit sich, Anwendungen zu starten und Suchvorgänge auszuführen.

Vielleicht noch viel wichtiger ist, dass sich Anwender jetzt wieder vom Startmenü aus Abmelden oder ihren PC herunterfahren können. Mit dieser Möglichkeit dürften sich gerade viele klassische Desktop-Anwender wieder heimisch fühlen. Gerade das Startmenü gehört also zu den Entscheidungen, mit denen Microsoft Konzernkunden wiedergewinnen und zum Update auf Windows 10 bewegen will.

Das Startmenü in der ersten Technical Preview von Windows 10

Continuum ermöglicht den Wechseln zwischen Tablet- und Desktop-Modus

Windows 10, das Microsoft für viele Marktbeobachter übereinstimmend als die letzte große Windows-Version in Stellung bringt, wird von Grund auf neu entworfen, um als einheitliches Betriebssystem auf verschiedensten Gerätetypen einsetzbar zu sein, seien es Smartphones, Tablets, Laptops, Desktop-Rechner oder gar die Xbox und Embedded-Geräte für das Internet der Dinge.

Als Teil dieses Konzepts, Plattformen kohärent mit einem einzigen Betriebssystem zu bedienen, hat Microsoft einen Modus namens Continuum entworfen, der die Benutzeroberfläche dem vom Benutzer gerade verwendeten Gerätetyp anpasst.

So kann beispielsweise auf das Entfernen von Tastatur und Maus von einem Windows-Tablet oder einem 2-in-1-Gerät reagiert werden, indem die Benutzeroberfläche auf die früher Metro genannte Touch-Oberfläche Modern UI geändert wird, die Taskleiste ausgeblendet und weitere Maus- oder Tastatur-spezifische Bedienelemente aus dem Weg geräumt werden.

Gleichzeitig werden alle Anwendungen in maximierten Fenstern, also bildschirmfüllend, ausgeführt.

Schließen Sie Ihre Tastatur später wieder an – etwa durch Andocken bei einem Surface oder über Bluetooth – dann erfolgt wieder der Wechsel in den Desktop-Modus, der wieder Platz für den traditionellen Windows-Desktop macht. 

Damit dies automatisch funktioniert, müssen laut Microsoft aber vor allem die Gerätehersteller die Continuum-Funktion unterstützen. Andernfalls kann der Wechsel aber auch manuell erfolgen.

Diese Funktion könnte zentrale Bedeutung für den Erfolg von Windows 10 erhalten. Ein großer Kritikpunkt an Windows 8 war schließlich die unglückliche Vermischung von Desktop- und Tablet-Bedienelementen, die aus Windows 8 nichts Halbes und nichts Ganzes gemacht haben. Continuum könnte diese beiden Welten wie kein anderes großes Betriebssystem derzeit vereinen.

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