So vermeiden Sie Komplexitätsfallen einer diversifizierten Cloud-Strategie

Fachleute drängen zu einer Strategie der diversifizierten Cloud. Bei der falschen Herangehensweise landet man allerdings in der Komplexitätsfalle.

Teil 1 dieses zweiteiligen Artikels untersuchte, warum CIOs und Unternehmen eine diversifizierte Cloud-Strategie ins Auge fassen sollten, um die Risiken eines hochdynamischen, volatilen Cloud-Markts abzumildern. Dieser zweite Teil betrachtet einige der Komplexitäten dieser Strategie und zeigt, für welche Unternehmen sie sich eignet.

Wenngleich eine diversifizierte Cloud-Strategie hilfreich bei der Risikostreuung und der Optimierung von Lastverteilungen sein kann, darf nicht in Vergessenheit geraten, wann und wie die Diversifizierung in Sachen Cloud eingesetzt werden sollte. Laut David Rutchik, Partner bei der IT-Unternehmensberatung Pace Harmon, gehört zu den zu berücksichtigenden Faktoren einer solchen Entscheidung die Art des Cloud-Computings (z. B. Private vs. Public Cloud), welche Arten von Daten und Anwendungen in die Cloud verlagert werden sollen und ob die Diversifizierung vor allem der Risikovermeidung oder der Optimierung der Lastverteilung dienen soll.

Unternehmen, die Aufgaben an mehrere Cloud-Anbieter auslagern möchten, um Lastverteilungen zu optimieren, sähen sich – milde ausgedrückt – einer komplexen Aufgabe gegenüber, meint Rick Villars, Vice President für Datacenter und Cloud beim Marktforschungsunternehmen IDC. „Sie pflegen dann nicht mehr nur eine bilaterale Beziehung, sondern müssen Fluss, Bewegung und Qualität des Dienstes über mehrere verschiedene Clouds hinweg im Griff behalten“, so Villars.

Die Strategie umfasst daher zwei Handlungsstränge. CIOs müssen nicht nur entscheiden, welcher Anbieter geeignet ist, sondern ebenfalls eine Führungsstruktur implementieren, damit alles zusammenfließt und -arbeitet.

Dieser Aspekt der Diversifizierungsstrategie ist einer derjenigen, mit denen sich Jonathan Reichental als CIO der Stadt Palo Alto auseinandersetzt. „Es gibt eine Komplexitätskarte. Alles muss mit allem korrespondieren“, sagt er. Zudem sei der Ansatz personalintensiver, denn „keine einzelne Person kann das alles alleine überblicken.“

Rutchik räumt ein, dass eine diversifizierte Cloud-Strategie nicht zwingend die beste Lösung sein muss, insbesondere nicht bei unternehmenskritischen Anwendungen und Projekten: „Sie werden kaum ihre SAP-Umgebung auf fünf verschiedene Orte aufteilen wollen, nur um die Daten sicherer aufzubewahren“, erklärt der Berater.

Auch wenn Reichentals Argumente stimmig seien, geht für Rutchik der Anspruch einer Cloud-Strategie weit über die bloße Auswahl eines erfolgreichen und insolvenzfesten Cloud-Anbieters hinaus. Microsoft Azure beispielsweise habe am 19. November 2014 einen weltweiten Ausfall über etwa 11 Stunden erlitten, und nicht nur ein Unternehmen habe schon über Zeiträume von 18 Stunden ohne Website dagestanden, weil ihr „weltweit bedeutender“ Cloud-Provider eine Ausfall hatte. „So können Sie einfach keine Geschäfte machen“, lautet Rutchiks Fazit.

Seiner Meinung nach spielt auch die Art der Cloud, die ein Cloud-Anbieter bereitstellt, eine wichtige Rolle bei der Beantwortung der Frage, ob eine diversifizierte Cloud-Strategie überhaupt benötigt wird. In der Public Cloud seien weder Schutz noch Redundanzen garantiert, so Rutchik, womit eine diversifizierte Strategie notwendig sei, um ein gewisses Maß an Schutz zu erhalten.

Bei der Private Cloud sei das weniger der Fall: „Sie können Service-Levels vereinbaren und auch langjährige Vertragsbindungen sind möglich. Sie schützen sich selbst durch die Gewährleistung von Redundanzen im Rahmen ihres Gesamtvertrags, der unterschiedliche Notfallszenarien und Ausstiegsklauseln und derlei Dinge regelt. Die Private Cloud ist daher ein ganz anderes Angebot.“

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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