Dieser Artikel ist Teil unseres Guides: SAP HANA: Die In-Memory-Lösung von SAP verstehen und nutzen

SAP HANA Cloud Platform: Cloud-Lösungen entwickeln und betreiben

Zur Entwicklung von Cloud-Applikationen stellt SAP ein eigenes Platform-as-a-Service-Angebot (PaaS) bereit, das SAP HANA Cloud Platform getauft wurde.

Dies ist der zweite Teil einer zweiteiligen Artikel-Serie zum Thema SAP HANA als Entwicklungsplattform. Im ersten Beitrag erläuterte Andreas Schaffry verschiedene Entwicklungs-Tools, die auf Basis von HANA verfügbar sind.

Mit der SAP HANA Cloud Platform, einem Platform-as-a-Service-Angebot (PaaS), können SAP-Partner und -Kunden Cloud-basierte Lösungen entwickeln, die dann in der SAP HANA Enterprise Cloud implementiert und betrieben werden. Diese Cloud-Lösungen lassen sich dem Softwarehersteller zufolge mit dem Service SAP HANA Cloud Integration bidirektional mit bestehenden Anwendungslandschaften von SAP und anderen Anbietern integrieren - unabhängig davon ob die IT-Systeme On Premise installiert sind oder in einer Cloud-Umgebung laufen.

Services für Infrastruktur, Datenbank und Apps

SAP HANA Cloud Platform

Das Drei-Schichten-Modell der SAP HANA Cloud Platform: Infrastruktur-Layer, DB- und App-Services.

Die SAP HANA Cloud Platform bietet hierzu Infrastruktur-, Datenbank- und Anwendungsservices. Mithilfe der Infrastrukturservices können Kunden, die über eine gültige SAP-HANA-Lizenz verfügen, die In-Memory-Anwendung in der SAP-Cloud nutzen. Sie erhalten Zugang zu einer zertifizierten IT-Infrastruktur, die SAP hostet und verwaltet. Angeboten werden Instanzen ab 128 GB an CPU-Cache bis zu maximal einem TB. Der Zugang erfolgt über eine sichere VPN-Verbindung. Die Installation beinhaltet eine Application Function Library (AFL), SAP HANA Studio, Client, Dokumentation, FAQs und einen Schnellstartführer. Die monatlichen Kosten für die Infrastruktur-Services beginnen bei knapp 1.600 Euro (128 GB) und reichen bis zu rund 6.500 Euro (1 TB).

Die Datenbank-Services gibt es in einer Basis- und einer Plattform-Edition. Sie enthalten eine webbasierte Managementkonsole für die Administration der SAP-HANA-Instanz, Backups und das Lebenszyklusmanagement. Hinzu kommt SAP HANA Cloud Integration als Cloud-basiertes ETL-Werkzeug, mit dem Daten aus dem SAP-Backend sowie heterogenen Datenquellen sicher bereitgestellt werden können. Die Plattform Edition bietet obendrein noch weitere Engines für prädiktive Analysen und die grafische Darstellung sowie zusätzliche Bibliotheken und Entwicklungs-Services. Allerdings gibt es die Plattform-Edition nicht zum Schnäppchenpreis. Bei 256 GB Arbeitsspeicher und 2,56 TB Festplattenspeicher fallen pro Monat knapp 21.600 Euro an; für ein TB Arbeitsspeicher und zehn TB Plattenspeicher zahlen Kunden dann mehr als 83.000 Euro im Monat.

Die Nutzung der Anwendungsservices der SAP HANA Cloud Platform erfolgt in Kombination mit den Datenbank-Services. Auch bei den App Services gibt es eine Standard- und eine Premium-Edition. Im Standard können Entwickler für die Erstellung neuer Cloud-Anwendungen das SAP HANA Cloud Portal inklusive Dokumenten-Storage und Netzwerkverbindungen zu SAP-und Nicht-SAP-Systemen nutzen. Diese Services stehen mit einer erweiterten Kapazität auch in der Premium-Edition zur Verfügung, die zusätzlich noch die Möglichkeit zur Daten- und Prozessintegration mit SAP HANA Cloud Integration enthält. Die monatliche Nutzungsgebühr der Standardversion liegt bei rund 5.600 Euro für 128 GB Arbeitsspeicher, bei der Premiumausgabe sind es 7.800 Euro.

Einstiegsmöglichkeit in die SAP-Entwicklung

Den Einstieg in die Entwicklung von HANA-basierter Cloud-Lösungen erleichtert eine kostenlose Entwicklerlizenz für die SAP HANA Cloud Platform. Damit können SAP-Partner oder -Kunden eigene Cloud-Anwendungen erstellen und ausgiebig testen. Später lassen sich diese Applikationen dann im eigenen Unternehmen nutzen oder an Kunden verkaufen. Bei der kostenlosen Entwicklerlizenz stellt SAP unter anderem zwei GB Speicherplatz in der In-Memory-Datenbank SAP HANA für die Entwicklung, Betrieb und Test zur Verfügung.

Es gibt jeweils ein GB an Speicherplatz in relationalen Datenbanken für strukturierte Geschäftsdaten oder für schnelle Abfragen und Analysen in SAP HANA sowie für die Ablage unstrukturierter Informationen wie Dokumente, Bilder, Videos oder Präsentationen. Hinzu kommen noch ein sogenannter Test Drive für das SAP HANA Cloud Portal, die Cloud Edition der SAP Mobile Platform und das HCI oData Provisioning (vorher: Gateway as a Service). Mit letzerem können OData Services aus der SAP Business Suite auch in einer SAP HANA Cloud genutzt werden.

Auf der Sapphire 2014 kündigte SAP ein River Rapid Development Environment (River RDE) als Bestandteil der SAP HANA Cloud Plattform an (siehe Video). Bei River RDE handelt es sich um eine webbasierte Entwicklungsumgebung, die laut SAP eine einfache Arbeitsumgebung für das Design und die Entwicklung neuer, Fiori-ähnlicher Webanwendungen, die auf SAPUI5 basieren, bietet.

SAP HANA Cloud Portal: Informationen teilen

Mit dem SAP Cloud Platform Portal können Unternehmen maßgeschneiderte B2B-, B2C- oder B2E-Portalseiten im eigenen Corporate Design entwickeln, in der Cloud implementieren und somit ihre Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Partnern oder Mitarbeitern effizienter und schneller abwickeln. Zudem können Daten aus unterschiedlichen Quellen auf einer einzigen Oberfläche zusammengeführt werden, beispielsweise Stammdaten aus SAP ERP und Stimmungsanalysen aus SAP Cloud for Social Engagement. Der Vorteil für Anwender: Sie sehen alle relevanten Informationen auf einen Blick – am Desktop-PC genauso wie mobil am Smartphone und Tablet. So können die Endbenutzer zu jeder Zeit und überall komfortabel und effizient arbeiten.

Bei der Implementierung einer solchen Portallösung entstehen nur Initialkosten, da sie im Mietmodell aus dem SAP-Rechenzentrum bezogen wird. Von SAP HANA Cloud Portal gibt es drei vorkonfigurierte Versionen: eine kostenfreie Testversion für Entwickler sowie ein Starter- und ein Professionalpaket. Das Starterpackage gibt es ab 55 US-Dollar im Monat, das Professionalpaket ab 380 Dollar. Darüber hinaus haben Kunden die Möglichkeit, das Paket auf ihre individuellen Anforderungen anzupassen.

Die notwendige IT-Infrastruktur sowie Datenbank- und Anwendungsservices werden über die SAP HANA Cloud Platform bereitgestellt. Dadurch entfällt der Zeit- und Kostenaufwand für Wartung und Administration, und auch Releasewechsel erübrigen sich, da SAP automatisch die jeweils aktuelle Version des SAP HANA Cloud Portal zur Verfügung stellt. Die Datenübertragung zwischen den On Premise betriebenen SAP-Applikationen und einer Portalanwendung, die per Cloud Connector miteinander verknüpft werden, erfolgt über eine verschlüsselte SSL-VPN-Verbindung und nach dem Reverse-Invoke-Prinzip.

Auch mobile Apps kommen aus der Cloud

SAP Mobile Platform Cloud Architektur

Auch die SAP Mobile Platform ist Bestandteil der SAP HANA Cloud Platform. Das ermöglicht die schnelle Entwicklung einfacher mobiler Cloud-Apps.

Auch die Entwicklung mobiler SAP-Apps wird in die Cloud verlagert, denn SAP Mobile Platform ist als Cloud-Version verfügbar und als Mobile as a Service (MaaS) in die SAP HANA Cloud Platform integriert. Damit ist die Entwicklung und Bereitstellung mobiler On-Demand-Apps möglich, welche die Funktionen bestehender SAP-Anwendungen vervollständigen und erweitern. Der SAP Cloud Connector sorgt auch hier für den sicheren und verlässlichen Zugriff auf Remote Services, egal ob diese über ein Internet- oder ein On-Premise-Netzwerk bereitgestellt werden.

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