Netzwerkeinstellungen für VMware: Paket-Verluste bei virtuellen Maschinen vermeiden

Paketverluste bei virtuellen Maschinen lassen sich mit einfachen Tricks vermeiden. Die VMware-Konfiguration zu optimieren, dauert nur wenige Sekunden.

Auch wenn die Netzwerk-Einstellungen bei VMware sehr gut sind, könnte es trotzdem zu hohen Paketverlusten bei der Virtualisierung kommen. Mit der richtigen Konfiguration können Sie diese Probleme vermeiden, ohne das Gast-Betriebssystem genau untersuchen zu müssen.

Bei einer normalen virtuellen Ethernet-Karte sollten Paketverluste eher selten auftreten. Bei 100.000 erhaltenen oder gesendeten Paketen werden das in der Regel nur wenige verlorene sein. Auf einer virtuellen Maschine unter Linux, können Sie das ganz einfach mit dem Befehl ifconfig überprüfen.

Bei virtuellen Maschinen mit hohem Netzwerk-Verkehr der stoß-weise kommt, sind hohe Paketverluste schon wahrscheinlicher. Dann gilt es, die Netzwerkeinstellungen zu optimieren. Überprüfen Sie zunächst, dass die virtuelle Maschine den Treiber VMXNET3 für die virtuelle Netzwerkkarte verwendet. Ist das der Fall, kommt es bei Linux-Hosts vor, dass hohe Paketverluste unter anderem im Zusammenhang mit großen Dateien über Netzwerke mit hohen Bandbreiten auftreten. Als ersten Korrekturschritt deaktivieren Sie die Prüfsummen für das Empfangen und Übertragen von Daten. Da Prüfsummen defekte Pakete erkennen und aussortieren, ist mit dieser Einstellung ein gewisses Risiko verbunden. Bei typischen Ethernet-Verbindungen liegt die Rate eines defekten Netzwerk-Pakets allerdings bei Eins zu einer Million. Somit ist das Risiko tragbar.

Benutzen Sie hierfür das Linux-Tool ethtool, um die Prüfsummen für das Übertragen und Empfangen in den VMware-Netzwerkeinstellungen zu deaktivieren. Dazu müssen Sie den Befehl ethtool als Superuser root ausführen. Um diese Prüfsummen-Funktion für die Netzwerkkarte eth0 zu deaktivieren, würde der Befehl zum Beispiel so lauten:  ethtool --offload eth0 rx off tx off. Sollte diese Einstellung Besserung bringen, öffnen Sie die Konfigurations-Datei Ihrer Netzwerkkarte. Unter SUSE ist diese unter /etc/sysconfig/network/ifcfg-eth0 und bei Red Hat liegt sie unter /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0. In der entsprechenden Datei ändern Sie den Parameter ETHTOOL_OPTIONS zu ETHTOOL_OPTIONS='--offload eth0 rx off tx off'.

Wenn Sie weiterhin Paket-Verluste verzeichnen, versuchen Sie die so genannte Ring Buffer Size mittels ethtool zu erhöhen. Per Standard ist dieser Puffer auf 256 gesetzt. Das Maximum liegt allerdings bei 4096. Mittels ethtool -G eth0 512 können Sie die Ring Buffer Size auf 512 erhöhen. Sollte das Ergebnis immer noch nicht befriedigend sein, versuchen Sie einen höheren Wert.

Wenn die hohen Paket-Verluste unter Windows VM auftreten, müssen Sie die Netzwerkeinstellungen am Treiber VMXNET3 verändern. Klicken Sie hierfür im Gerätemanager mit der rechten Maustaste auf den Treiber VMXNET3 und wählen Sie die Eigenschaften aus. Dort finden Sie unter Erweitert zwei Parameter: Small RX Buffers und RX Ring #1 Size. Erhöhen Sie diese Parameter ein bisschen und prüfen dann, ob sich die Lage verbessert hat. Sollte das nicht der Fall sein, erhöhen Sie die Werte stückweise, bis der Paket-Verlust aus der Welt geschaffen ist.

In den allermeisten Fällen können Sie mit diesen Optimierungen die Paketverluste in virtuellen Maschinen in den Griff bekommen. Sollten die veränderten Netzwerkeinstellungen nichts helfen, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer anderen Stelle innerhalb der virtuellen Maschine ein Performance-Problem. Hier liegt wahrscheinlich kein Fehler beim Netzwerk-Treiber zwischen der virtuellen Maschine und der ESXi-Plattform vor. Fragen Sie einen Experten zum jeweiligen Gast-Betriebssystem, weil es hier viele Parameter gibt, die sich optimieren lassen. Lassen Sie bei den Einstellungen auch Vorsicht walten. Das Drehen der falschen Schraube kann sich negativ auf die komplette virtuelle Maschine auswirken.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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