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Mit dem richtigen Vorgehen zum optimalen VMware-Zertifizierungspfad

VMware hat erneut Änderungen an seinem Zertifizierungsprogramm vorgenommen. Dieser Überblick hilft bei der Wahl des optimalen Zertifizierungspfades.

Wenn es bei VMware eine Konstante gibt, dann ist es der Wandel: Das Softwareunternehmen hat im ersten Quartal 2016 an seinem Zertifizierungsprogramm erneut Veränderungen vorgenommen. In diesem Artikel betrachten wir die Neuigkeiten und möchten Entscheidungshilfen bieten, welcher Zertifizierungspfad der jeweils geeignetste ist.

Im vergangenen Jahr kündigte VMware Änderungen in seinen fortgeschrittenen Zertifizierungen an. In der Roadmap der Zertifizierung für vSphere 5 gab es zwei Tracks: VMware Certified Advanced Professional – Data Center Administration (VCAP-DCA) sowie VMware Certified Advanced Professional – Data Center Design (VCAP-DCD). Im vergangenen Jahr hat VMware nun eine neue Zertifizierung ins Leben gerufen, die sich VMware Certified Implementation Expert (VCIX) nennt und die beiden VCAP-Zertifizierungen vereint. In den Zertifizierungsversionen für vSphere 6 wurden die beiden VCAP-Optionen nun aber wieder reaktiviert.

Für VCAP 6 können Kandidaten jetzt eine Prüfung für VCAP Design bestehen und als Advanced Professional in Design zertifiziert werden, oder aber eine Prüfung für VCAP Deployment bestehen und ihr Zertifikat als Advanced Professional in Deployment erhalten. Die gute Nachricht lautet dabei, dass man beim Bestehen beider Prüfungen auch als VCIX zertifiziert ist.

Wem nun aufgefallen ist, dass im letzten Absatz von einer Deployment-Zertifizierung gesprochen wurde – dies ist der neue Name für die ursprüngliche Zertifizierung als Administrator im VCAP-Track. Wir wollen nun zunächst am unteren Ende der VMware-Zertifizierungen beginnen und herausfinden, welcher Zertifizierungs-Track von VMware in welcher jeweiligen Situation der richtige ist.

Die erste VMware-Zertifizierung

Wer bisher keine VMware-Zertifizierung besitzt, kann zwischen dem VMware Certified Associate (VCA) und dem VMware Certified Professional (VCP) wählen. An dieser Stelle sei betont, dass der VCA keine Voraussetzung dafür ist, ein VCP zu werden. Man kann also auch direkt mit dem VCP beginnen.

Die Zertifizierung als VCA ist nicht allzu technisch angelegt und richtet sich an Fachleute, die einen guten Überblick über das Angebot von VMware und dessen Funktionsweisen benötigen, ohne selber eine Implementierung vornehmen zu müssen.

Wer also beispielsweise in absehbarer Zeit an einem Virtualisierungs-Projekt teilnehmen wird und ein Grundverständnis für das entwickeln muss, was die Virtualisierungs-Experten meinen, wenn sie von vMotion, Distributed Resource Scheduler, High Availability und verteilten Switches oder auch von NSX und vRealize Automation sprechen, dann dürfte die Zertifizierung als VCA die richtige Wahl sein.

VMware stellt die Lernmodule mit grundlegenden Erläuterungen jedes verfügbaren Technologie-Tracks kostenlos zur Verfügung. Diese helfen dabei, sich besser auf diese Zertifizierung vorzubereiten. Die Zertifizierung als VMware Certified Associate weist einem Arbeits- oder Auftraggeber nach, dass man über Grundkenntnisse und Produktwissen in Bezug auf Virtualisierung und VMware verfüt.

Die Zertifizierung als VCP setzt dagegen wesentlich höhere Fertigkeiten voraus. Viele Kandidaten, die Zertifizierungen anderer Technologieanbieter bestanden haben, unterschätzen den technischen Anspruch dieser VMware-Zertifizierung. Für die VCP-Zertifizierung sollte man die Studienunterlagen für diese Prüfung wirklich durcharbeiten, zudem muss man zwingend an einer Schulung teilnehmen. Darüber hinaus sollte bereits eine gewisse Erfahrung in der Anwendung des VMware-Produkts für den gewählten Technologie-Track vorhanden sein – im Minimum zwischen sechs und zwölf Monaten.

Abbildung 1: VMware Certification Guide für Einsteiger.

Viele Kandidaten, die eine der Pflichtschulungen ohne vorherige praktische Erfahrung besuchen, scheitern an ihrem ersten Versuch, die Zertifizierung zu erwerben. Auf der anderen Seite können Administratoren mit einigen Jahren Erfahrung nach Auswahl der richtigen Schulung schon kurz danach die Prüfung vSphere Foundations ablegen und nur kurze Zeit später schon die VCP-Prüfung für den gewählten Track bestehen.

Auswahl des richtigen Technologie-Tracks

Alle Zertifizierungen von VMware sind in vier Technologie-Tracks erhältlich: Data Center Virtualization (DCV), Desktop and Mobility (DTM), Cloud Management and Automation (CMA) und Network Virtualization (NV).

Hierbei den richtigen Track auszuwählen ist tatsächlich nicht allzu schwierig. Die Auswahl eines Kurses in einem Bereich, in dem man gegenwärtig arbeitet, ist dabei natürlich sinnvoll. Trotzdem möchte man vielleicht auch in einem neuen Bereich Fuß fassen, der einen dann als Kandidaten für eine neue Job-Rolle besonders qualifiziert.

Ist man vSphere-Administrator, so sollte man beispielsweise bevorzugt den Track DCV wählen. Wer virtuelle Desktops verwaltet und mit anderen Client-Produkten arbeitet, für den empfiehlt sich der DTM-Track. Für Administratoren von vRealize Automation und anderen Cloud-Management-Produkten gibt es den DCA-Track. Der NV-Track wiederum eignet sich vor allem für alle Netzwerk-Administratoren mit Spezialisierung auf VMware NSX.

Abbildung 2: Technologie-Tracks der VMware-Zertifizierungen.

Vorbereitung auf den richtigen VMware-Zertifizierungspfad

Seit VMware die Technologie-Tracks für die jeweiligen Zertifizierungspfade eingeführt hat, ist die Teilnahme an mindestens einer Schulung für Kandidaten obligatorisch. Viele Kandidaten für die VCP-Zertifizierung glauben, dass sie an der Schulung Install, Configure, Manage (ICM) für vSphere oder einen anderen Track (etwa Desktop and Mobility, Cloud Automation oder Network Virtualization) teilnehmen müssen.

Das ist aber ausdrücklich nicht der Fall. Es gibt pro VCP-Zertifizierungspfad viele Kurse auf der Webseite von VMware, die die Schulungsanforderung erfüllen. Man muss hierbei auch nicht mit dem ICM-Kurs anfangen, wenn man in dem gewählten spezifischen VMware-Zertifizierungspfad noch ein Neuling ist. Wer beispielsweise Administrator mit mehrjähriger vSphere-Erfahrung ist, der sollte besser an der Schulung vSphere Optimize and Scale oder der Schulung vSPhere Troubleshooting teilnehmen.

Bei alledem gilt: Man sollte möglichst ehrlich und realistisch bleiben, was die Auswahl der richtigen Schulung angeht. Mitunter überschätzen potenzielle Kandidaten ihre Fertigkeiten und meinen, sie wüssten alles und wählen deshalb eine Schulung aus, die oberhalb ihrer Möglichkeiten und ihres Wissens liegt. Bei der Auswahl helfen die Kursvoraussetzungen, die aufgeführt sind, und nach denen man sich richten sollte. Wer sich unsicher ist, kann aber zum Beispiel auch einen Spezialisten bei einem VMware Authorized Training Center zu Rate ziehen.

Für VCAP-Zertifizierungen besteht keine Schulungspflicht. Theoretisch kann man sich also einfach für die Prüfung anmelden und loslegen. Es ist allerdings immer eine gute Idee, sich zunächst in der VMware Learning Zone mit ein bis zwei dort verfügbaren Kursen auf die Prüfung vorzubereiten. Wo VMware Schulungsvideos und Material zur Prüfungsvorbereitung anbietet, ist die Learning Zone als Standard- oder Premium-Abonnement verfügbar.

VMware hat überdies für alle Technologie-Tracks neue Kurse eingeführt. Diese Kurse laufen unter dem Namen Design and Deploy und sind eine Kombination aus Design-Themen mit Design-Fallbeispielen und Deployment-Themen mit Praxisübungen. Für alle vier Tracks gilt, dass die Schulungen fünf Tage dauern. Weitere Informationen bietet die VMware-Webseite myLearn.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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