Mit SAP BusinessObjects Design Studio BI-Dashboards erstellen

WYSIWYG, Eclipse und Co.: SAP BusinessObjects Design Studio bietet verschiedenen Funktionen und Technologien zum Erstellen intuitiver BI-Dashboards.

SAP BusinessObjects Design Studio ist eine Anwendung zur professionellen Entwicklung von Business Intelligence Dashboards sowie weiterer BI-Applikationen. 

SAP BusinessObjects Design Studio war außerdem eine der ersten BI-Applikationen von SAP, die dem Mobile-First-Prinzip folgten. Die Anwendung wird zur Erstellung von SAP-BusinessObjects-Dashboards (früher: Xcelsius) eingesetzt und ist ein weiterentwickelter Nachfolger des SAP Business Explorer (BEx) Web Application Designer. Möglicherweise gibt es auf Seiten von SAP auch Überlegungen, in Zukunft die einzelnen Dashboard-Features aus der SAP BusinessObjects-Plattform miteinander zu verschmelzen.

Eine der interessantesten Funktionen im ursprünglichen Release von SAP BusinessObjects Design Studio bildet der WYSIWYG-Editor (What you see is what you get) zur Erstellung von Dashboards mit pixelgenauer Formatierung und der Möglichkeit, diese in großen Unternehmen einzuführen und anzuwenden.

Aktuelle Version

Aktuell ist SAP BusinessObjects Design Studio in der Version 1.4 verfügbar, die auch Microsoft- und Sybase-Datenbanken unterstützt und über ein integriertes Software Development Kit (SDK) verfügt. Mit dem SDK können zum Beispiel Add-Ons von Graphomate, deren einfache Visualisierungen Unternehmen bei der Entscheidungsfindung unterstützen sollen, in SAP Design Studio eingebunden werden.

Erstmals vorgestellt wurde SAP BusinessObjects Design Studio im November 2012 auf der Sapphire-Now-Konferenz in Madrid. Seitdem hat SAP drei weitere Releases auf den Markt gebracht. Die aktuelle Version 1.4 von Design Studio hat der Softwarekonzern im November 2014 vorgestellt.

Abbildung 1. Der Screenshot zeigt ein Vertriebs-Dashboard, das mit SAP BusinessObjects Design Studio erstellt wurde. In dem benutzerdefinierten Dashboard werden Vertriebskennzahlen und Trendübersichten zum Verkauf angezeigt. Die Beträge können wahlweise in US-Dollar oder in Euro angezeigt werden. Anwender können eine Firma zur Auswahlliste hinzufügen.

Welche Zielgruppe adressiert SAP BusinessObjects Design Studio?

SAP BusinessObjects Design Studio richtet sich in erster Linie an IT-Experten und -Designer, die professionelle Dashboards erstellen, aber auch an Power User. Die Anwendung eignet sich für die Entwicklung groß angelegter Unternehmens-Dashboards. Anders als SAP Lumira handelt es sich beim SAP Design Studio nicht um ein BI-Self-Service-Werkzeug für Business-Analysten.

Stärken und Schwächen

Zu den Stärken des Design Studio gehört die Fähigkeit, Dashboards unternehmensweit einsetzen zu können, sowie das erweiterbare SDK und die gute Zusammenarbeit mit Cascading Style Sheets (CSS). 

Hinzu kommt die Interoperabilität mit weiteren Analyse-Anwendungen von SAP wie SAP BusinessObjects Analysis in der Microsoft-Office-Edition und in der Edition für OLAP. SAP BusinessObjects Design Studio bereitet somit auch den Weg für den mobilen Einsatz von SAP BusinessObjects Analysis in der Microsoft-Office- und OLAP-Edition.

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Wird Design Studio in Verbindung mit der In-Memory-Plattform SAP HANA als Datenquelle genutzt, lassen sich Dashboards mit Kennzahlen in Echtzeit bereitstellen. Laut SAP soll Design Studio in der aktuellen Version mit einer nativen Einsatzmöglichkeit in SAP HANA ausgestattet werden. Das aktuelle Release unterstützt zudem Planungsfunktionen. Diese waren auf der SAP-Idea-Place-Plattform das am meisten nachgefragte Feature für die Anwendung.

Darüber hinaus unterstützt SAP Design Studio die meisten Funktionen des SAP Business Warehouse (SAP BW). Und über die SAP-Design-Studio-Funktion “Edit Initial View” können in einem Dashboard zusätzliche Elemente hinzugefügt werden, ohne zuvor im zentralen semantischer Layer von SAP BusinessObjects, den sogenannten „Universen“, gesonderte Modellierungen vornehmen zu müssen. Nicht zuletzt lässt sich SAP Design Studio auch in die mobilen Business-Intelligence-Apps von SAP gut integrieren.

Ein Nachteil des Design Studios ist, dass SAP es bisher versäumt hat, die Lücken zwischen dieser Anwendung und einigen Funktionen aus dem BEx Web Application Designer und aus Xcelsius zu schließen, den früheren Lösungen von SAP für das Dashboarding. 

Der BEx Web Application Designer zum Beispiel ist seit 1998 am Markt verfügbar und unterstützt die Erstellung von Dashboards für SAP-BW-Datenquellen. Die Dashboarding-Applikation Xcelsius wiederum ist Bestandteil des BI-Lösungsportfolios des Softwareherstellers BusinessObjects, den SAP 2008 übernommen hat.

Darüber hinaus fehlen in Design Studio Funktionen für die Datenübertragung und Berichts-Berichtsschnittstellen (Report-to-Report Interfaces). Zudem sind in die Applikation immer noch nicht alle Komponenten aus Xcelsius integriert worden. Bisher unterstützte Design Studio lediglich mobile Geräte, die mit dem iOS-Betriebssystem von Apple laufen; ab Version 1.3 wird auch Android unterstützt.

Abbildung 2: In diesem Screenshot werden die Design-Features in SAP Design Studio angezeigt sowie der Einsatz eines Graphomate Add-Ons für die Visualisierung.

Was an SAP Design Studio anders ist

SAP Design Studio arbeitet in Form einer Client-Design-Time-Applikation sowohl mit der SAP BusinessObjects-BI-Plattform als auch mit SAP BW zusammen und wird in Zukunft auch eine nativer Bestandteil der SAP-HANA-Plattform sein. Das Dashbord-Werkzeug verfügt zudem über ein User Interface, das an Eclipse erinnert. Bei Eclipse handelt es sich um eine integrierte Entwicklungsumgebung zur Entwicklung von Software verschiedenster Art.

SAP Design Studio ist HTML5-fähig und kann somit auf jedem beliebigen Browser angezeigt werden. Die Dashboard-Anwendung unterstützt, im Gegensatz zu den anderen Dashboard-Tools von SAP, außerdem die Scripting-Sprache. Wer sich mit Scripting nicht auskennt, kann dafür den Scripting Wizard in SAP Design Studio nutzen oder mittels Strg + Leertaste Hilfetexte aufrufen. 

Auf der Webseite des SAP Community Network (SCN) werden im Bereich SAP BusinessObjects Design Studio auch eine Reihe von Scripting-Beispielen aufgezeigt. Design Studio funktioniert ausgezeichnet in Verbindung mit JavaScript und stellt eine Struktur für das Design einer unternehmensweiten Dashboard-Lösung in einem Governance-Modell zur Verfügung.

Empfehlungen

Bevor SAP Design Studio implementiert oder gekauft wird, sollte geprüft werden, ob möglicherweise bereits eine Lizenz für die Anwendung vorhanden ist. Ist die Software zur Datenvisualisierungs-Software SAP BusinessObjects-Dashboards bereits lizensiert, dann stehen die Chancen gut, dass ebenfalls eine Lizenz für SAP Design Studio vorliegt. 

Weitere Informationen zur Preisgestaltung des Design Studios zeigt folgendes SAP-Video:

Für Unternehmen, die noch keine Erfahrung bei der Erstellung von Dashboards mit SAP Design Studio haben, stellt SAP eine Reihe von Lernressourcen zur Verfügung. Dazu zählen kostenfreie BI-Tutorien sowie Design-Tutorien auf der SCN-Webseite. Wer mit dem Gedanken spielt, kostenpflichtige Schulungsangebote in Anspruch zu nehmen, findet entsprechende Angebote im SAP-Schulungs- und Zertifizierungs-Portal

Über die cloudbasierte Lernplattform SAP Learning Hub können Nutzer an einigen Lektionen, die im Schulungsportal angeboten werden, auch kostenfrei teilnehmen. Wie das funktioniert, zeigt ein auf dem SCN-Portal veröffentlichter Beitrag.

Hilfreich für das Arbeiten mit dem SAP Design Studio sind zudem Kenntnisse der Gestaltungssprache Cascading Style Sheets (CSS). Ich zum Beispiel sehe mir die Ergebnisse meiner Arbeit mit CSS zuerst im Texteditor „Notepad++“ an und übernehme diese anschließend im SAP Design Studio. Während des Design-Prozesses einer Dashboard-Anwendung sollten Entwickler auch stets ein JavaScript-Buch zur Hand haben, um Funktionen und Parameter bei Bedarf schnell nachschlagen zu können.

Wer mit dem Aufbau eines Self-Service-Dashboards starten will, sollte seine Power User/ Prüfer mit SAP BusinessObjects Analysis in der Microsoft-Office-Edition beginnen lassen. Von dort ist mit einem Mausklick der direkte Absprung in SAP Design Studio möglich.

Zum Schluss gebe ich noch einige hilfreiche Empfehlungen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) zu SAP Design Studio wider. Das ist nach meinem Wissen eines der wenigen Male, dass eine Anwendergruppe sich voll zu einem Softwareprodukt bekennt.

Abbildung 3: Empfehlungen und Position der DSAG zu SAP Design Studio.

Wer sich bisher noch nicht mit SAP Design Studio beschäftigt hat, dem empfehle ich, im ersten Schritt zunächst einen Proof of Concept (POC) aufzubauen. 

Wer zudem noch nie mit Eclipse als integrierter Entwicklungsumgebung gearbeitet hat, sollte den Anweisungen des Developer Guide, der im SAP-Help-Portal heruntergeladen werden kann, zur Installation des SAP Design Studio SDK folgen. Zur Erstellung von SDK-Erweiterungen wird von SAP der Einsatz der Eclipse-Entwicklungsumgebung explizit empfohlen. Dazu ist zwar eine gewisse Beharrlichkeit erforderlich, die sich aber auf lange Sicht auszahlt.

Über den Autor:
Tammy Powlas ist eine Wirtschaftsprüferin und ein Profi im Bereich Projektmanagement. Sie ist SAP-zertifiziert in 7.0 SAP BW, SEM, FI und CO. Zudem hat sie mehr als 15 Jahre SAP-Erfahrung und ist als Beraterin in diesem Bereich tätig. Momentan arbeitet sie bei Fairfax Water, einem Wasserwerk in Virginia, als Senior Business Analyst.

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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