KVM-Virtualisierung: Das sind die Unterschiede zwischen RHEV und RHEL

Virtualisierung mittels KVM lässt sich mit Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) umsetzen.

Sowohl Red Hat Enterprise Linux als auch Red Hat Enterprise Virtualization bieten inzwischen Virtualisierung mittels KVM. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede in Bezug auf Management, Funktionen und Implementierung.

RHEL für kleine Umgebungen

Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist ein generisches Linux-Serverprodukt, das mit KVM-Virtualisierung arbeitet. Es besteht aus einem Linux-Kernel und eine Reihe von Paketen, darunter Apache Web Server und die Datenbank MySQL, sowie Management-Werkzeugen für KVM. Unter RHEL 6 ist es möglich, einige virtuelle Maschinen (VMs) zu installieren und zu verwalten, aber es liefert weder die höchste Performance noch eine optimale Plattform für KVM-Management. Trotzdem bietet RHEL 6 zumindest in sehr kleinen Umgebungen alles, was Sie für Open-Source-Virtualisierung brauchen.

KVM-Virtualisierung für Unternehmen

Wenn Virtualisierung einen Kernaspekt der IT-Infrastruktur Ihres Unternehmens darstellt, brauchen Sie etwas, das mehr kann, als nur einige wenige VMs verwalten: Unternehmensgerechte KVM-Virtualisierung erfordert einfaches KVM-Management, hohe Verfügbarkeit, optimale Performance und weitere anspruchsvolle Funktionen. Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) schließt den RHEV Manager (RHEV-M) mit ein – eine zentrale KVM-Management-Plattform für physische wie virtuelle Ressourcen.

RHEV-M hilft Ihnen beim Management von VMs und ihrer Disk-Images, von Installations-ISOs, Einstellungen für hohe Verfügbarkeit, VM-Templates und mehr – alles von einem grafischen Web-Interface aus.  Auch zwei Arten von Hypervisoren lassen sich mit RHEV-M steuern. In RHEV enthalten ist ein einfacher Standalone-Hypervisor auf der Grundlage von RHEL und KVM-Virtualisierung zur Verwendung als verwalteter physischer Node. Wenn Sie stattdessen VMs, die unter RHEL laufen, mit RHEV verwalten wollen, können Sie RHEL-Server bei der Konsole von RHEV-M registrieren.

RHEV 3.0 oder RHEL 6?

RHEL ist schlicht ein Linux-Server, der Optionen zur Open-Source-Virtualisierung bietet. Um KVM-Virtualisierung in großen Unternehmensumgebungen zu implementieren, brauchen Sie deshalb RHEV. RHEV 3.0, veröffentlicht 2011, hat einen neu entwickelten Kern und basiert auf Java. Er bietet alle Funktionen wie die Konkurrenz-Angebote für Virtualisierungsplattformen wie etwa VMware oder Citrix Server – und zwar zu einem Bruchteil von deren Preis.

Artikel wurde zuletzt im August 2011 aktualisiert

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