Fotolia

Internet der Dinge und Predictive Analytics als Mobility-Trends der Zukunft

Enterprise Mobility ist längst im Mainstream angekommen. Eines der neuen Zukunftsthemen für MDM-Anbieter heißt nun Internet der Dinge.

Die Nutzung mobiler Endgeräte gehört für die meisten Unternehmen inzwischen zum beruflichen Alltag ihrer Mitarbeiter, auch wenn sich überraschend viele Firmen noch schwer damit tun, entsprechende Smartphones und Tablets auch über spezielle MDM- und EMM-Lösungen (Mobile Device Management, Enterprise Mobility Management) an ihre IT-Abteilungen anzubinden.

Während MDM- und EMM-Produkte in der Unternehmens-IT lange einen Sonderstatus innehatten, bewegen sich Mobility-Produkte inzwischen wieder vermehrt in Richtung klassischer IT – und verlieren damit langsam ihren Nimbus als Spezial-Tools, deren Anschaffung sich nur in ganz bestimmen Fällen lohnt. Diese Entwicklung ist Ausdruck eines ausgereiften Mobility-Marktes, in dem die Produkte der meisten großen Anbieter mittlerweile eine sehr ähnliche Funktionsvielfalt bieten.

Auf der SOTIsync 2016, der zweiten Anwender- und Kundenkonferenz von SOTI, gab der EMM-Anbieter Ende Oktober 2016 in London seinen Kunden und Partnern einen Ausblick auf die zukünftige Unternehmensstrategie und lenkte den Fokus damit auf die kommenden Trends im Mobility-Markt.

Internet der Dinge wird zum Mobility-Thema

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) war als Thema auf der SOTIsync 2016 fast allgegenwärtig, so sprach SOTI-CEO Carl Rodrigues während seiner Keynote von den neuen Geschäftsmöglichkeiten, die miteinander verbundene Maschinen (Machine to Machine, M2M) im Internet der Dinge findigen Unternehmen mittlerweile bieten können. Die mit vielfältigen Informationen angereicherten Datenströme des Internet of Things, so Carl Rodrigues weiter, bedeuten einen Paradigmenwechsel im Mobility-Markt, der damit vor dem Anbruch einer neuen Ära stehe.

EMM-Anbieter stehen damit vor der Herausforderung, über ihre Produkte auch die Integration von IoT-Geräten sicherstellen zu müssen. SOTI hat hierfür im Rahmen der SOTIsync 2016 eine neue IoT-Plattform vorgestellt, mit der sich IoT-Devices mit dem MDM-Tool MobiControl verbinden lassen, um so einerseits Daten aus dem Internet der Dinge sammeln zu können, andererseits über die gewohnten MobiControl-Funktionen aber auch eine Verwaltung der angebundenen IoT-Geräte zu ermöglichen.

Weitere Artikel zum Internet der Dinge:

Sicherheit und Datenschutz im Internet der Dinge.

Das Internet of Things steht gerade erst am Anfang.

Big Data im Internet der Dinge.

Da im Internet der Dinge vor allem Linux die tonangebende Rolle spielt, gehört der Linux-Support laut Carl Rodrigues „zum Kern der IoT-Strategie von SOTI“. Zusammen mit der neuen IoT-Plattform wurde daher auch ein neuer Linux-Agent für MobiControl vorgestellt, der sich gezielt an IoT-Geräte richtet.

IoT-Datenströme in MDM-Produkten analysieren

Alleine das Sammeln der Informationsströme aus dem Internet der Dinge, so SOTI-CMO Roula Vrsic in ihrer Keynote am zweiten Tag der SOTIsync 2016, schöpft das Potenzial aber noch lange nicht aus, das sich durch die Anbindung von IoT-Geräten an SOTI MobiControl ergebe. Demnach gehe es nicht nur um das Sammeln der IoT-Daten, sondern um deren Verwertung: „Intelligent ist nicht das Sammeln an sich, die Intelligenz entsteht vielmehr erst durch das Handeln aufgrund der Daten, durch das Untersuchen und Verarbeiten der Informationsströme.“

Viele Unternehmen würden so zwar IoT-Daten sammeln, diese anschließend aber lediglich für die Fehlersuche oder für die Kontrolle in Echtzeit verwenden. Der wahre Wert dieser Informationssätze liegt ihrer Ansicht nach aber vor allem in Ansätzen wie Predictive Analytics oder Predictive Maintenance. Damit können auf Basis historischer Datenverläufe zukünftige Ereignisse antizipiert werden, was letztendlich zu handfesten Geschäftsvorteilen führen kann.

SOTIs Reaktion auf diese vermeintliche Schwachstelle vieler IoT-Anwender besteht in der Ankündigung neuer Business-Intelligence- und Business-Analytics-Funktionen innerhalb der MobiControl-Plattform. Über diese Dienste soll es SOTI-Kunden dann möglich werden, die über MobiControl gesammelten IoT-Daten direkt ohne Drittanbieterlösung innerhalb von MobiControl zu verarbeiten und auf dieser Grundlage das Verhalten der IoT-Geräte zu automatisieren.

Machine Learning in der Cloud

Während sich Nassar Hussain, Managing Director EMEA bei SOTI, davon überzeut zeigt, dass die Analytics-Kapazitäten der entweder von SOTI selbst gehosteten oder On-Premise von SOTI-Kunden im eigenen Rechenzentrum installierten MobiControl-Plattformen ausreichen, versuchte Andrew Toy, Product Management Director bei Google, während seiner Keynote vor allem die Google-Cloud als zukünftige Plattform für die Verarbeitung von IoT-Daten ins Spiel zu bringen.

Die Google-Cloud, so seine Argumentation, biete einerseits eine wesentlich skalierbarere Infrastruktur für Analytics und Machine Learning, als dies SOTI-Kunden oder SOTI selbst realisieren könnten. Andererseits biete sich so aber vor allem die Möglichkeit, Gerätedaten unternehmensübergreifend miteinander in Verbindung zu setzen. So könne durch den Vergleich der Arbeitsabläufe in einem Unternehmen mit denen anderer Unternehmen ein Mehrwert realisiert werden, wie dies bei isolierten Daten-Containern einzelner Firmen oder Fachabteilungen nicht möglich sei.

Sowohl für Google wie auch für SOTI wird das Internet der Dinge mit all den Sensoren und den daraus resultierenden riesigen Datenmengen also zu einem Informationsüberfluss führen, der eine manuelle Steuerung, Verwaltung und Kontrolle der IoT-Geräte kaum mehr möglich machen wird. So einig sich beide Unternehmen in diesem Trend sind, so unterschiedlich sind die Lösungsansätze: SOTI will Unternehmen mit Predictive Analytics und Automatisierungsfunktionen in MobiControl entlasten, Google dagegen mit Machine Learning aus der Cloud überzeugen. So oder so dürfte das Internet der Dinge damit zu einem der wichtigsten Mobility-Trends der nächsten Monate werden.

Folgen Sie SearchNetworking.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Mobile Management

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close