Installationsanleitung: Mit VMware Player Plus eine Linux-Maschine erstellen

Für viele Zwecke reicht ein einfaches Virtualisierungs-Tool wie VMware Player. So installieren Sie den Hypervisor und erstellen Linux-VMs.

VMware beeindruckt weiterhin mit seinen kostenlosen oder zumindest preisgünstigen Desktop-Hypervisoren wie zum Beispiel VMware Player Plus 6. Mithilfe dieser Software können Sie sehr einfach und schnell existierende virtuelle Maschinen (VM) öffnen und auch neue erstellen. Player ist ein hervorragendes Tool für einfache Virtualisierungsaufgaben. Ich persönlich empfehle es, wenn Sie einen schnörkellosen und einfachen Hypervisor benötigen.

Mit VMware Player Plus positioniert sich VMware auf dem Markt komplett neu. VMware Player Plus zielt hauptsächlich auf die kommerzielle Nutzung als Plattform zur Bereitstellung und Ausführung von Gast-VMs ab. Lizenzierte Versionen sind dabei auch in der Lage, eingeschränkte virtuelle Maschinen zu betreiben, die mit VMware Workstation oder VMware Fusion Professional erstellt wurden.

Es werden sehr oft Vergleiche zwischen VMware Workstation und VMware Player angestellt. Diese beiden Produkte unterscheiden sich allerdings gerade deswegen, weil beide sehr unterschiedliche Einsatzszenarien adressieren. Ein Vergleich zwischen beiden ist also so, als würden Sie eine ausgereifte Textverarbeitung wie zum Beispiel Microsoft Word mit einem einfachen Text-Editor wie Notepad vergleichen. Manchmal brauchen Sie eben jede Menge Änderungsmöglichkeiten und an anderer Stelle wollen Sie etwas einfach schnell und ohne Schnörkel erledigen.

Ich benutze sowohl Workstation als auch Player schon viele Jahre lang und beide Produkte bringen ihre individuellen Stärken mit sich. Für den einfachen Einsatz einer virtuellen Maschine, die nicht für umfangreiche Tests oder Benchmarking eingesetzt wird und sich somit wenig verändert, bevorzuge ich Player. Modifizieren Sie virtuelle Maschinen sehr viel und betreiben damit Benchmarking oder etwas ähnliches, dann ist Workstation wohl geeigneter, weil Sie hier mehr Konfigurationsmöglichkeiten und eine fortgeschrittene Snapshot-Technologie vorfinden.

Es sollte aber darauf hingewiesen werden, dass Player im Vergleich zu Workstation ein sehr einfach zu benutzender und simpler Hypervisor ist. Sieht man sich die Kosten an, ist es in der IT-Welt ein echtes Schnäppchen. Nutzen Sie Player nicht in kommerziellen Umgebungen, dann ist die Software sogar kostenlos.

Ein ideales Einsatzszenario für VMware Player ist damit die nicht-kommerzielle Nutzung, um ältere virtuelle Maschinen laufen zu lassen, die Sie weiterhin benötigen. Zum Beispiel könnten Sie einen alten physischen Computer in eine virtuelle Maschine konvertieren und dann mit VMware Player betreiben. Auf diese Weise werden sie alte und nicht mehr unterstützte Geräte los. Ihre kritischen Daten sind aber weiterhin vorhanden. Gerade für Unternehmen kann das wichtig sein, wenn die Daten aufgrund verschiedener Compliance-Vorgaben längere Zeit aufbewahrt werden müssen.

Hardware-Anforderungen für VMware Player Plus

Die Host-Voraussetzungen, um VMware Player Plus installieren und benutzen zu können, sind minimal. Somit eignet sich die Software auch für den Einsatz auf älteren Maschinen und Test-Umgebungen zu Hause. Hier ist eine kurze Liste mit den Minimal-Anforderungen:

  • Prozessor: 64-Bit x86, 1.3 GHz oder schneller;
  • Arbeitsspeicher: Mindestens ein Gigabyte RAM, zwei Gigabyte empfohlen;
  • Festplatten-Platz: 200 Megabyte für Linux, 250 Megabyte für Windows
  • Netzwerk: ein beliebiger Ethernet-Kontroller, der vom Host-Betriebssystem unterstützt wird;
  • VMware Player lässt sich unter Linux oder Windows installieren.

VMware Player Plus installieren

Leider ist VMware Player nicht so designend, dass sich die Software zusammen mit VMware Workstation installieren lässt. Ich hatte zum Beispiel bereits Workstation 10 auf meinem Rechner und beim Versuch einer Installation von VMware Player 6 forderte mich die Installationsroutine zur Deinstallation von Workstation auf. Sobald Sie das erledigen, ist die Installation von Player allerdings recht unkompliziert, da Sie im Normalfall einfach die Standardoptionen wählen können.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mir die Einfachheit des Player-Fensters schon sehr gut gefällt. Ich habe lediglich vier Optionen zur Verfügung und aus Sicht der Funktionalität sind es genau genommen zwei: „Eine neue virtuelle Maschine erstellen“ und „Eine virtuelle Maschine öffnen“. Im Gegensatz zur Komplexität vieler anderer Anwendungen ist das richtig erfrischend.

Für meinen ersten Test habe ich eine virtuelle Maschine geöffnet, die ich in einer früheren Workstation-Version erstellt hatte und auch mit Workstation 10 benutze. An dieser Stelle gibt es keine Probleme zu vermelden. Die grafische Benutzeroberfläche innerhalb der virtuellen Maschine war reaktionsfreudig und es gab keine Schwierigkeiten.

Abbildung 1: Das openSUSE-Abbild mithilfe von VMware Player Plus 6 installieren.

So erstellen Sie mit VMware Player eine virtuelle Maschine

Für den nächsten Test war die Erstellung einer virtuellen Maschine geplant. Zum Zeitpunkt des Erstellens dieses Artikels war das neue openSUSE 13.1 gerade erschienen. Deswegen habe ich mich für diese Linux-Distribution entschieden und das Installations-Abbild heruntergeladen. Im Anschluss wählte ich das ISO-Image im Installations-Assistenten als Quelle aus.

Das Betriebssystem wurde automatisch erkannt, weswegen ich mich für die Methode „Easy Install“ entschieden habe. Wegen eines Fehlers ist die Installation allerdings zweimal hintereinander gescheitert. Offenbar lag hier ein Problem bei openSUSE vor. Deswegen entschied ich mich für eine andere Linux-Distribution und versuchte die Sache noch einmal.

Abbildung 2: Ubuntu 1310 „Saucy Salamander“ mit VMware Player Plus 6.

In den vergangenen Jahren habe ich immer virtuelle Maschinen mit Ubuntu benutzt, daher wählte ich für den zweiten Versuch die neueste Ubuntu-Version 13.10 „Saucy Salamander“. Für diese Linux-Distribution hat die Methode „Easy Install“ funktioniert. Sie können meine neue VM in Abbildung 2 bestaunen.

Fazit: VMware Player gehört in jede Tool-Sammlung

VMware Player ist sowohl für System-Administratoren als auch für alle anderen experimentierfreudigen Anwender geeignet. Damit lassen sich virtuelle Maschinen testen und Sie können mit verschiedenen Betriebssystemen spielen. Vergessen Sie auch den Vorteil nicht, alte Computer einfach virtualisiert weiterbetreiben zu können. VMware Player sollte daher in keiner Tool-Sammlung fehlen, egal ob IT-Neuling oder alter Hase.

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Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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