Hilfreiche Tipps zum Support-Ende und zur Migration weg von Windows Server 2003

Abwarten ist keine Option: Das Support-Ende von Windows Server 2003 steht unmittelbar bevor. Diese Tipps geben einen ersten Überblick zur Migration.

Im Juli 2015 geht mit dem Supportende für Windows Server 2003 eine Ära endgültig zu Ende. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels sind es damit nur noch wenige Monate bis zum Ende der Unterstützung durch Microsoft für das über ein Jahrzehnt alte Serversystem.

Fraglos konnten Sie schon viele Monate vor dem Termin aus zahlreichen Publikumstiteln, Internetdiskussionen und sogar Fernsehberichten entnehmen, was das Supportende für Windows XP im April 2014 für die hunderte Millionen Nutzer des Systems bedeutete

Über den großen Bruder Windows Server 2003 und dessen Support-Ende liest man dagegen derzeit nur wenig – was neben der weniger öffentlichkeitswirksamen Zielgruppe und installierten Basis vor allem auch damit zu tun hat, dass diese soliden Servermaschinen üblicherweise tadellos im Dauerbetrieb laufen. Das Betriebssystem ist äußerst robust, bis heute gibt es eine vergleichsweise überschaubare Anzahl kritischer Updates, und auch die Software, die auf diesen Servermaschinen betrieben wird, ist meist ausentwickelt und versieht zur besten Zufriedenheit ihrer Betreiber tagein, tagaus ohne Murren und Knurren den Dienst.

Und dennoch ist die Bedrohung durch das Ende des Supports für Windows Server 2003 real. Wegschauen ist zwecklos, am Ende wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als dem alten Freund Lebewohl zu sagen und Ihre Server zu migrieren. 

Aber Sie befinden sich in guter Gesellschaft, denn weltweit werden entsprechende Migrationen in diesen Wochen geplant und durchgeführt. Wenn Sie diesen Schritt angehen, sollten Sie einige Leitlinien berücksichtigen. Diese können Ihnen helfen, Ihr Anliegen zu planen und vor allem den richtigen Ansatzpunkt für die Migration Ihrer Infrastruktur zu finden.

Migration mit Konsolidierung durch Virtualisierung und Cloud-Optionen

Welche Ihrer Server eignen sich für welche Migrationsstrategie? Um diese Frage beantworten zu können, wird Ihnen eine Sichtung der verschiedenen Aspekte Ihrer bisherigen Lösungen nicht erspart bleiben. Denn zu den potentiellen Angriffsflächen und dem Bedrohungsprofilen, die es bei der Planung Ihrer Migration zu berücksichtigen gilt, kommen weitere Abhängigkeiten hinzu, beispielsweise Workloads, Server-Cluster oder Software-Kompatibilitäten.

Stellen Sie sich daher zuerst die folgenden Fragen:

Benötigen Sie zusätzliche Hardware?
Die aktuellen Windows Server 2012 und 2012 R2 sind anspruchsvoller als Windows Server 2003 – wenn auch nicht so erheblich, wie man annehmen könnte. Allerdings sind die unterstützten Plattformen unterschiedlich. Also sollten diejenigen Ihrer Server, deren Hardwareplattform für eine Migration tauglich ist, ganz oben auf Ihrer Liste stehen. Auch unzureichender Speicherplatz auf Bestandssystemen kann eine Hürde darstellen.

Möchten Sie Server konsolidieren?
Als Windows Server 2003 erschien, war Virtualisierung noch kein massentaugliches Thema. Falls Sie mehrere Windows Server 2003 mit jeweils nur geringer oder mittelmäßiger Auslastung betreiben (z. B. Dateiserver, Druckserver oder lastverteilte Dateisysteme), können Sie Konsolidierungsraten von 4:1 oder 5:1 realistisch erreichen, indem Sie diese Aufgaben an virtuelle Maschinen vergeben, die auf einem leistungsstarken Windows Server 2012 R2 ihren Dienst verrichten. Dieses Vorgehen kann bedeutsame Einsparungen bei Hardwarebeschaffung und Betriebskosten mit sich bringen.

Wollen Sie mit Ihren Workloads in die Cloud?
Falls Sie aber beispielsweise Exchange Server 2003 betreiben, könnten Sie auch Serverkosten sparen und Kopfschmerzen Ihrer Administratoren mildern, indem Sie zu einem gehosteten Exchange-Dienst wie Microsoft Office 365 wechseln. Gleichzeitig werden Sie damit das schon bald nicht mehr unterstützte Betriebssystem für den Server los. Ebenso können Web-Scale-Plattformen als Alternative zur Cloud-Migration dienen.

Was tun bei unvermeidbaren Softwareabhängigkeiten?

Vergessen wir nicht die diversen Zwangslagen, in denen sich viele Unternehmen insbesondere im Bereich der Schwerindustrie befinden. Oftmals verfügen sie über Hardware, die teure Maschinen wie CNC-Fräsen oder Speziallösungen steuern, aber auf nur dem Maschinenhersteller zugänglichen Betriebssystemen basieren. 

Nicht alle dieser Hersteller sorgen sich noch um ältere Maschinen aus ihrem Hause, oder sind überhaupt noch am Markt. Bei solchen Servern stellt es sich als Ihre primäre Aufgabe dar, die Bedrohungslage durch die Isolierung vom Internetzugang zu entschärfen.

Meist reicht es dafür aus, die Maschine – sei es virtuell oder physisch – einfach vom Netzwerk abzuklemmen. Damit sind bereits 90 Prozent der Angriffsfläche abgedeckt, denn es ist damit schlicht unmöglich, aus dem Internet bösartige Software auf die Maschine zu übertragen, oder diese über Probleme im Firmennetzwerk zu gefährden. Natürlich erhöht diese Maßnahme den Administrationsaufwand, doch Preis und Leistung stehen hier in einem ausgewogenen Verhältnis.

Neuere Windows Server nur mit 64-Bit-Unterstützung

Auch wenn Windows Server 2003 bereits mehr als ein Jahrzehnt alt ist, ist es doch bis 2006 die Windows-Server-Plattform der Wahl für neue Servermaschinen gewesen. Gleichzeitig ist es eine der letzten Versionen, die 32-Bit-Hardware unterstützten. Wenn Sie also planen, im Jahr 2005 oder 2006 gekaufte Hardware auf Basis neuerer Versionen von Windows Server mit leichteren Arbeiten zu befassen, könnten Sie damit Probleme bekommen.

Denn Windows Server 2008 R2 und Folgeversionen, einschließlich Windows Server 2012 R2 und R2, unterstützen ausschließlich 64-Bit-Hardware. Glückwunsch zu dem Entschluss, die Lebensdauer betagter Hardware zu verlängern. Allerdings sollten Sie im Fall von 32-Bit-Hardware tatsächlich einen anderen Ansatz wählen: Vielleicht Windows Server 2008 (die Originalversion ohne „R2“) oder Linux, um nur zwei Optionen zu nennen.

Oder aber Sie beißen in den sauren Apfel und kaufen tatsächlich neue Hardware. Die ist möglicherweise gar nicht so teuer, wie Sie denken – erst recht, wenn Sie mehrere bisherige Server, wie oben beschrieben, zukünftig auf einer einzigen Maschine konsolidieren können.

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