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Funktionsprinzip und Grenzen des App-Layerings mit Citrix AppDisk

Bei der Desktop-Virtualisierung soll App-Layering die Verwaltung von Anwendungen und Master Images vereinfachen. Citrix bietet hierfür AppDisk.

Citrix AppDisk ist eine Technologie zum App-Layering, die mit XenApp/XenDesktop 7.8 eingeführt wurde und IT-Administratoren die Möglichkeit gibt, Anwendungen unabhängig von Master Images zu verpacken und bereitzustellen.

Damit hilft AppDisk einige der Herausforderungen zu meistern, die üblicherweise mit der Verwaltung komplexer Applikations-Deployments einhergehen, beispielsweise das Erstellen multipler Master Images, mit denen sonst unterschiedliche Geschäftsabteilungen mit ihren spezifischen Anforderungen versorgt werden.

Typischerweise enthält jedes Image ein Betriebssystem und die verschiedenen Anwendungen, die Benutzer, Benutzergruppen oder ganze Fachbereiche für ihre individuellen Anforderungen benötigen. Je größer und komplexer XenDesktop-/XenApp-Deployments werden, umso größer wird dann auch die Anzahl der benötigten Images und damit auch der damit verbundene Wartungsaufwand.

Die grundlegende Idee hinter Citrix AppDisk

Mit AppDisk entfällt die Notwendigkeit, viele verschiedene Master Images zu erstellen, bereitzustellen und aktuell zu halten. Anstatt Applikationen zusammen mit dem Betriebssystem auf dem Image zu installieren, können IT-Abteilungen diese Anwendungen separat verpacken und dann in eigenen AppDisks bereitstellen. Citrix AppDisk nutzt hierfür, je nach verwendetem Hypervisor, entweder das VHD- oder VMDK-Dateiformat (Virtual Hard Disk und Virtual Machine Disk File), unterstützt werden bislang Citrix XenServer und VMware ESXi.

Die virtuellen Disks, auf denen die Applikationen liegen, verhalten sich dann wie eine unabhänginge Storage-Schicht, die dem Master Image angehängt werden, wenn eine XenDesktop-/XenApp-Sitzung aufgebaut wird. Kontrolliert wird dieser Vorgang des Anhängens vom Hypervisor. Aus Nutzersicht verhalten sich die Anwendungen aber genauso, als wären sie direkt mit dem Master Image bereitgestellt worden.

AppDisk-Anwendungen können auch miteinander kommunizieren, um wie auch lokal installierte Anwendungen übliche Interaktionsprozesse durchführen zu können. Das unterscheidet Citrix AppDisk von anderen App-Virtualisierungs-P

lattformen wie beispielsweise Microsoft App-V, bei denen die Anwendungen meist voneinander isoliert werden. Gleichzeitig bleiben die AppDisk-Applikationen aber natürlich unabhängig vom Master Image, wodurch sie leichter zu implementieren und zu verwalten sind.

Um AppDisks bereitzustellen, können Administratoren sowohl die Citrix Provisioning Services als auch die Citrix Machine Creation Services verwenden. Das Aufsetzen eines AppDisk-Laufwerks funktioniert in wenigen einfachen Schritten. Zunächst muss ein AppDisk-Image erstellt werden, auf dem anschließend die gewünschten Anwendungen installiert werden. Im nächsten Schritt wird das Image versiegelt. Zu guter Letzt wird das AppDisk-Image einer Delivery Group zugeordnet, wodurch der Zugang zu den Applikationen kontrolliert wird.

Grenzen und Beschränkungen von AppDisk

Citrix AppDisk ist erst ab XenDesktop/XenApp 7.8 und neuer enthalten. Citrix-Kunden können AppDisk damit bisher auch nicht als Einzelprodukt kaufen oder in früheren Versionen nutzen. IT-Abteilungen können ein AppDisk-Laufwerk nur während des Bootens an eine virtuelle Maschine anhängen, aber nicht mehr, wenn diese bereits läuft.

Zudem funktioniert AppDisk bisher lediglich mit Windows-basierten virtuellen Maschinen, aber nicht mit Linux. Allerdings lässt sich ein AppDisk-Laufwerk unterschiedlichen Master Images anhängen, auch wenn diese unterschiedliche Windows-Versionen (Server oder Desktop) verwenden.

Es gibt aber ein paar Dinge, die zu beachten sind. Die Windows-Umgebungen müssen zum Beispiel alle die gleiche Bit-Größe nutzen, also entweder 32- oder 64-Bit, zudem müssen alle Anwendungen innerhalb einer AppDisk die gleiche Windows-Version unterstützen, der die AppDisk zugeordnet werden soll.

IT-Abteilungen können zwar auswählen, welche Windows-Version einer AppDisk zugrunde liegen soll, aber die Zuordnung einer AppDisk an ein Master Image mit einer früheren Windows-Version kann zu Kompatibilitätsproblemen führen. AppDisk-Applikationen auf Basis von Windows 10 könnten also mit Master Images auf Basis von Windows 7 Probleme verursachen.

Es gibt zwar kein festgesetztes Limit für die maximale Anzahl an AppDisks, die einer einzigen VM angehängt werden können, grundlegend sollte man sich dabei aber zum Beispiel an Hypervisor-Beschränkungen halten. Citrix zum Beispiel empfiehlt auch, oft zusammen verwendete Anwendungen über eine AppDisk bereitzustellen, um die Anzahl der insgesamt genutzten AppDisk-Layer zu minimieren.

Nicht jede Anwendung profitiert von App-Layering

Citrix vermarktet AppDisk selten, ohne dabei gleichzeitig auf AppDNA zu verweisen, eine Funktion in XenDesktop/XenApp Platinum, die Kompatibilitätsprobleme aufspürt und wenn möglich auch gleich löst. Wenn AppDNA selbst die Kompatibilitätsprobleme nicht lösen kann, dann erhalten Administratoren zumindest eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das hierfür nötige Vorgehen.

Die Integration von AppDNA in AppDisk ist eines der Features, die das Citrix-Produkt gegenüber anderen App-Layering-Produkten auszeichnet. Bei den übrigen Funktionen liegt Citrix durchaus gleich auf mitkonkurrierenden Anbietern wie beispielsweise VMware mit App Volumes. Das Problem dabei ist nur, dass sich viele Unternehmen die Mehrausgaben für die Platinum-Edition von XenDesktop/XenApp nicht leisten wollen.

Eine der größten Herausforderungen im Umgang mit AppDisk ist das Updaten der Anwendungen. AppDisks sind nur im Lesemodus und versiegelt vorhanden. Um eine Applikation zu aktualisieren, müssen IT-Abteilung das gesamte AppDisk-Image klonen, die gewünschten Updates durchführen und dann eine neue AppDisk bereitstellen – die aber wiederum nicht auf die virtuellen Desktops der Nutzer angewendet wird, bis diese ihre Desktops neu starten.

Zudem eignen sich bei Weiterm nicht alle Anwendungen für diese Art App-Layering. Jede Applikation, deren Treiber vor den AppDisk-Treibern geladen werden müssen, beispielsweise im Fall von Antiviren-Software, muss also nach wie vor auf dem Basis-Image installiert werden. Citrix AppDisk unterstützt derzeit auch weder Microsoft Hyper-V noch den neuen, Citrix-zertifizierten Acropolis-Hypervisor von Nutanix. Da AppDisks nur im Lesemodus vorliegen, können sie auch keine Profildaten der Nutzer speichern.

Bevor Unternehmen zu Citrix AppDisk greifen, sollten sie einen genauen Blick darauf werfen, ob App-Layering bestehende VDI-Probleme (Virtual Desktop Infrastructure) lösen kann. Wenn App-Layering beispielsweise die Anzahl verwendeter Master Images gar nicht wirklich verringern kann, dann ist der Aufwand für die Implementierung einer neuer Technologie wohl kaum gerechtfertigt. App-Layering kann in bestimmten Situationen eine äußerst nützliche Technologie sein, das macht sie aber noch lange nicht zur Lösung aller Probleme beim Management virtueller Anwendungen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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