Fünf Trends bei ECM: Cloud Computing, Fusionen und Kundenakzeptanz

Der Bedarf an ECM-Lösungen für mobile Geräte steigt. Auch Cloud-Apps und soziale Medien werden in Firmen immer wichtiger. Wir nennen fünf ECM-Trends.

Der Markt für Enterprise Content Management (ECM) wächst. In Deutschland werden laut BITKOM im Jahr 2014 voraussichtlich 1,7 Milliarden Euro mit entsprechenden Anwendungen sowie Services umgesetzt. Das entspricht einer Steigerung von über sechs Prozent im Vergleich zu 2013. Mit ECM-Lösungen wollen Unternehmen vor allem die steigende Datenflut in den Griff bekommen und Dokumente unabhängig vom Ort zugänglich machen. Daher steigt der Bedarf an ECM-Lösungen für Smartphones und Tablets. Gleichzeitig werden Cloud-Anwendungen und die Nutzung sozialer Medien in Unternehmen immer wichtiger.

Cloud Computing auch in großen Unternehmen

Wenig überraschend nutzen immer mehr Unternehmen Anwendungen aus der Cloud. Schließlich ist es in vielen Anwendungs-Szenarien verlockend, den Betrieb interner Infrastruktur zugunsten einer flexiblen und skalierbaren IT aufzugeben, die auf gehosteten Services aus dem Internet basiert. Doch vor allem große Unternehmen zögern aus Gründen des Datenschutzes, wichtige Anwendungen in die Cloud auszulagern. Diese Sicherheitsbedenken sind durchaus legitim.

In diesem Jahr werden sich aber die Schwerpunkte verschieben, da Firmen wie Box.net und Dropbox ihre Funktionen zur Datenspeicherung, Verwaltung und zum Lifecycle-Management für Unternehmen einfacher und zuverlässiger gestaltet haben. Daher ist in den letzten Jahren auch die Anzahl der Unternehmen gestiegen, die Web-Speicherplatz und andere Dienste aus der Cloud nutzen. Traditionell sind es vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die Software as a Service (SaaS) beziehen. Das Jahr 2014 wird hier einen Wendepunkt darstellen, da auch größere Unternehmen verstärkt Cloud-basierte ECM-Tools einsetzen.

Fusionen und Übernahmen

Vorhersagen über künftige Akquisitionen und Konsolidierungen auf dem ECM-Markt sind naturgemäß unsicher. Eines aber ist klar: Im Bereich des Enterprise Content Managements geht es im Gegensatz zu jungen Technologie-Märkten bei Übernahmen und Fusionen weniger um einen größeren Marktanteil, sondern mehr um Funktionserweiterungen für bestehende ECM-Lösungen.

Denn nur wenige der etablierten ECM-Technologien (z.B. Documentum, Opentext und Hewlett-Packards Autonomy) haben sich in großem Maßstab weiterentwickelt. Die Anbieter haben bei Updates kaum an den Funktionen geschraubt, daher blieben weitgehend unverändert. Es fehlen der Glanz von Neuheiten wie in der Start Up-Szene und die Interaktivität, die man mit der relativ neuen Generation von Technologien wie Carbonite (Sync), LogMeIn (Cubby) und Huddle verbindet.

Ich denke, in diesem Jahr werden die größten Anbieter von ECM-Software ihren Ansatz der organischen Entwicklung aufgeben und versuchen, über den Kauf von aufstrebenden jüngeren Unternehmen zu wachsen. Wer hier wen kauft, ist schwer vorherzusagen. Die alte Garde der ECM-Anbieter muss aber versuchen, mehr Relevanz zu kaufen, während jüngere Unternehmen allein aus Wettbewerbsdruck versuchen sollte, bei den etablierten Anbietern Unterschlupf zu finden.

Upgrades und Kundenakzeptanz

Der Erfolg jeder Veränderung hängt von deren Akzeptanz ab; Kunden nehmen Veränderungen nur an, wenn sie diese als wertvoll erachten. Bislang haben viele Unternehmen, die traditionelle ECM-Software installiert haben, sich mit Upgrades zurückgehalten; in diesem Jahr wird sich das ändern. 

Denn auch ECM wird von den Trends Social, Cloud und Mobile bestimmt. Etablierte ECM-Anbieter müssen diese Konzepte in ihre Werkzeuge integrieren, während neue Anbieter auf den Markt drängen und Marktanteile gewinnen. Angesichts des „Upgrade-Staus“ geht es für die Anwender-Unternehmen darum, die Balance zwischen Stabilität, Reife und neuen Funktionen zu finden – dies ist auch ausschlaggebend dafür, ob sie neue ECM-Technologien annehmen.

Hier gibt es zwei Gruppen von Firmen. Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die sich nicht von bestehender ECM-Software trennen wollen und diese aktualisieren. Sie investieren eine beträchtliche Summe in neue Lizenzen, neue Hardware und organisatorische Veränderungen, die mit dem Update bestehender Software verbunden sind.

Auf der anderen Seite steht eine völlig neue Gruppe von Unternehmen, die aus strategischen Gründen ECM-Software mit neuesten Technologien einsetzt, entweder parallel zur oder als Ersatz der bestehenden ECM-Software. Da das Gros dieser neuen Optionen der ECM-Software auf Cloud-Lösungen basiert, ist diese Prognose ergänzend zur obigen Einschätzung zum allgemeinen Einsatz von Cloud-Lösungen zu sehen. Das Endergebnis wird letztlich eine neue Grundtendenz für den ECM-Markt aufzeigen.

Hoher Reifegrad der Funktionen

Ein weiterer Trend steht in leichtem Widerspruch zur Vorhersage bei den Firmen-Übernahmen und Fusionen. Im Unterschied zu 2012 und 2013 wird es in diesem Jahr keine großen Veränderungen bei der Funktionalität von ECM-Software geben.

Die Funktionen traditioneller ECM-Software sind allgemein bekannt. Dazu gehören beispielsweise  Check-in, Check-out, Versionierung, Management des gesamten Lebenszyklus oder Workflows. In den letzten Jahren hat sich aber die Art und Weise verändert, wie Inhalte erstellt und gespeichert werden. Dies zeigt sich beispielsweise in der zunehmenden Bedeutung von sozialen Netzwerken mit vielen Diskussionen rund um Inhalte, der weit verbreiteten Zusammenarbeit beim Erstellen von Texten (z.B. synchrones Arbeiten mit Google Docs) oder der Verwaltung und Aufbewahrung von Inhalten (Kombination aus lokalem Speicher und Synchronisation mit einem zentralen Speicher wie bei Microsoft OneDrive). Auch für diese neueren Funktionen gibt es verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Technologien.

Keine umwälzenden Veränderungen im Jahr 2014

Im Jahr 2014 sehen wir keine grundlegenden Veränderungen auf dem ECM-Markt, da alle Prognosen über neue Entwicklungen auf realen Trends basieren, deren Ursprung zwei oder drei Jahre zurückliegen. Unternehmen nehmen diese Entwicklungen an, integrieren Social Media-Funktionen und testen Cloud-Lösungen. Sie stabilisieren und konsolidieren ihre ECM-Umgebung und bereiten sich so auf den Wandel der kommenden Jahre vor. Die Herausforderungen entstehen dabei meist bei der Implementierung und Migration der neuen Funktionen.

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