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Die wichtigsten Neuerungen in vSphere 6.5 für VMware HA und vSphere DRS

Viele Neuerungen in vSphere 6.5 betreffen VMware High Availability und vSphere DRS. Damit soll vor allem die Verwaltung einfacher werden.

Mit der jüngsten vSphere-Version konzentriert sich VMware vor allem auf Verbesserungen der Nutzererfahrung sowie der Sicherheit, letzteres wird über neue Security-Funktionen adressiert. Darüber hinaus gibt es mit vSphere 6.5 aber auch einige neue Funktionen bei High Availability, Distributed Resource Scheduler und VVOLs.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf diese Neuerungen und zeigen, welche Vorteile sie für vSphere-Administratoren bedeuten.

Facelifting für VMware High Availability

VMware hat zusammen mit vSphere 6.5 eine neue Hardwareversion virtueller Maschinen veröffentlicht, Version 13, mit der die Maximalkonfiguration an virtuellen Maschinen angehoben wird und neue Funktionen wie Secure Boot eingeführt werden.

vSphere 6.5 bringt Administratoren auch eine verbesserte Version von VMware High Availability (HA), die VMware jetzt nur noch vSphere Availability nennt. VMware hat dabei auch die Arbeitsweise verbessert und beispielsweise die Failover-Kapazität mit den tolerierbaren Host-Ausfällen der Zugangssteuerung (Admission Control) verknüpft. Wenn beispielsweise in einem Cluster mit vier Knoten die Anzahl tolerierbarer Host-Ausfälle auf 2 gesetzt wird, legt vSphere jetzt die Failover-Kapazität automatisch mit 50 Prozent fest. Bei einem tolerierbaren Host-Ausfall von nur einem Host entsprechend auf 25 Prozent. Diese Einstellung kann von Admins allerdings überschrieben werden.

Zusätzlich hat VMware aber auch Änderungen an der Richtlinie zur Zugangssteuerung vorgenommen, die sich jetzt standardmäßig am Prozentsatz der Cluster-Ressourcen orientiert, und nicht mehr an Slots. Dies ist eine große Verbesserung, weil es in manchen Situationen schwer sein kann, Slot-Richtlinien auf Basis angeschalteter virtueller Maschinen zu berechnen. Da diese Einstellungen jetzt standardmäßig konfiguriert werden, wenn die Anzahl der Hosts im Cluster erhöht oder gesenkt wird, wird auch die Failover-Kapazität automatisch den Cluster-Ressourcen angepasst.

Bisher hat VMware HA virtuelle Maschinen nach einem Host-Ausfall in beliebiger Reihenfolge ohne Rücksicht auf gegenseitige Abhängigkeiten neu gestartet. Für Multi-Tier-Applikationen oder für Active-Directory-Authentifizierungs- und Domain-Name-Systeme (DNS) ist es aber natürlich äußerst ungünstig, wenn das virtuelle Data Center nicht als erstes hochgefahren wird. HA Orchestrated Restarts ist eine neue Funktion, mit der sich die Startreihenfolge virtueller Maschinen vorgeben lässt. So kann beispielsweise zuerst ein Datenbankserver, dann der Anwendungsserver und schließlich die Webanwendung hochgefahren werden.

Neuerungen für VMware DRS in vSphere 6.5

Eine der neuen Funktionen in vSphere 6.5 hört auf den etwas missverständlichen Namen Proactive HA. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein neues Feature für VMware HA, sondern vielmehr um eine DRS-Funktion (Distributed Resource Scheduler), die VMs von einem Host abzieht, sobald er von Management-Tools wie Dell OpenManage oder HPE Systems Insight Manager herabgestuft wurde.

Sobald dies geschieht, wird der Host von Proactive HA in den Quarantäne-Modus versetzt, wodurch DRS virtuelle Maschinen von ihm abziehen wird, wenn dadurch die Leistung des gesamten Clusters nicht beeinträchtigt und auch keine DRS-Regel verletzt wird. Im Quarantäne-Modus werden auch keine weiteren virtuellen Maschinen mehr auf dem Host gestartet oder dorthin migriert, es sei denn im Cluster sind zu wenig freie Ressourcen verfügbar. Anders als im Wartungsmodus, in dem ein Host nicht mehr verwendet werden kann, können im Quarantäne-Modus noch immer virtuelle Maschinen ausgeführt werden.

Mit vSphere 6.5 hat VMware aber auch Verbesserungen direkt an DRS vorgenommen, so wurden beispielsweise neue Optionen zum Rebalancing eines Clusters eingeführt, etwa das Over-Commitment von CPU-Ressourcen. DRS bezieht jetzt zudem auch die Netzwerkauslastung mit ein, wenn virtuelle Maschinen per vMotion zwischen Hosts verschoben werden sollen.

Predictive DRS ist eine weitere neue Funktion in vSphere 6.5, die allerdings erst offiziell unterstützt werden wird, wenn VMware die nächste Version von vRealize Operations (vROps) veröffentlicht. vROps wird dann historische Daten sammeln, beispielsweise CPU- und Speicherauslastung, und aufgrund dieser Daten und einer Analytics-Engine Trendaussagen machen können, ob eine virtuelle Maschine besser auf einen anderen Host migriert werden sollte. Damit soll es laut VMware möglich sein, schon bis zu 60 Minuten im Voraus virtuelle Maschinen zu migrieren, bevor dies später tatsächlich nötig wäre.

Damit verspricht Predictive DRS vor allem bei zyklischen Workloads von Vorteil zu sein, bei denen vROps sehr präzise vorhersagen kann, was passiert. Beispielsweise also wenn ein SQL Server am Ende des Monats mit einer hohen Auslastung zu kämpfen hat, weil die regelmäßig anzufertigenden Berichte fällig werden.

Storage-Neuerungen in vSphere 6.5

Mit vSphere 6.5 wurde VMware Virtual Volumes (VVOL) jetzt auch die Möglichkeit zur Replikation spendiert, entweder pro Objekt oder pro Replikationsgruppe. Zudem wurde vStorage API for Storage Awareness (VASA) mit vSphere 6.5 auf Version 3 aktualisiert, was eine bessere Integration von Storage Policy-based Management ermöglicht.

Es sieht zudem danach aus, als würde vSphere 6.5 auch eine neue Version des Virtual Machine File System (VMFS) enthalten, das 4 KB Native Drives (4Kn) im 512-Modus unterstützt. Die aktuelle Implementierung emuliert 512-Sektoren allerdings lediglich auf einem 4Kn-Laufwerk, was keinem vollwertigen 4Kn entspricht. VMFS 6 enthält die Funktion Automatic Space Reclamation, die UNMAP-Befehle der vStorage APIs for Array Integration (VAAI) nutzen. VMware hatte diese Funktion ursprünglich schon mit vSphere 5 integriert, damit aber so viele Kundenprobleme verursacht, dass die Funktionalität mit Version 5 Patch 2 wieder entfernt wurde.

VAAI UNMAP ermöglicht die Nutzbarmachung freier Kapazitäten auf einem Storage-Array, sobald eine virtuelle Maschine von einem Thin-Provisioned LUN gelöscht wurde. Bisher musste hierfür der UNMAP-Befehl verwendet werden, jetzt ist die Funktion in der Benutzeroberfläche integriert und kann an- oder abgeschaltet werden. Das neue Tool macht dabei auch Blöcke wieder nutzbar, die innerhalb der vergangenen zwölf Stunden gelöscht wurden.

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