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Die fünf wichtigsten Faktoren bei der Tool-Auswahl zum User Profile Management

Das User Profile Management erleichtert die Verwaltung virtueller Desktops. Diese fünf Faktoren sollten bei der Auswahl eines Tools beachtet werden.

Das User Profile Management hilft IT-Abteilungen dabei, in VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) persistente Nutzerprofile bereitzustellen, selbst wenn nicht-persistente virtuelle Desktops verwendet werden. Viele VDI-Admins haben aber ein Problem damit, das für sie am besten geeignete Tool zur Verwaltung der Nutzerprofile zu finden.

Über das User Profile Management können persönliche Daten wie Lesezeichen, Browser-Verlauf, Hintergrundbilder, Dokumente, Bilder oder auch Systemeinstellungen zentral verwaltet und beim Hochfahren eines non-persistenten Desktops dem jeweiligen Nutzer ausgeliefert werden.

Viele Anbieter von VDI-Lösungen bieten integrierte Tools zu Verwaltung von Nutzerprofilen an. Citrix bietet beispielsweise User Profile Management mit XenDesktop/XenApp oder VMware den User Environment Manager im Rahmen von Horizon Enterprise.

Viele Unternehmen benötigen aber mehr Funktionen, als sie die eingebauten Tools liefern können. Die folgenden fünf Funktionen sollten gute Tools zum User Profile Management in jedem Fall bieten.

Gute Benutzererfahrung

Eine effiziente und effektive Auslieferung von Nutzerprofilen ist für den Erfolg einer VDI-Bereitstellung unerlässlich. Wenn Anwender beispielsweise ewig vor Log-in- oder Log-out-Bildschirmen sitzen, nur weil die nötigen Profildaten geladen oder gespeichert werden müssen, dann wird das unweigerlich eine große Frustration nach sich ziehen. Wenn die Nutzerprofile vielleicht sogar gar nicht verfügbar sind, wenn sie gebraucht werden, ist entsprechend auch die Produktivität geringer, manche Aufgaben können ohne Profildaten vielleicht auch überhaupt nicht erledigt werden.

Gerade der Log-in ist besonders kritisch, wenn VDI-Anwender auf das Laden ihrer Profildaten warten müssen. Dieser Prozess ist umso schlimmer, je mehr Mitarbeiter sich gleichzeitig anmelden, was sich im schlimmsten Fall zu Boot-Storms auswachsen kann.

Persistente Profildaten, die beim Log-out erst noch gespeichert werden müssen, beeinträchtigen die Benutzererfahrung mindestens genauso stark. Viele Tools zum User Profile Management geben Anwendern daher die Möglichkeit, auszuwählen, welche Daten wann und wie oft gespeichert werden sollen. AppiXoft Scense Live Profiles beispielsweise speichert Profildaten in mehreren kleinen Paketen, die nur dann übertragen werden, wenn es unbedingt notwendig ist – etwa beim Starten oder Beenden von Anwendungen.

Kontextbezogene Personalisierung

Vor allem VDI-Anwender sind meist ständig in Bewegung und erwarten, dass ihre Profile bei jedem Wechsel des Endgerätes problemlos zur Verfügung stehen. Für viele ist es mittlerweile selbstverständlich, unabhängig von Gerät oder Ort mit ihrer gewohnten Arbeitsumgebung interagieren zu können. Die meisten Tools zum User Profile Management unterstützen daher kontextbezogene Richtlinien, mit denen sich die Übertragbarkeit der Nutzerprofile sicherstellen lässt.

AppSense Environment Manager etwa bietet kontextbezogene Einstellungsmöglichkeiten, mit denen sich genau diese Portabilität der Nutzerdaten über Endgeräte hinweg realisieren lässt. Administratoren können dabei festlegen, wo und wie sich Anwender mit ihren virtuellen Desktops verbinden können. Somit können beim An- und Abmelden unterschiedlichste Profildaten geladen werden.

VMware User Environment Manager unterstützt ebenfalls kontextbezogene Richtlinien und kann Nutzereinstellungen in gleicher Weise unterschiedlichen Endgeräten an beliebigen Orten zuweisen. Auch RES ONE Workspace verfügt über die Möglichkeit, Variablen wie Ort, Endgerät oder Verbindungstyp in seine kontextbezogenen Regeln einfließen zu lassen, genauso erkennt Liquidware Labs ProfileUnity wann, wo und wie sich ein Anwender anmeldet und liefert entsprechend die gewünschten Ressourcen aus.

Unterstützung für unterschiedliche VDI-Plattformen

Bei der Auswahl geeigneter Tools zur Profilverwaltung müssen Admins vor allem auch die unterschiedlichen Technologien zur Desktop-Virtualisierung beachten, die sie jetzt oder vielleicht auch in der Zukunft verwenden. Das gewünschte Tool sollte dann natürlich auch die entsprechenden VDI-Produkte unterstützen.

Zum Glück kommen die meisten modernen Werkzeuge zum User Profile Management gut mit den wechselnden Anforderungen heutiger IT-Abteilungen klar. ProfileUnity beispielsweise funktioniert mit jedem Windows-Desktop- oder Serverbetriebssystem und unterstützt unterschiedliche Virtualisierungs-Spielarten wie VDI oder RDSH (Remote Desktop Session Host) genauso wie das Streamen von Anwendungen oder das App Layering. Das Tool lässt sich zudem direkt in das Active Directory integrieren, um über die Domänen-Controller Profilinformationen zu beziehen.

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Sense Live Profiles unterstützt sowohl physische als auch virtuelle Desktops, Terminaldienste und sogar nicht-verwaltete PCs, egal ob sie 32- oder 64-Bit-Systeme von Windows ausführen. Auch dieses Produkt unterstützt virtuelle, gestreamte oder lokal installierte Anwendungen.

Auch VMware User Environment Manager unterstützt physische und Cloud-basierte Windows-Desktops genauso wie natürlich virtuelle Desktops. Zusätzlich kann VMware User Environment Manager mit Nicht-VMware-Deployments wie RDSH oder Citrix XenDesktop und XenApp umgehen.

Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit

Jedes Tool zur Profilverwaltung sollte die aktuelle Last und das zukünftigen Wachstum der eigenen VDI-Umgebung stemmen können. Dabei sollten Administratoren auch ein gutes Verständnis davon haben, wie sich die eigene Lösung schnell und flexibel skalieren und hochverfügbar bereitstellen lässt.

Auf der Suche nach der richtigen Lösung zum User Profile Management müssen IT-Verantwortliche über die Marketing-Versprechen der Hersteller hinausgehen und tief in den verbindlichen Funktionsbeschreibungen wühlen. Liquidware Labs beispielsweise bewirbt ProfileUnity damit, tausende an Nutzern damit verwalten zu können, manche Berichte sprechen sogar davon, von nur einer Oberfläche aus 10.000 Profile zu verwalten.

VMware geht über diesen Anspruch sogar noch hinaus und verspricht, dass User Environment Manager mehr als 100.000 Anwender verwalten kann. Diese und ähnliche Marketing-Botschaften sollen idealerweise über Machbarkeitsstudien und Test-Bereitstellungen verifiziert werden.

Geringer Administrationsaufwand

Egal was ein bestimmtes Produkt zur Profilverwaltung auch verspricht, Administratoren sollten in jedem Fall ein gutes Verständnis davon haben, wie es sich bereitstellen und inklusive Nutzerprofilen verwalten lässt. Manche Lösungen bieten einen enorm großen Funktionsumfang, sind aber äußerst kompliziert zu administrieren und führen so zu einem immensen Mehraufwand.

In diesem Sinne bringen Citrix User Profile Management und VMware User Environment Manager einen großen Vorteil mit, weil sie in die jeweiligen VDI-Produkte von Citrix und VMware nativ integriert sind. Damit entfällt der Aufwand, eine Drittanbieter-Lösung zu implementieren und zu verwalten.

Gerade wenn es um die Bewertung der Komplexität und des Mehraufwandes geht, sollten aber auch immer Bestandssysteme und das bereits bestehende Fachwissen der IT-Abteilung mit in Betracht gezogen werden. Zusätzlich ist auch das Ausmaß an Support des Herstellers ausschlaggebend, der gerade in der Anfangsphase unterstützend tätig sein kann.

Administratoren sollten zudem einen Blick auf die eventuell notwendigen Backend-Systeme werfen, die für die jeweilige Lösung notwendig werden könnten. Beispielsweise könnte eine separate Datenbank nötig sein, um die Profildaten für das User Profile Management zu speichern.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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