Die Top-Ten-Herausforderungen der Netzwerk-Cloud-Integration identifizieren

Bei der Provider-Wahl für Netzwerk-Cloud-Integration haben Administratoren mit diversen Herausforderungen zu kämpfen, die sich aber minimieren lassen.

Die Performance Ihrer Applikationen ist lediglich so gut wie Ihr Netzwerk. Neue Anwendungen fordern immer mehr von Unternehmens-Netzwerken. Mobile Geräte, Big Data und Transaktionen von Kunden sind wachsende Herausforderungen für Netzwerk-Cloud-Integration. Außerdem sind sie die treibenden Kräfte für die Notwendigkeit, spezielle Netzwerke aufzubauen, die sich je nach Business-Ansprüchen skalieren lassen.

Nachfolgend finden Sie, was ein Service-Provider anbieten sollte, damit die Leistungsmerkmale des Netzwerks auch sicher Ihre Anforderungen erfüllen:

Überall Ethernet: Die Fähigkeit, dass ein Netzwerk-Betreiber ein konsistentes Niveau an Service um den Erdball verteilt bieten kann, ist für Unternehmen entscheidend. Im Idealfall ist der Netzwerk-Provider der Wahl in der Lage, in allen Regionen die gleiche Ethernet-Überall-Erfahrung bieten zu können. 

Einige Betreiber sind zwar in Asien gut aufgestellt, in Europa aber weniger. Genauso gilt das für die Regionen USA und Südamerika. Die Globalisierung der Geschäfte fordert von Service Providern eine Standardisierung der Services auf allen Märkten. Nur so kann man die Ansprüche von multinationalen Konzernen erfüllen.

Netzwerk-Analyse in Echtzeit: Für IT-Profis ist es auch wichtig, dass sie Performance-Probleme der Applikationen analysieren und begreifen, wie sie mit dem darunterliegenden Netzwerk zusammenhängen. Viele der innovativsten Netzwerk-Services stellen ein Dashboard mit Netzwerk-Statistiken zur Verfügung. Dort haben Administratoren die Möglichkeit, Echtzeit-Analysen der Netzwerk-Performance anzustellen. 

Hat die IT-Abteilung Einblicke in die Ansprüche der Applikationen hinsichtlich Bandbreiten-Performance, dann kann man auch nur die Bandbreite kaufen, die man für den relevanten Zeitraum braucht. Bei vielen Geschäften gibt es saisonale Spitzen. Diese Unternehmen benötigen eine gewisse Flexibilität, damit sie die IT-Ressourcen an die Business-Ansprüche anpassen können.

Bandbreite je nach Bedarf: Zahlreiche große Netzwerk-Provider stellen das Leistungsmerkmal nicht zur Verfügung, um Kunden Bandbreite auf Nachfrage anbieten zu können. Bei der Ausarbeitung eines Service-Level Agreements (SLA) sollten Unternehmen vom Netzwerk-Provider unbedingt fordern, dass man zu geplanten Bandbreitenerhöhungen berechtigt ist. Beispiele für so einen Fall wären das Testen einer neuen Applikationen oder ungeplante Ereignisse wie eine Naturkatastrophe.

Vielfalt bei der Letzten Meile: Die so genannte Letzte Meile ist für große Service Provider und Mobilfunkanbieter weiterhin kein triviales Problem. Die Letzte Meile zum Bürokomplex eines Kunden kann ein ernsthafter Flaschenhals sein, wenn man sie nicht angemessene managt. Sehen Sie sich nach Providern um, die die Kontrolle über diesen Teil des Netzwerks haben. 

Nur so ist garantiert, dass sie beständig ein hohes Niveau an Quality of Service (QoS) von LAN zu LAN bieten können. Große Telekommunikations-Anbieter verdienen ihr Geld anhand der Volumen, die sie verkaufen. Somit ist es immer in deren Interesse, den Kunden so viel Bandbreite wie möglich zu verkaufen. Das gilt auch dann, wenn der Kunde nicht dauerhaft ein hohes Niveau an Bandbreite benötigt.

Verbinden der Cloud-Märkte: Mit der wachsenden Verbreitung von Cloud-Infrastruktur-Services wie zum Beispiel Amazon Web Services und IBM SoftLayer, ist die Notwendigkeit vorhanden, das Netzwerk mit Cloud Compute Services zu koppeln. Die Cloud-Strategie eines Unternehmens sollte auf den Business-Zielen basieren. 

Wir beobachten aber häufig, dass die Firmen die ökonomischen Vorteile der Cloud in Unternehmens-Netzwerken verlieren, wenn es letzterem an Flexibilität mangelt. Die Netzwerke müssen in der Lage sein, notwendige Bandbreite und Konfigurationen zu liefern, die von neuen Cloud Services und Applikationen gefordert werden. Wie gesagt, ist Ihre Cloud nur so gut wie Ihr Netzwerk.

Mobilität und Security: Bring Your Own Device (BYOD) bringt für die IT-Abteilung jede Menge Netzwerk-Herausforderungen mit sich. Das gilt auch für Security-Bedenken. BYOD hat sich in der Zwischenzeit allerdings bei den Mitarbeitern eingebürgert und ist gängige Praxis. 

Aus diesem Grund ist es clever, den von Smartphones und Tablets stammenden Traffic in eine Sandbox zu sperren. Somit kann man diese roamenden Geräte hindern, Malware und andere digitale Schädlinge in die Computing-Umgebung der Firma zu schleusen. Den IT-Abteilungen helfen Methoden wie Netzwerk-Paket-Inspektion und Netzwerk-Verhaltens-Analysen. Damit lassen sich potenzielle Datenschutzverletzungen verhindern, die von mobilen Geräten ausgehen.

Globale Netzwerk-Operations-Center: Administratoren und Techniker schätzen die Möglichkeit, sich bei auftretenden Problemen mit einem Netzwerk-Experten im Operations-Center des Service Providers austauschen zu können. Zahlreiche große Firmen ziehen es aber vor, die erste Ansprechstelle des Kunden-Service an Call Center auszulagern. 

Deren Support-Mitarbeiter sind in der Regel keine Experten und füllen im Prinzip nur ein Ticket für das entsprechende Problem aus. Einige der besten Netzwerk-Provider bieten pro-aktives Monitoring an und operieren im Grunde genommen wie eine Erweiterung Ihres IT-Teams. Diese Netzwerk-Experten können Probleme im Netzwerk identifizieren und beheben, bevor sie den normalen Geschäftsablauf entscheidend stören.

SLAs für sequentielle Paket-Auslieferung: Bevor man bei einem neuen Provider unterschreibt, sollte sich die IT-Abteilung mit SLAs beschäftigen, die sequentielle Paket-Auslieferung und so genanntes Jitter behandeln. In den SLAs sollte festgehalten sein, dass die Paket-Auslieferung 100 Prozent sequentiell erfolgt und Jitter unter einer Millisekunde liegt. Nur so garantiert man ein hohes Niveau an Netzwerk-Performance, damit alle Anforderungen der Applikationen erfüllt werden.

Maßgeschneiderte Lösungen: Viele große Betreiber bieten Lösungen von der Stange an. Diese passen aber möglicherweise nicht zu den Performance-Anforderungen einer Applikation des entsprechenden Kunden. Es gibt hier ganz klar keine Universallösung. Suchen Sie deswegen nach innovativen Betreibern, die für jeden Kunden ein individuelles Netzwerk erschaffen. 

Somit werden Sie den einzigartigen Ansprüchen der unterschiedlichen Geschäfte und den sich ändernden Anforderungen gerecht. Stellen Sie sicher, dass der Provider das Netzwerk für Umbauten nicht herunterfahren oder Ihnen neue Services verkaufen muss, wenn sich die Ansprüche ändern.

Bei der Strategie auf einen oder mehrere Provider setzen: Bei Vertragserneuerungen oder dem Umstieg auf ein Multiprotocol Label Switching-Netzwerk (MPLS) müssen sich IT-Abteilungen mit der Frage befassen, ob man künftig auf einen Provider vertraut oder mehrere ins Boot holt. 

An dieser Stelle gibt es weder richtige noch falsche Antworten. Allerdings sollte die Herangehensweise so transparent wie möglich sein, um technische und verfahrensorientierte Probleme zu vermeiden. Die IT-Abteilung entscheidet sich im Idealfall für die transparenteste Option, bei der Netzwerk-Administratoren Probleme schnell identifizieren und beheben können.

Über den Autor:
Ray Watson ist Vice President der globalen Technologie bei Masergy Inc.

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Artikel wurde zuletzt im April 2015 aktualisiert

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