Visual Analytics: Neues Designsprache LAVA soll SAP-Berichte schlank machen

SAP will BI-Analysen mit einem neuen Konzept ansprechend und übersichtlich visuell aufbereiten. Die Designsprache LAVA spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Konsumerisierung der IT macht vor Business Intelligence (BI) nicht halt, zumal in Unternehmen die Datenmengen ständig wachsen. Die Fachanwender wollen nicht mehr warten, bis die IT-Abteilung Analysen und Berichte bereitstellt, die sie bei geschäftlichen Entscheidungen unterstützen. Sie wollen die Auswertungen und Berichte vielmehr als Self-Service-BI direkt an ihrem Desktop-PC oder einem mobilen Endgerät, etwa dem Smartphone oder Tablet-PC, abrufen. Rita Sallam, Analystin beim US-Marktforscher Gartner, identifiziert das Thema Self-Service-BI als einen von drei Haupttrends bei Business-Analytics. Eine zentrale Forderung von Fachanwendern ist in diesem Zusammenhang, dass Analyseergebnisse optisch ansprechend und leicht verständlich visualisiert werden.

Auf diesen Trend müssen auch Hersteller von BI-Lösungen wie die SAP reagieren. So arbeitet der Softwarehersteller daran, seine BI-Lösung SAP BusinessObjects in punkto Visualisierung zu aktualisieren. Eine zentrale Rolle bei diesem Facelift wird mit LAVA (Lightweight Applied Visual Analytics) eine neue Designsprache für Visual Analytics spielen. Dies teilte Anita Gibbings, BI-Director bei SAP, in einem Blogeintrag auf dem SAP Developer Network mit.

Visualisierung nach dem Lean-Prinzip

Laut Gibbings sind herkömmliche Dashboards in analytischen Applikationen zu unübersichtlich. Sie beinhalten neben runden Informations-Displays wie Kreisdiagrammen oder tachoähnliche Drehscheiben auch Balkendiagramme sowie Ampelfunktionen. Damit lassen sich BI-Analysen allerdings nur wenig effizient darstellen. Genau hier setzt SAP mit LAVA an. Die Designsprache LAVA enthalte wie andere auch eine Reihe von Richtlinien, Formen, Best Practices und Techniken zur Gestaltung unterschiedlicher analytischer Oberflächen. LAVA folgt diesen sechs Prinzipien.

  1. Schlanke Oberflächen: Displays sollen nach dem Lean-Ansatz konzipiert sein. Gibbings spricht davon, dass "analytische Applikationen ein klares, minimalistisches Display haben sollen, das sich vollständig auf die Daten konzentriert. Auf überflüssige Dekorationsbeigaben wie Schatten, diverse Schattierungen oder reflektierende Oberflächen soll verzichtet werden.

    Bild 1: Mit der Designsprache LAVA will SAP künftig Analyse-Reports in Business Objects nach dem Lean-Prinzip schlank und einfach visualisieren

  1. Points bzw. Mini-Charts: Diese spezialisierten Charts sollen den Fachanwendern auf kleinstem Raum die benötigten Informationen und quantitative Daten wie Umsätze oder Kosten sehr effizient anzeigen. Laut Gibbings müsse man sich die Points wie eine Art von “Chart-Tweets” vorstellen.
  2. Channels: Bei den Channels handelt es sich um eine Art Container, die unterschiedliche Points bündeln und zwischen denen ein BI-Anwender beliebig navigieren kann. Die Channels sollen eine einfache Möglichkeit bieten, über die verschiedenen Endgeräte hinweg analytische Komponenten zusammenzufassen und in einem Display darzustellen. Sie könnten entweder per Mausklick oder durch einen Fingerwisch auf dem Touchscreen bedient werden.
  3. Boards: Mit den Boards überarbeitet SAP das bisherige Dashboards-Konzept und die damit verbundenen Einschränkungen. Im ersten Schritt sollen die Boards einfache Container für Channels und freistehende Charts sein. Zukünftig will SAP über Boards auch Templates für gängige Analysezwecke bereitstellen.

Analytische „Kollektionen“ erstellen

  1. Lattices: Die Lattices (Gitter) sind laut Gibbings „eine neue Visualisierungskomponente“, die sich an BI-Gelegenheitsnutzer richten. Sie könnten auch als Metacharts bezeichnet werden. Lattices seien umfangreicher und ausgereifter als ein typischer Chart. Sie böten ein vorkonfiguriertes Display, die Möglichkeit zur Personalisierung sowie mehrschichtige Drill-Down-Filter und sollen sich in operative Applikationen einbetten lassen.

     Bild 2: Sogenannte Lattices sollen als neue Visualisierungskomponente nicht nur über ein vorkonfiguriertes Display verfügen, sondern auch die Möglichkeit zum Drill Down bieten.

  1. Sn@p Navigation: Mit dem Sn@p Navigation-Modell sollen analytische Umgebungen und „Kollektionen“ sukzessive erarbeitet und umgesetzt werden können. Einzelne Charts aus einem Board könnten dabei in anderen Kontexten wiederverwendet werden. Ebenso soll es möglich sein, beliebig zwischen einzelnen Boards zu navigieren.

SAP will die schlanken Design- und Darstellungsprinzipien von LAVA künftig in alle Visual-Analytics-Lösungen einbinden, zuerst in SAP Lumira. Weitere Details zu LAVA sollen bald nachgereicht werden. Auf den LAVA-Blogbeitrag von Gibbings gab es unterschiedliche Reaktionen. Die meisten davon waren positiv. Ein Kommentator formulierte immerhin spitz, es sei endlich an der Zeit gewesen, dass SAP sich Gedanken zur Visualisierung macht. Schließlich wäre das visuelle Design der SAP Dashboards seit der Vorstellung des iPhone 1 nicht mehr aktualisiert worden.

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