In-Memory-Technologien sind im Mittelstand angekommen

In-Memory Analytics war ursprünglich nur für Firmen mit dem nötigen Fachwissen erschwinglich. Mittlerweile ist die Technik im Mainstream angekommen.

Als Les Howell nach einer Lösung suchte, um Vertriebsmitarbeiter seines Unternehmens schnell mit Informationen über Produktion und Lieferungen auszustatten, fand er die Anwort in einer mobilen In-Memory Business-Intelligence- (BI-) Anwendung.

Howell ist IT-Leiter bei Illes Seasonings und Flavors, einem Familienunternehmen in der Nahrungsmittelbranche. Mit Blick auf die eingesetzt Lösung sagt er, dass Geschwindigkeit alles sei, wenn es um die Nutzung mobiler BI-Anwendungen geht.

„Vertriebsmitarbeiter sind ungeduldig“, sagt Howell. „Sie wollen nicht zehn oder 15 Sekunden warten, während der Kunde auf ihre Antwort wartet. Sie müssen die Zeit sonst mit Beschwichtigungen füllen.“

Illes ist nicht das einzige Unternehmen mit dem Bedürfnis nach Geschwindigkeit. Die Kombination aus dem allgegenwärtigen Verlangen nach unmittelbaren Informationen und sinkenden Preisen für Arbeitsspeicher haben einen Boom für In-Memory-Anwendungen ausgelöst. Die Analysten von Gartner zählten In-Memory-Technologien bereits im vergangenen Jahr zu einem der wichtigsten Trends.

Zudem ist es für Firmen immer einfacher In-Memory Analytics zu implementieren. Die Gartner-Analysten schätzen, dass mindestens 35 Prozent aller mittelständischen und großen Unternehmen In-Memory-Technologien bis 2015 einsetzen werden. In dem Report heißt es außerdem, dass zwar in erster Linie Unternehmen mit dem nötigen Fachwissen In-Memory-Lösungen nutzen. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Firmen, die nicht das technische Knowhow haben, aber dennoch in die Technologie investieren.

Ein Beispiel ist Illes. Howell betont, dass sein Unternehmen in erster Linie in der Nahrungsmittelproduktion beheimatet ist und kein großes IT-Team hat. Der IT-Leiter gibt auch offen zu, dass die Beschäftigung mit In-Memory Analytics und dessen Implementierung eine Herausforderung war. Sobald er aber mehr darüber erfahren hatte, waren für Howell die Vorteile klar. Beispielsweise kann die eingesetzte Anwendung Informationen direkt aus dem ERP-System des Unternehmens ziehen, so dass die Daten nicht extra dupliziert werden müssen. Das spart Storage-Kosten und führt zu einer schnelleren Verarbeitung, so Howell.

Illes implementierte 2011 die mobile BI-Anwendung QlikView Business Discovery von QlikTech auf Mitarbeiter-iPads. Bei der Implementierung arbeitete die Nahungsmittelfirma mit dem Dienstleister Axis Group zusammen. In erster Linie wird das Tool vom Vertriebsteam eingesetzt. Diese nutzen es zum Beispiel, um Verkaufszahlen zu verfolgen, Prognosen abzugeben und potentielle Kunden zu gewinnen. Die Führungskräfte von Illes verwenden das mobile BI-Tool ebenfalls, etwa um Produktionsdaten und Finanzdaten zu überwachen. Laut Howell hat sich die Gesprächszeit der Verkäufer, um Bestellungen abzugleichen und zu aktualisieren, rund 40 Prozent reduziert seit die Lösung implementiert wurde.

Dennoch ist In-Memory Analytics nicht für jedes Unternehmen geeignet. Der Gartner-Bericht weist zum Beispiel darauf hin, dass der Mangel an Experten in diesem Bereich, die Komplexität der Architektur, Sicherheitfragen und andere Managementprobleme, In-Memory-Technologien davon abhalten, als allgegenwärtige Plattform integriert zu werden.

Zusätzlich ist der Anbieter-Markt in Bewegung. Da In-Memory Analytics noch ein relativ neues Konzept ist, streben viele Anbieter – etablierte Unternehmen und Startups – in den Bereich. Die In-Memory-Datenbank SAP HANA ist nur eine unter vielen Lösungen. Der Anwendungsbereich ist ebenfalls offen, so dass potentieller Käufer vor der Entscheidung für eine Technologie eine Reihe von Anbieter evaluieren müssen.

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