Corporate Performance Management – Analytische Services in einer SOA

In wirtschaftlich angespannten Zeiten mit knappen Budgets, kann sich niemand Fehlentscheidungen leisten. Corporate Performance Management hilft.

In wirtschaftlich angespannten Zeiten, wenn Budgets immer knapper werden, kann sich niemand  Fehlentscheidungen leisten. Das Aufspüren von Profit, rigorose Kosteneinsparungen, Risikomanagement und effektvoller Einsatz der wenigen noch verfügbaren Mittel sind daher absolute Chefsache. Geopolitische Unsicherheiten machen das Planen noch schwieriger, gleichzeitig aber wichtiger als jemals zuvor. Sieger ist, wer seine Strategie und seine Prozesse mit der Geschwindigkeit des Marktes ändern und jederzeit die wechselnden Bedürfnisse seiner Kunden decken kann. Auf die Innovation und Anpassungsfähigkeit der eigenen Geschäftsmodelle kommt es an. Schnelle Reaktionen und pro-aktive Initiativen binden Kunden und schlagen Wettbewerber aus dem Feld. Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen ist eine solche „Agilität“ für den Erfolg ausschlaggebend. Eine immer höhere Marktdynamik ist die treibende Kraft. Weitere Antriebskräfte sind die Kosten und die Einhaltung von Vorschriften („Compliance“)! Dazu kommen als Anforderungen die kontinuierliche Optimierung und Profitsteigerung. 

Die Antwort dazu lautet: „Industrialisierung“, also Automatisieren und Standardisieren. So werden Durchlaufzeiten, Durchlaufvolumen und die Qualität gesteigert. Daher konzentrieren sich führende und erfolgreiche Unternehmen darauf, ihre Strategien mittels agiler, durchgängiger, intelligenter und industrialisierter Geschäftsprozesse umzusetzen. Prozesse stehen so für das Management im Mittelpunkt des Interesses. Agilität und Industrialisierung sind heute für ein Unternehmen entscheidend, ob man zu den Gewinnern oder Verlierern auf dem globalen Markt zählt.

Daher ist Business Process Management (BPM) angesagt, ein ’closed-loop’ Modell, das den Lebenszyklus von Geschäftsprozessen beschreibt: Von Analyse und Design über Ablauf und Ausführung bis zum Planen, Überwachen und Steuern der Prozesse. Das Planen, Überwachen und Steuern von Prozessen ist Aufgabe von Corporate Performance Management (CPM) innerhalb von BPM, getreu dem Leitspruch „Man kann nur managen, was man auch messen kann“. CPM ist definiert als ein Geschäftsmodell, das einem Unternehmen ermöglicht, Unternehmensziele und Geschäftsprozesse kontinuierlich aufeinander abzustimmen und konsistent zu halten.

In einem prozeß-orientierten Unternehmen gehören CPM und BPM zusammen

Dabei kommt es auch auf die geeignete IT-Unterstützung mit der richtigen Infrastruktur an. Eine service-orientierte Architektur (SOA) als Infrastruktur für BPM und CPM ist erforderlich, um den Lebenszyklus von Geschäftsprozessen in einem geschlossenen Regelkreis zu managen. BPM und CPM auf einer SOA ermöglichen automatisierte, zuverlässige, revisionssichere und anpassungsfähige Prozesse über Geschäftsfunktionen, Abteilungen und sogar Unternehmen hinweg.

Dank einer SOA werden Prozesse von den zugrunde liegenden IT-Systemen und -Anwendungen unabhängig: Ein Unternehmen kann Prozesse im Einklang mit der Marktdynamik und den Bedürfnissen der Kunden ändern und segelt so immer am Wind. Weiterhin macht eine SOA 'intelligente' Prozesse möglich: Analytik kann in Prozesse eingebettet werden. Analytik ist die Technologie für CPM. Die Aufgabe von Analytik ist dabei nicht nur Analyse und Diagnose, sondern insbesondere das rechtzeitige Erkennen von  Problemen, um gegensteuernde Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Analytik muss also auch pro-aktiv sein.

Ein Beispiel aus dem täglichen Leben erläutert, was pro-aktiv bedeutet: In einem Kaufhaus werden die Verkaufsflächen rechtzeitig disponiert, beliefert und nachgefüllt, bevor Produkte vergriffen sind. So wird das Problem vermieden, dass ein Kunde mit Kaufabsicht ein leeres Regal vorfindet und das Produkt nicht kaufen kann.

Analytik geht weiter als der traditionelle Business-Intelligence-Ansatz. In Prozesse integrierte Analytik ist bei der Entscheidungsfindung der nächste Schritt nach Business Intelligence (BI). Mit traditionellen Business-Intelligence-Werkzeugen (etwa Berichtswesen, Adhoc-Abfragen, Online Analytical Processing/OLAP), Data Mining etc.) war es immer schwierig, die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort für den aktuellen Zweck zur Verfügung zu haben. Diese traditionellen Werkzeuge gaben nicht das her, was man wollte: Ergebnisse, die man direkt auf Geschäftsprozesse und Strategien anwenden und umsetzen konnte. Der Return-on-Investment (ROI) solcher Werkzeuge war in der Regel sehr niedrig, wenn er überhaupt messbar war. Traditionelle Business-Intelligence-Werkzeuge waren schwer zu handhaben. Nur eine handvoll Experten waren in der Lage, aus den alten Werkzeugen die richtige Information herauszuziehen. Management-Entscheidungen und Maßnahmen wurden auf Grund von Vermutungen getroffen, weniger auf Grund von Fakten. Die Einbettung von Analytik in die Prozesse mit Hilfe einer SOA beseitigt diese Probleme.

Eine SOA macht die geforderte Anpassungsfähigkeit von Prozessen und die Einbettung von Analytik möglich, indem sie die Prozesslogik und den Prozessablauf von der Geschäfts- und Anwendungslogik trennt. Sie ist service-orientiert und verwendet überdies für alle Services ein einheitliches Geschäftsvokabular. SOA unterstützte Prozesse können agieren, nicht nur reagieren. Ereignisse können die Prozesslogik und den Prozessablauf bestimmen.

Ein Beispiel gibt hier der Abgleich des Produktangebotes in einem Web Shop mit der Produktverfügbarkeit zur Steuerung des Bestellprozesses. Die Produktverfügbarkeit ist eine operative Metrik, die den Bestand von Produkten an Hand der Verkaufs- und Lieferungs-Transaktionen mißt. Diese Transaktionen laufen typischerweise in verschiedenen Applikationen ab. Daher muss die Produktverfügbarkeit quer über die entsprechend fragmentierten Daten synchronisiert werden. Das macht man am besten mit einem Informations-Service. Sinkt nun die Produktverfügbarkeit unter einen vordefinierten Schwellenwert, so kann ein Alarm ausgelöst werden. Ein solcher Alarm könnte nun eine außerordentliche Nachlieferung auslösen. Ist eine Nachlieferung nicht möglich, dann könnte man das Produkt aus dem Katalog des Web Shops herausnehmen oder sperren, so daß Kunden das Produkt nicht mehr bestellen können. Damit ist pro-aktiv sichergestellt, daß Kundenaufträge nicht storniert werden müssen, Kundenfrust wird vermieden. Zusätzlich könnte man auch noch automatisch einen Vermerk in den Web Shop stellen, wann das Produkt wieder lieferbar wäre. Das zeigt, wie Produktverfügbarkeit als Informations-Service in den Bestellprozess Zwecks Steuerung des Prozesses eingebettet werden kann.

CPM ist ein entscheidender Schritt Richtung optimales Planen

CPM ist ein wichtiger Schritt aufbauend auf Business Intelligence in Richtung optimales Planen, Überwachen und Steuern von Geschäftsprozessen auf der Ebene von Operationen, Taktiken und Strategien. CPM basiert auf dem Prinzip der Zuordnung von Metriken zu Prozessen. CPM beginnt schon mit dem Modellieren und Design operativer Prozesse. Metriken müssen gleichzeitig und parallel mit den Prozessen abgeleitet und entwickelt werden. Ziele müssen messbar gemacht werden. Zielerreichung muß kontinuierlich kontrolliert werden. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um die Performanz der Prozesse ständig zu überwachen und zu steuern. CPM selbst stellt so auch einen geschlossenen Regelkreis („closed-loop“) dar.

CPM bietet Unternehmen klare Vorteile:

  • Es handelt sich um eine Methodologie, die Geschäftsstrategie mit den Geschäftsergebnissen durch Einbettung von Analytik in die Prozesse verknüpft.
  • Es transformiert Daten in praxisorientierte und in Aktionen umsetzbare Informationen.
  • Es verteilt die richtigen Informationen an die richtigen Mitarbeiter, nicht nur an fortgeschrittene Anwender und Business-Analysten, sondern an jeden innerhalb und außerhalb des Unternehmens, der die Informationen braucht.
  • Es bietet einen hohen Grad an Genauigkeit und Konsistenz der Informationen.
  • Es beliefert das Management mit genau den richtigen Informationen und verbessert so die Ergebnisse.
  • Es liefert die richtigen Informationen an den richtigen Informationsverbraucher an der richtigen Stelle zu genau der richtigen Zeit (das ’Echtzeit’-Prinzip).

Über den Autor:

Dr. Wolfgang Martin ist unabhängiger Analyst. Vor der Gründung des Wolfgang Martin Teams war Dr. Martin über fünf Jahre bei der META Group, zuletzt als Senior Vice President International Application Delivery Strategies.  Darüber hinaus kennt man ihn aus TV-Interviews, durch Fachartikel in der Wirtschafts- und IT-Presse, als Autor der Strategic Bulletins zu den Themen BI, SOA, EAI und CRM (www.it-research.net) und als Herausgeber und Co-Autor mehrerer Bücher.

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