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Die DevOps-Revolution bei Netzwerken

SDN und NFV helfen, Services zu orchestrieren, zu automatisieren und schnell einzuführen. Ohne flexible Entwicklungsmethoden funktioniert das nicht.

In den meisten Fällen basiert Telekommunikations-Software auf der Annahme, dass man dem Kunden eine geschlossene Plattform für einen bestimmten Einsatzzweck liefert. Anschließend zahlt sich das aufgrund ständiger Software-Updates und Unterstützungsservices für den Verkäufer aus.

Ein gutes Beispiel hierfür sind Operations-Support-Systeme (OSS): deren Software lässt sich nur ändern oder weiterentwickeln, wenn der Kunde einen Vertrag für einen professionellen Softwareservice abschließt und Millionen an Euro zahlt.

Für Hersteller dieser Legacy-Software war das über Jahrzehnte eine hervorragende Einnahmequelle. Netzbetreiber dagegen hat diese Situation enorm dabei gehindert, flexible Dienste anzubieten und mehr Innovationen in den täglichen Betrieb einzubringen.

Fest steht: Diese Art von Geschäft ist ein Auslaufmodell. On-Demand-Applikationen, die Cloud, Content-Distribution, 5G, das Internet der Dinge (IoT) – all das verändert die Art, wie Netze künftig zu betreiben sind. Sicher ist auch: Statische Netze und Software gehören der Vergangenheit an. Um sich im Zeitalter von On-Demand-Anwendungen gegenüber der Konkurrenz zu behaupten, ist ein flexibler DevOps-Ansatz erforderlich.

DevOps in einer von Software bestimmten Welt

Um bei Web-Scale- und On-Demand-Applikationen die Nase vorn zu haben, müssen Netzbetreiber lernen, wie sie Innovationen schnell einführen und zügig auf Wettbewerber reagieren können. Wichtige Werkzeuge dabei sind Software-defined Networking (SDN) und Virtualisierungs-Technologie für Netzwerke. Entwickelt wurden sie, um Services zu orchestrieren, automatisieren, standardisieren und schnell einzuführen. Außerdem lassen sich die Dienste über die Technologie in Multi-Vendor-Netzen physisch oder virtuell implementieren.

Allerdings sind diese offenen und programmierbaren Software-Tools nutzlos, wenn keine flexible Software-Entwicklungsmethode dafür zur Verfügung steht. DevOps setzt genau an diesem Problem an.

Was ist DevOps?

Der DevOps-Ansatz verknüpft die IT-Entwicklungsressourcen mit den Betriebsfunktionen. Das bezieht sich auf den gesamten laufenden Software-Entwicklungszyklus, wenn ein neuer Service erstellt und betrieben werden soll. Der Vorgang unterscheidet sich von früher, als es klare Grenzen bei der Verantwortlichkeit zwischen den IT- und Betriebsfunktionen gab.

In der neuen, von Software bestimmten On-Demand-Welt sind Netzbetreiber flexibler und können ihre physischen und virtuellen Netze, Geräte und Services nahezu in Echtzeit verwalten. Das ermöglicht ihnen auch, von einem ersten Konzept schnell zu einem tragfähigen Geschäftsmodell zu gelangen. Unterstützen lässt sich der Prozess durch die ausgewählten Software-Tools sowie durch eine DevOps-Methode, bei der Software optimal zum Einsatz kommt.

„Mit DevOps gestalten Netzbetreiber ihren Geschäftsbetrieb flexibel – dazu tragen Automatisierung, schnelle Servicebereitstellung und umfassende Programmierung bei.“

Eugen Gebhard, Ciena

Netzbetreiber können eine solche geschäftliche Flexibilität nicht unbedingt von den Herstellern von veralteten OSS/BSS-Systemen und deren Lösungen erwarten. Sie wollen zusätzlich an den benötigten Professional Services verdienen. Das führt jedoch häufig zu sehr teuren und langwierigen Projekten, selbst für einfache Änderungen. Dies ist einer der Gründe dafür, warum sich viele Betreiber den SDN- und NFV-Orchestrierungsplattformen der nächsten Generation zuwenden. Damit lassen sich feste Strukturen aufbrechen, die den Betrieb verlangsamen. Außerdem ermöglichen es solche Plattformen, offene, programmierbare Service-Orchestrierung mit DevOps-Unterstützung einzuführen.

Von Software-Ansätzen profitieren

Mit DevOps gestalten Netzbetreiber ihren Geschäftsbetrieb flexibel – dazu tragen Automatisierung, schnelle Servicebereitstellung und umfassende Programmierung bei. Ein weiterer Vorteil besteht darin, sich von monolithischen Systemen, teuren professionellen Services und der Bindung an bestimmte Hersteller befreien zu können.

Worauf bei einem DevOps-Toolkit zu achten ist: Anwender sollten damit für ihre Plattform Servicevorlagen erstellen, modifizieren, testen und validieren können. Den Communications Service Provider (CSPs) ermöglicht das, in kurzer Zeit differenzierte, umsatzgenerierende Services anzubieten. Außerdem lassen sich damit Methoden zur Ressourcenanpassung entwickeln, um beliebige physische und virtuelle Geräte zu steuern. Bestimmte Netzwerkplattformen ermöglichen bereits die WAN-Automatisierung sowie die NFV-Orchestrierung über mehrere Hersteller und Domänen hinweg. Dies unterstützt CSPs bei der Erweiterung ihrer Konnektivitätsservices mit strategischen Managed-Service-Angeboten wie beispielsweise virtuellen Firewall- und Router-Services.

Über den Autor:
Eugen Gebhard ist Regional Director Northern and Central Europe Carrier Accounts bei Ciena. Das Unternehmen hat mit dem Blue Planet DevOps Toolkit eine Lösung im Programm, die Netzbetreibern eine bessere Kontrolle über ihre Infrastruktur und operative Agilität geben soll.

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