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SuccessFactors Employee Central erlaubt benutzerdefinierte Anpassungen

Anpassung ist bei Cloud-Software praktisch ein Tabu. Ein kleiner Dreh an den Funktionen hilft aber, SuccessFactors Employee Central zu optimieren.

Für Cloud-Puristen ist Anpassung ein Schimpfwort. Doch für normale Anwender ist Customization ein Segen. So erlaubt es die Flexibilität von SAP SuccessFactors Anwendern und Partnern, die Human-Ressources-Komponente Employee Central speziell für ihre Bedürfnisse zu modifizeren.

Ermöglicht werden Anpassungen mit dem SuccessFactors Metadata Framework (MDF). Das Framework erlaubt Kunden die Erstellung von Kundenobjekten, Prozessen, Geschäftsregeln, Screens und Benutzeroberflächen in SuccessFactors Employee Central. Gleichzeitig können mit der SAP HANA Cloud Platform (HCP) komplette Anwendungen für das SuccessFactors User Interface erstellt und eingebettet werden.

Das Metatdata Framework ist einfach zu bedienen und reduziert signifikant die Komplexität und den Aufwand, der nötig ist, um die Employee-Central-Funktionen zu erweitern. Das klingt in der Theorie großartig, aber viele werden sich fragen: Was ist wirklich möglich und in welchen Fällen macht die Erweiterbarkeit in Employee Central überhaupt Sinn?

Self-Service-Prozesse einrichten

Zunächst einmal: Für die Nutzung von MDF werden spezielle Praktiken benötigt, die sich von jenen unterscheiden, die SAP-Kunden normalerweise für Design und Schulung verwenden. Ein weit verbreiteter Anwendungsfall für die Erweiterung von SuccessFactors Employee Central besteht darin, kundenspezifische Self-Service-Prozesse hinzuzufügen. Dies könnte ein Beschwerdeverfahren sein, das Management von Probezeiten, die Erstattung von Kursgebühren und die Verwaltung von Nutzerdaten oder Firmeneigentum. Egal, was es ist, das MDF stellt den Rahmen bereit, um Self-Service-Prozesse zu kreieren und diese in Employee Self Service (ESS) und Manager Self Service (MSS) zugänglich zu machen.

Verwenden Sie Custom-Foundation-Objekte

Das Hinzufügen von Kundenobjekten in einem Human-Capital-Management-System ist nichts Neues. Sollten Sie dies benötigen, bietet sich MDF an. Custom-Foundation-Objekte können Anwender leicht selbst erstellen, ohne einen Systemintegrator zu konsultieren, der diese Arbeit sonst ausführt. Solche Objekte, wie zum Beispiel Firmeneigentum, Projekte, Gehaltsstrukturen, oder andere Kundenobjekte, wie zum Beispiel Workflow Lookup oder Kundenattribute, können eine Vielzahl von Daten speichern, die durch HR-Benutzer und -Manager referenziert werden oder an einen Datensatz übertragen werden.

Erweiterung der Organisationsstruktur

Die Organisationsstruktur lässt sich um zusätzliche Objekte erweitern, wodurch der Struktur neue Ebenen hinzugefügt werden. Auf diese Weise ist es möglich, die Organisationsstruktur flexibel an unterschiedliche Anforderungen anzupassen. So könnte der Organisationsstruktur eine neue Region, eine Fertigungshalle oder ein Team hinzugefügt werden, indem einfach ein Custom Foundation Object – wie oben beschrieben – hinzugefügt wird.

Erweitern Sie Standard-Objekte

Das Erweitern von Standard-Objekten ist eine der häufigsten Anwendungen, Employee Central zu modifizieren. Egal wie gut designt standardmäßig gelieferte Objekte auch sind – sie werden nie die Bedürfnisse jedes Kunden treffen. Ein gutes Beispiel ist eine Position. Die meisten Kunden haben für Positionen unterschiedliche Anforderungen – auch wenn diese nur geringfügig voneinander abweichen. Ein Benutzer von SuccessFactors Employee Central möchte möglicherweise Gehalts- und Projektdaten für eine Position speichern. Ein anderer will vielleicht die Besoldungsgruppe, die ein Inhaber besitzt, oder die Anforderungen an die Gesundheitsprüfung für die Position einfügen.

Regeln nutzen für die Weitergabe von Daten

Mit der Weitergabe von Daten können Objektdaten auf ein anderes Objekt oder den Datensatz eines Mitarbeiters übertragen werden. Dies geschieht typischerweise dann, wenn ein Objekt für die Definition von Daten auf Basis eines Objekt- oder Mitarbeiterdatensatzes ausgewählt wird. Zum Beispiel können Daten einer Position an den Datensatz über die Jobinformation eines Mitarbeiters weitergegeben werden, wenn eine Position ausgewählt ist. Dies hat einige praktische Anwendungsmöglichkeiten, und ist mit Business-Regeln, die Teil der MDF sind, einfach zu konfigurieren und zu pflegen. Typische Szenarien für die Weitergabe von Daten sind:

  • Replizieren von Jobklassifikationsdaten auf ein Positionsobjekt.
  • Replizieren von Job- und Positionsdaten auf den Informationsdatensatz des Mitarbeiters.
  • Replizieren von Standort- und Zeitzonendaten auf den Informationsdatensatz des Mitarbeiters.
  • Replizieren von Komponenten der Zahlungskomponente auf den Datensatz für die Vergütung des Mitarbeiters.

Die Flexibilität von Geschäftsregeln bedeutet aber auch, dass es viele andere Szenarien gibt, für die eine Datenweitergabe konfiguriert werden kann – sowohl für Standard- als auch für benutzerdefinierte Objekte.

Verhalten der Benutzeroberfläche ändern

Mit den Geschäftsregeln in MDF lässt sich das Systemverhalten individuell einstellen. Dies betrifft auch die Fähigkeit, festzulegen, wie sich die Benutzeroberfläche verhält.

Folgende Verhaltensweisen sind möglich:

  • Direktes ausführen von feldinternen Berechnungen.
  • Felder beim Erstellen neuer Datensätze im Vorhinein ausfüllen.
  • Feldwerte in Abhängigkeit von der Änderung in einem anderen Feld festlegen.
  • Ausblenden von Feldern basierend auf einer Änderung in einem anderen Feld oder einem bestimmten Wert eines anderen Feldes.
  • Erstellen von Feldern in Abhängigkeit von der Änderung eines anderen Felds oder eines bestimmten Wertes eines anderen Felds.
  • Warnung oder Fehlermeldung aufgrund bestimmter Feldänderungen.

Für jede dieser Verhaltensweisen gibt es viele Anwendungsfälle, die eine breite Palette an Möglichkeiten eröffnen.

Oberflächen für unterschiedliche Benutzergruppen erstellen

Ein Feature, das förmlich nach Anpassungen schreit, ist die Möglichkeit, unterschiedliche Oberflächen für unterschiedliche Benutzergruppen zu erstellen. Sie können zum Beispiel eine Standardbenutzeroberfläche für HR-Administratoren erstellen, und gleichzeitig unterschiedliche Benutzeroberflächen für Self Services von normalen Mitarbeitern und Managern. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter keine administrationsbezogenen Felder auf ihren Bildschirmen sehen, oder dass Manager nur die für sie relevanten Felder sehen.

Komplexe Anwendungen bauen

Mit der SAP HANA Cloud Platform (HCP) ist es möglich, komplexe Anwendungen aufzubauen, die mit SuccessFactors Employee Central zusammenarbeiten und auf Mobilgeräten laufen können. Diese Anwendungen können sogar innerhalb von Employee Central ausgeführt werden, so dass man den Eindruck hat, sie wären ein Teil von ihnen. Benutzerdefinierte Anwendungen können eine Reihe unterschiedlicher Ideen, Anwendungsfälle und Anforderungen abdecken und alle können Daten von Employee Central und anderen Quellen wie SAP ERP oder einer Drittanbieteranwendung nutzen.

Zu den verfügbaren HCP-Anwendungen gehören EnterpriseJungle, Cloud Resource Scheduling, Celergo Global Payroll Dashboard and Employee Pay Slip sowie Employee Central Service Center. HCP-Anwendungen können auch im SAP App Center erworben werden.

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