Warum Sie bis zum Jahr 2020 mit Ihrer Desktop-Strategie warten können

Der Support für Windows 7 endet am 14. Januar 2020. Es gibt also keinen Grund für voreilige Entscheidungen bei Desktop (DaaS) und Applikationen.

Sie haben noch mehr als genug Zeit, um die Auslieferung und Bereitstellung Ihrer Applikationen und Desktops zu überdenken. So schnell fährt der Zug nicht ohne Sie ab.

Natürlich gibt es viele Technologien und Produkt-Marketing-Firmen, die gerne Ihre Aufmerksamkeit hätten. Die orakeln das Ende von Windows herbei und wollen Ihnen Glauben machen, es sei bereits Fünf vor Zwölf. Die Realität sieht allerdings anders aus. Sie haben noch sehr viel Zeit, sich für eine Richtung zu entscheiden.

Der Dank dafür geht an Microsoft. Windows 7 SP1 wird mindestens bis zum 14. Januar 2020 aktiv unterstützt. Ich sage deswegen „mindestens“, weil es meiner Meinung nach eine kleine Chance für einen Service Pack 2 gibt. Damit könnte sich der Unterstützungs-Zeitraum sogar noch erweitern. Die Zeichen stehen allerdings eher so, dass es keine weiteren Service Packs für Windows 7 geben wird. Schließlich sind die Nachfolger Windows 8 und Windows 8.1 bereits auf dem Markt.

Somit bleiben Ihnen ungefähr noch sechs Jahre Zeit. Sie können den Markt und die kommenden Trends in aller Ruhe beobachten und entsprechend reagieren. Die komfortable Frist reicht, um den besten Weg für die Desktops, Applikationen, Security, Mobile-Geräte und Endgeräte in Ihrem Unternehmen zu finden. Natürlich müssen Sie in gewisser Weise und in bestimmten Bereichen mit der Zeit gehen. Sie können nicht alles ignorieren, was die nächsten Jahre mit sich bringen. Dennoch sollten punktuelle Änderungen reichen, um den Status Quo in den nächsten sechs Jahren aufrecht zu erhalten.

Was Sie in der Zwischenzeit machen können

Während Sie die nächste Generation von Enterprise Computing im Auge behalten, können Sie auf Applikations- und User-Virtualisierung hinarbeiten. So teilen Sie das Management von Endanwendern auf. Deshalb ist es einfacher, zwischen Plattformen, Data Centern und Desktop-Providern zu wechseln.

Während dieser Zeit werden Sie wahrscheinlich weitere „im eigenen Haus“-Applikationen und -Services in die Cloud migrieren. Dies wird allerdings sehr kontrolliert vor sich gehen und nicht einfach eine Migration der kompletten Infrastruktur sein. Deshalb bedienen Sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst bei SaaS, dann Identitäts-Management, gefolgt von grundlegenderen Infrastruktur-Services. Darin liegt meiner Meinung nach der Vorteil bei Amazons DaaS-Angeboten (Desktop as a Service).

Apropos DaaS, das in letzter Zeit der Liebling der Presse zu sein scheint. Das Konzept von DaaS wird uns plötzlich direkt unter die Nase gehalten. Die Technologie dahinter hat sich in den letzten Jahren allerdings kaum verändert. Es gibt bereits Szenarien, in denen DaaS absolut Sinn macht. Das setzt allerdings voraus, dass Sie Ihre Desktops bereits in einem Data Center hosten. Nun denken Sie darüber nach, ob Sie diese selbst hosten sollen oder nicht. Es wird aber noch einige Jahre dauern, bis DaaS alle Hürden genommen hat, von denen die Technologie derzeit noch geplagt wird. Werden Sie auf DaaS setzen, wenn Sie die Strategie für die Desktop-Bereitstellung und das entsprechende Management bereits festgelegt haben? Möglicherweise nicht.

Administratoren werden mit schwindender Anzahl an Windows-Applikationen mehr und mehr auf im Data Center gehostete Desktops setzen. Wer die Desktops - physikalisch oder nicht - noch am Standort pflegt, verwaltet die Applikationen möglicherweise mit FSLogix oder etwas Ähnlichem. Damit können Sie jede App mit Policies auf jedem Desktop nach Bedarf an- und ausschalten. Mit Tools wie diesen brauchen Sie keine komplexen Management-Technologien für eine kleiner werdende Anzahl an Windows-Applikationen. Was passiert aber, wenn Sie Windows für die Unterstützung einiger weniger Applikationen benötigen? An dieser Stelle hilft DaaS aus. Für diese seltenen Fälle werden Applikationen nahtlos aus der Cloud serviert.

Dieser Punkt des Umschwungs ist natürlich Zukunftsmusik. Solange Sie Windows wie gewohnt verwalten und ausrollen können, gibt es eigentlich keinen Grund für eine Umstellung. Derzeit befindet sich lediglich eine Sache auf der Agenda: Windows XP zu ersetzen, falls Sie das nicht fristgerecht erledigt haben. Ich glaube in diesem Bereich haben einige Business-Consultants keine gute Kommunikations-Arbeit bei Ihren Kunden geleistet. Die Unterstützung für Windows XP endete schon am 8. April 2014.

Haben Sie Windows XP hinter sich, dann können Sie den Markt vor einer Entscheidung in aller Ruhe beobachten. Natürlich werden Sie auf gleicher Höhe mit künftigen Änderungen und Verbesserungen in Technologie bleiben. Jedes neue Feature könnte genau das sein, das Sie in Ihrer Organisation einsetzen wollen. Aber es ist beruhigend, dass es im Moment keinen Druck gibt.

Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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