Workflow und Layout: DaaS-Anwendungen für mobile Endgeräte optimieren

DaaS alleine ermöglicht noch keinen effektiven mobilen Zugriff auf Windows-Anwendungen. Dafür sind umfassende Layout- und Workflow-Anpassungen nötig.

IBM Mobile hat kürzlich ein auf Citrix Workspace Suite basierendes DaaS-Produkt (Desktop as a Service) auf den Markt gebracht. Normalerweise würde man das als gute Nachricht bezeichnen und als Beleg dafür sehen, dass DaaS das Bereitstellungsmodell der Zukunft ist. In diesem Fall geht es allerdings lediglich um die Bereitstellung von Windows-Desktops und -Anwendungen für mobile Endgeräte.

Man könne jetzt natürlich fragen, warum das ein Problem darstellen soll. Als Antwort reicht es aber, sich einfach einmal den Zugriff von einem Smartphone aus auf einen Windows-Desktop vorzustellen. 

Es mag ein netter Party-Gag sein, sich einen Desktop auf sein Smartphone zu holen. Für den täglichen Arbeitsalltag ist diese Methode aber gänzlich unbrauchbar. Windows mit einem Smartphone zu bedienen ist wie der Versuch, eine Wand mit einer Spachtel zu weißeln. Auf den ersten Blick sieht es so aus als könnte es funktionieren, letztlich nutzt man aber einfach das falsche Werkzeug.

Windows als Desktop-Betriebssystem ist ganz einfach nicht dafür ausgelegt, auf den kleinen Bildschirmen von Smartphones ausgeführt zu werden. Dieser Unterschied sollte jedem sofort auffallen, der Smartphone-Betriebssysteme wie iOS, Android oder Windows Phone sieht. 

Gerade für die Touch-Bedienung hatte Microsoft ja auch die ehemals Metro genannte neue Benutzeroberfläche in Windows 8 eingeführt. Ohne entsprechende Anpassungen ein Desktop-Betriebssystem per Smartphone oder generell von einem mobilen Endgerät mit kleinem Bildschirm aus steuern zu wollen, führt in kürzester Zeit zur Frustration. Egal ob es dabei um das dauernde Zoomen, Ärger mit Software-Keyboards oder eigentlich für die Maussteuerung ausgelegte Programme geht.

Smartphones und Tablets sind ganz einfach nicht für den täglichen Zugriff auf reguläre Windows-Desktops gemacht. Punkt.

Anwendungsbereitstellung per DaaS ist aber nicht per se schlecht

Das bedeutet im Gegenzug aber nicht, dass ein DaaS-Produkt von IBM per se eine schlechte Idee wäre. Ganz im Gegenteil ist es eine clevere Alternative, Anwendungen und Desktops für den Zugriff durch mehrere unterschiedliche Geräte in die Cloud zu verlagern. Das müsste auch gar nicht zwangsläufig über die Cloud erfolgen, auch On-Premise-Bereitstellungen oder Desktop-Virtualisierung haben durchaus ihre Berechtigung. Das reicht nur in der heutigen Zeit nicht mehr aus.

Für ein wirklich effektives Arbeiten von mobilen Endgeräten aus müssen Windows-Anwendungen für die neuen Formfaktoren angepasst werden. Es gibt einige Unternehmen, die dies ohne größeren Aufwand versprechen, beispielsweise PowWow, Hypori, Capriza oder Reddo Mobility. All diese Firmen passen Windows-Anwendungen für VDI- oder RDSH-Umgebungen an. Productive Mobile dagegen ermöglicht die Mobilisierung von Enterprise-Anwendungen, ohne dass am Programmcode selbst etwas geändert werden müsste.

Jedes dieser Tools arbeitet ein bisschen anders, aber im Grunde geht es darum, Desktop-Anwendungen für die Nutzung auf kleinen Displays mit Touch-Eingabe fit zu machen. Man kann sich das wie die neue Anordnung von Inhalts- und Bedienelementen vorstellen, so dass Layout und Workflow intuitiver gestaltet werden.

Die ideale Lösung wäre also ein DaaS-Angebot wie jenes von IBM, das Anwendungen mit ähnlichen Mitteln für mobile Endgeräte anpasst. So hätte man einen weitaus vollständigeren Weg, mobilen Mitarbeitern Zugang zu Enterprise-Anwendungen zu geben, ohne diese komplett neu schreiben zu müssen.

Ohne diese Anpassungen bei Design, Layout und Workflow hat man nichts weiter, als ein umständlich zu nutzendes Produkt, das für Demonstrationszwecke geeignet sein mag, für mehr aber nicht. Ganz unabhängig davon, ob die Anwendungen per DaaS, VDI oder On-Premise bereitgestellt werden.

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