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Warum Entwickler von Mobile Apps häufig auf die Cloud setzen

Entwickler von Mobile Apps nutzen Cloud-Angebot häufiger als Entwickler traditioneller Anwendungen. Ein Grund ist die fehlende Governance in Firmen.

Haben Sie sich jemals gefragt, warum sich Entwickler von mobiler Apps so viel bereitwilliger auf die Cloud einlassen als Kollegen, die in der traditionellen Unternehmensentwicklung tätig sind?

Die kurzen Deadlines sind natürlich ein wichtiger Faktor. Jeder geht zwangsläufig davon aus, dass mobile Anwendungen und ihre Updates schneller und häufiger auf den Markt kommen als ihre älteren Brüder in der Unternehmenssoftware. Das setzt App-Entwicklerteams unter einen gehörigen Druck, einen möglichst großen Teil dieser Entwicklungsarbeit abzugeben oder auszulagern.

In den meisten Fällen heißt das, auf einen cloudbasierten Provider zurückzugreifen, der von Anfang bis Ende Unterstützung anbieten kann, also vom Frontend Hosting bis zum Daten-Management im Backend.

Kurze Deadlines, kleine Budgets

Neben dem Zeitdruck, unter dem App-Entwickler produzieren müssen, leiden viele dieser Entwicklungs-Teams auch zusätzlich unter knappen Budgetvorgaben. Das bedeutet, dass nicht immer genügend Geld da ist, um die nötigen Bereitstellungs-Server zu nutzen, mit denen getestet werden kann, wie sich die entwickelten Anwendungen unter Last verhalten oder wie stark die Leistung bei Schwankungen von Bandbreite und Verfügbarkeit im Netzwerk nachlässt.

Wie aber kann ein intelligenter Projektleiter mit knappem Budget all diese erforderlichen Tests im Hinblick auf die Integrität einer Anwendung vor dem großen Release sonst ausführen? Dafür braucht es eine kostengünstige Option, was in den meisten Fällen Platform as a Service (PaaS), Software as a Service (SaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) umfasst.

Doch jedes Entwicklungs-Team in einem Unternehmen steht unter Druck. Und es scheint, als sei jedes IT-Budget mehr oder weniger geschrumpft, da einige Unternehmen immer noch mit den Folgen der Rezession zu kämpfen haben. Warum also setzen Mobile-Entwickler so viel eher auf die Cloud als ihre Kollegen aus der Unternehmensentwicklung, die doch unter demselben Druck stehen, ihren Kunden eine umfassende, webbasierte Anwendung zu liefern? Der große Unterschied heißt: Governance.

Governance in der Cloud

Die Entwicklung mobiler Apps ist relativ neu und häufig arbeitet das Team, das die erste mobile Anwendung eines Unternehmens entwirft, nicht unmittelbar mit dem Rest der Unternehmensentwickler zusammen, sondern eher für sich. Während IT-Unternehmen versuchen, Governance-Regeln dafür aufzustellen, wie und wann die Cloud von Unternehmensanwendungen genutzt werden kann und sollte, schenken sich die Mobilentwickler die ganze Debatte und bitten lieber um Verzeihung als um Erlaubnis. Wenn das Mobile Team die Cloud nutzt, um ein fertiges Produkt zu liefern, das die Kunden mögen und die Buchhaltungsabteilung nicht hasst, finden sich Unternehmen ohne feste Richtlinien unweigerlich auf der Liste der Cloud-Nutzer wieder.

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Natürlich ist es nicht fair, die Bereitwilligkeit von Mobile-Entwicklern, sich die Cloud zunutze zu machen, mit der Zurückhaltung eines Teams von Unternehmensentwicklern zu vergleichen. Schließlich setzen die Mobilentwickler zum Teil auch deshalb so stark auf die Cloud, weil sie ihre Projekte von null beginnen und von Anfang an kontrollieren können, welche Technologien sie nutzen. Ganz anders sieht es aus bei Teams, deren Aufgabe es ist, die Funktionen einer SOA-kompatiblen Geschäftsanwendung weiterzuentwickeln, die bereits seit fünf bis zehn Jahren in der Entwicklung ist. Es ist wesentlich einfacher, bei einem neuen Projekt eine cloudbasierte Technologie zu nutzen, als in einer Umgebung, die bereits seit Jahren stabil und sicher läuft, etwas Neues einzuführen.

Unabhängig von den oben genannten Gründen besteht aber kein Zweifel an der Tatsache, dass die Entwicklung von Apps und cloudbasierte Technologien gut zusammenpassen. Angesichts der kurzen Deadlines, die Mobile-Entwickler bei der Produktion einer Anwendung einzuhalten haben und des serviceorientierten Ansatzes, den so viele cloudbasierte Provider anbieten, um ihnen zu helfen bei Tests, Hosting und Management der Anwendungen Zeit und Geld zu sparen, werden Mobile-Anwendungen und Entwickler-Teams auch in Zukunft auf diese Services, Infrastrukturen und Plattformen in der Cloud zurückgreifen.

Über den Autor:

Sal Pece ist Java-Entwickler, der sich auf WebSphere, Portal- und Content-Management-Systeme spezialisiert hat. Sie können ihn über salpece@yahoo.ca anschreiben.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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