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Vor der Synergy 2016: Citrix kann wieder positiv in die Zukunft blicken

Die letzten Monate hatte Citrix mit enormen Turbulenzen zu kämpfen. Kurz vor der Synergy 2016 stehen die Zeichen jetzt wieder auf Erfolg.

Citrix hat turbulente 18 Monate hinter sich, aber die forcierte Konzentration auf die Kernprodukte zahlt sich langsam aus – sowohl finanziell als auch im übertragenen Sinn.

Seit Januar 2015 hat Citrix einige Kündigungswellen hinter sich, den CEO ausgetauscht sowie das ein oder andere Produkt abgekündigt. Das klingt entweder nach einer Todesspirale oder einem ausgeklügelten Plan, das Unternehmen wieder in Form zu bringen.

Wie sich inzwischen immer mehr herausstellt, trifft eher letzteres zu. Damit können Citrix-Kunden mit dem Wissen zur kommenden Citrix Synergy 2016 reisen, dass die wichtigsten Citrix-Produkte (XenDesktop, XenApp, XenServer, XenMobile, Workspace Cloud und NetScaler) auch weiterhin bestehen bleiben werden.

Die Elliott-Revolution

Als Citrix im Januar 2015 900 Mitarbeiter entließ, rauschte der Aktienkurs in den Keller, die Entwicklung vieler Citrix-Produkte stagnierte und VMware als größter Citrix-Konkurrent konnte in fast jedem Bereich, in dem Citrix Geschäfte macht, ein positiveres Medienecho hervorrufen. Im Februar 2015 verkündete Citrix das Aus für VDI-in-a-Box, was wohl schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, schon als Citrix die Technologie im Mai 2001 von Kaviza übernommen hatte. VDI-in-a-Box war zwar eine weitaus weniger komplexe Alternative zum Flaggschiffprodukt XenDesktop, Citrix hat es aber nie verstanden, beide Lösungen irgendwie zu vereinen.

Der erste Aufruhr im Citrix-Lager sollte dabei nur die Spitze des Eisberges sein. Im Juni 2015 veröffentlichte Investor Elliott Management, der ungefähr eine Milliarde US-Dollar in Citrix-Aktien besitzt, einen öffentlichen Brief, in der die zuletzt enttäuschende Leistung von Citrix angeprangert und verschiedene größere Änderungen angemahnt wurden.

Das sichtbarste Ergebnis dieser Management-Schelte war der Rücktritt des langjährigen Citrix-CEOs Mark Templeton im Oktober 2015. Anschließend wurde im Januar 2016 der frühere Microsoft-Manager Kirill Tatarinov als Nachfolger verpflichtet.

Citrix verkündete zudem im November 2015, die Go-To-Produktlinie in eine separate Firma auszulagern sowie den Typ-1-Hypervisor XenClient und die Storage-Virtualisierungs-Plattform Melio einzustellen. Schließlich gab es sogar Gerüchte, Citrix wäre auf der Suche nach einem Käufer. Diese ganzen Vorfälle haben verständlicherweise zu enormen Bedenken seitens Kunden und Partnern geführt und Fragen nach der Zukunft von Citrix aufgeworfen.

Inzwischen steht Citrix deutlich besser da

Der ganze Aufruhr war Teil einer Strategie, sich mit Citrix wieder auf die Kernprodukte zu fokussieren, was in dieser Situation keine schlechte Idee ist. Bisher scheint der Plan auch aufzugehen. Für Citrix gehören quasi alle Produkte, die IT-Mitarbeiter gängigerweise kennen, zum Kern der Produktfamilie. Citrix hat hierfür sogar einige Angestellte von abgekündigten Produktteams in die Teams von Kernprodukten verschoben. Das kann als weiterer Beweis dafür gesehen werden, dass Citrix wieder verstärkt in die Plattformen investieren will, die das Unternehmen überhaupt erst groß gemacht haben.

Auch das Vertrauen auf Investorenseite ist mittlerweile wieder gewachsen. Im Januar 2015 lag der Aktienkurs noch bei gut 50 US-Dollar, inzwischen wieder bei um die 80 US-Dollar. Man muss wohl kein Aktien-Guru sein, um einen Anstieg des Aktienkurses um 60 Prozent als Erfolg bewerten zu können. Gleichzeitig ist vom ersten Quartal 2015 bis zum ersten Quartal 2016 auch der Umsatz mit Produktlizenzen um 10 Prozent und der Umsatz mit SaaS-Produkten (Software as a Service) um 17 Prozent gestiegen. Das zeigt, dass Citrix neue Kunden dazugewinnt. Die kommende Citrix Synergy vom 24. bis 26. Mai in Las Vegas wird dem Unternehmen eine zusätzliche Plattform geben, um Produktneuerungen vorzustellen.

Sowohl das Citrix-Management als auch das Produktportfolio scheinen mittlerweile wesentlich stabiler zu sein als noch vor einem Jahr. Aber was sagt das über die Zukunft von Citrix aus? Selbst wenn all das nur eine Art Master-Plan war, um Citrix tatsächlich nach seiner Gesundungskur zu verkaufen, müssen Citrix-Kunden wohl kaum mit weiteren Produkteinstellungen rechnen. Wer sich also für Citrix-Produkte entschieden hat, für den besteht derzeit kein Grund, auf ein anderes Pferd zu setzen.

Wer aber eine komplette Erneuerung seiner Citrix-Umgebung vor sich hat und lieber auf Nummer sicher gehen will, für den mag auch ein Wechsel zu alternativen Plattformen wie VMware, Airwatch oder Ericom und Parallels die bessere Wahl sein.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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