VMware Horizon 6.1 kommt mit kleinem Versionssprung aber großem Funktionsupdate

VMware Horizon 6.1 bietet trotz kleinem Versionssprung ein sehr umfangreiches Funktionsupdate. Warum gibt es dann keine neue Hauptversionsnummer?

Was haben sich die Verantwortlichen bei VMware wohl dabei gedacht, als sie dem enorm umfangreichen Update von Horizon 6 immer noch die gleiche Versionsnummer „Horizon 6“ gegeben haben?

Seit VMware Horizon 6 im April 2014 vorgestellt wurde gibt es immer wieder Vergleiche mit Konkurrenzprodukten. Die übereinstimmende Meinung lautet dabei, dass Horizon 6 für VMware ein riesiger Schritt nach vorne war, aber zumindest anfangs nicht im Ansatz so viele Features bot wie Citrix XenDesktop und XenApp, die in Version 7.5 beziehungsweise der leicht überarbeiteten Version 7.6 wohl immer noch mehrheitlich in den meisten Unternehmen eingesetzt werden.

Schlüssig wäre es da doch, würde VMware sich von der Ursprungsversion 6 distanzieren – nicht, weil Horizon 6 schlecht gewesen wäre, sondern weil dieses Update derartig viele neue und wichtige Funktionen mit sich brachte, dass es die breite Aufmerksamkeit einer neuen Versionsnummer mehr als nur verdient gehabt hätte.

Moment mal – habe ich da gerade etwa tatsächlich nach mehr Marketing gerufen?

Technisch betrachtet heißt die aktuellste Version von Horizon 6 tatsächlich „Horizon  6 (Version 6.1)“, was im Vergleich zu „Horizon 6 (Version 6)“ natürlich einen Unterschied darstellt – aber doch nicht so offensichtlich, wie ich es mir gewünscht hätte.

Die Neuerungen in Horizon 6 (Version 6.1) sind bereits umfassend behandelt worden, so dass ich nicht zu sehr ins Detail gehen werde. Ein kurzer Blick auf die Liste zeigt aber schon, wie umfangreich das Funktionsupdate ausgefallen ist. Bei einigen dieser Punkte fragt man sich spontan: Was, das war vorher noch gar nicht enthalten?

Hier sind nur einige der Neuerungen:

  • Unterstützung des Einzelbenutzermodus für Windows Server 2012, womit Sie unter Einsparung von Virtual-Desktop-Zugriffslizenzen RDSH-Desktops (Remote Desktop Session Host) für Einzelanwender bereitstellen können.
  • HTML5-Zugang, den VMware zuvor zwar bereits integriert hatte, allerdings nur für virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI).
  • Smart-Card-Authentifikation, die zuvor ebenfalls nur für VDI verfügbar war.
  • vGPU-Unterstützung für Nvidia GRID. Richtig, auch das war vorher nur für VDI möglich.

Es gibt eine Menge weiterer Ergänzungen. Wie Sie dieser Liste aber schon entnehmen können, lag ein Schwerpunkt darauf, den Funktionsumfang von Horizon 6 dem von Horizon View anzunähern. Warum aber mit derselben Hauptversionsnummer?

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Unter dem Namen Horizon 6 versammelt VMware sowohl VDI- als auch RDSH-Technologien. Das macht verständlicher, warum es keine Änderung der Hauptversionsnummer gab: VMware hat schlicht beide Technologien auf eine Höhe gebracht. Auch wenn es verwirrend sein kann zu erfahren, dass Horizon 6 vGPU-Unterstützung bietet, während man die gleichnamige Vorjahresversion ohne diese Möglichkeit einsetzt.

Was auch immer die Gründe für die subtile Namensänderung bei doch erheblichem Funktionsumfang gewesen sein mag – entscheidend ist es zu wissen, dass das heutige Horizon 6 nicht dasselbe ist wie das gestrige Horizon 6. Sollten Sie damals also einen Wechsel erwogen, sich von fehlenden Features aber haben bremsen lassen, so könnte ein zweiter Blick durchaus zu anderen Ergebnissen führen.

Selbstverständlich steht aber natürlich auch die Citrix Synergy 2015 im Mai vor der Tür, und wenngleich die neuen Features von VMware nicht zwingend XenApp 7.6 in den Schatten stellen, so dürfen wir doch davon ausgehen, dass auch Citrix dazu noch von sich hören lassen wird.

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Artikel wurde zuletzt im April 2015 aktualisiert

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