Sechs ERP-Anforderungen für bessere Entscheidungen

ERP-Systeme sollte nicht nur als Unternehmenssoftware betrachtet werden, sondern auch als wichtige Bausteine für kritischen Geschäftsentscheidungen.

Für Entscheidungsunterstützung braucht es geeignete Technologien. Vielen ist bewusst, dass die Implementierung eines modernen ERP-Systems dafür ein erster kritischer Schritt ist. Worauf es ankommt ist, solch ein System nicht nur als Unternehmenssoftware zu betrachten. 

ERP-Lösungen effektiv einzusetzen bedeutet, selbst mit täglichen Veränderungen zum Vorteil des Unternehmens klarzukommen. Dabei ist es egal, ob das Dienstleistungen oder Produktionsanlagen betrifft, um auf wechselnde Kunden- und Produktanforderungen Antworten zu finden, die Suche nach neuen Absatzchancen für das bestehende Geschäftsfeld oder die Einführung von Innovationen am Markt.

Hermann Stehlik,
Vice President Zentraleuropa,
Epicor Software

Dass es an der Unterstützung für Entscheidungen hapert, zeigt beispielsweise eine aktuelle Epicor-Studie. Demnach sind viele Angestellten gezwungen, Entscheidungen ohne die nötigen Informationen zu treffen: Bei 30 Prozent kommt dies wöchentlich oder sogar täglich vor. Diese Ergebnisse bestätigt die PwC 2014 Big Decision Studie Gut & Gigabytes, nach der weniger als ein Drittel der Angestellten (32 Prozent) die Entscheidungsfindungsprozesse in ihrem Unternehmen als datengetrieben erachten.

Wer hier nachhaltig Abhilfe schaffen will, sollte bei der Auswahl für ein modernes ERP-System folgende sechs Anforderungen stellen:

Daten-Management: Vom Finanzwesen bis zur Produktionsanlage müssen alle Unternehmensdaten zentral gespeichert und konsistent zur Verfügung gestellt werden. Nur wenn es eine einzige Wahrheit gibt, kann es gelingen, auch abteilungsübergreifend schnell Entscheidungen zu treffen – ganz gleich ob es um Rechnungswesen, Liefertermine oder Vereinbarungen mit Zulieferern geht. Zudem ist es anhand einer zentralen Datenbasis einfacher, interne Mängel und Widersprüche zu erkennen, die ansonsten zeitraubend gesucht werden müssen und teuer zu stehen kommen.

Reporting: Berichte dürfen nicht von manuellen Tätigkeiten abhängig sein – etwa vom Sammeln von Daten aus diversen Excel-Tabellen. Ein vollständig integriertes ERP-System erlaubt es, Berichte jederzeit über jedes Endgerät zu generieren – über Abteilungsgrenzen hinweg und mit unterschiedlichen Sichten. Nur dann können Entscheider rechtzeitig Anpassungen vornehmen, anstatt Informationslücken mit Bauchgefühl zu kompensieren.

Echtzeitdaten: Ob Auftragsgewinn aus dem Vertrieb, Maschinenstillstand in der Fertigung oder Rechnungseingang im Finanzwesen – jeder Unternehmensbereich erzeugt kontinuierlich Daten, die für Entscheidungen relevant sein können. Ein leistungsfähiges ERP muss heute Echtzeitdaten aus dem gesamten Unternehmen erfassen und verarbeiten können, um nicht nur teure Verzögerungen zu verhindern, sondern auch folgenschwere Fehlentscheidungen.

Kontextanalysen: Isolierte Informationen sind nicht nur weniger wert, sondern können auch den Blick auf die tatsächliche Situation verfälschen. Hochleistungsfähige Business-Intelligence-Funktionen bieten aber nur dann wirklich Vorteile, wenn sie für Anwender auch einfach zugänglich sind und die Ergebnisse übersichtlich dargestellt werden – etwa über Dashboards oder in grafischen Ansichten. Zudem sollten es in diesem Zusammenhang moderne ERP-Lösungen ermöglichen, nicht nur einzelne Informationen, sondern ganze Funktionseinheiten nachzuverfolgen beziehungsweise Objekte im Kontext und zugehörige Abhängigkeiten transparent zu visualisieren.

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Automatisierung: Standardentscheidungen zu automatisieren schafft Freiräume für die eigentlichen Kompetenzen von Mitarbeitern. Wichtig ist hier, dass das ERP-System dafür einfache Verfahren zur Automatisierung von Entscheidungen bietet und jederzeit Anpassungen zulässt. Gleiches gilt für automatisierte Workflows und Alarme. Sie tragen wesentlich zur Produktivität bei und entlasten Mitarbeiter von Routinen.

Wissens-Management: Entscheidungen sind nicht immer geradlinige Prozesse. Vielmehr gewinnen sie an Qualität, wenn neue Perspektiven einbezogen werden, unabhängig von Hierarchien oder Abteilungszugehörigkeit. Statt dies dem Zufall zu überlassen, schaffen in ERP integrierte Social-Enterprise-Plattformen Vorteile. Sie vereinfachen den spontanen Austausch Einzelner ebenso wie die Vernetzung unterschiedlichster Disziplinen in Kompetenzteams. Die fundierte Integration solcher Plattformen im ERP ist dabei wesentlich, um das Wissen aus dem sozialen Netz mit den Unternehmensdaten kontextbasiert speichern und damit ein nachhaltiges Wissens-Management entwickeln zu können.

Entscheidungen zu unterstützen heißt, nicht nur alles verfügbare Wissen zu sammeln, sondern es über Analysen, übersichtliche Darstellung und Automatismen so komfortabel zur Verfügung zu stellen, dass Anwender es auch effektiv nutzen können. Technische Leistungswerte von ERP-Systemen sind dafür ein wichtiges Kriterium, die Bedienfreundlichkeit der Lösung ist jedoch entscheidend, dass in der Praxis das Potenzial auch ausgeschöpft wird.

Über den Autor:
Hermann Stehlik, Vice President Zentraleuropa, ist zuständig für den Vertrieb in Europa bei Epicor Software. In dieser Rolle unterstützt er Unternehmen bei ihrer Entscheidung, auf neue ERP Systeme umzusteigen oder zu migrieren und bei der Neuauswahl von ERP System.

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