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Return on Digitization – Prüfstein jedes Transformations-Projekts

Transformationsprojekte sind kein Selbstzweck. Der Return on Digitization muss künftig darüber entscheiden, ob ein Projekt überhaupt gestartet wird.

Im globalen Wettbewerb geht es um jeden Euro: Gerade mittelständische Unternehmen kalkulieren sehr genau. Ihre Leitfrage 2017: Zahlt sich die Digitalisierung für uns aus? Der Return on Digitization entscheidet künftig darüber, ob ein Transformationsprojekt überhaupt angepackt wird.

Betriebswirte kennen die Begriffe Return on Investment (ROI) oder Return on Sales (ROS). Aber Return on Digitization, Digital ROI oder gar Return on Digitalisierung? Zugegeben: Der Begriff ist neu – doch Sie sollten ihn sich unbedingt merken. Weil er für jedes Unternehmen, das sich für die Zukunft wappnen möchte, entscheidend ist. Was er bedeutet? Man könnte ihn mit Digitalverzinsung übersetzen. Heißt: Unterm Strich muss bei jedem Transformationsprojekt ein Plus stehen. Mehr Effizienz, mehr Produktivität, neue Kunden oder Geschäftsmodelle, zufriedenere Mitarbeiter. Kurz: eine bessere Wettbewerbsfähigkeit.

Die Digitalisierung ist der Trend, der Unternehmen 2017 am meisten beschäftigen wird – also auch den Mittelstand, wie 90 Prozent der befragten Vorstände und Geschäftsführer in der Potenzialanalyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC vom Januar 2017 bestätigen. Aber Mittelständler setzen nicht auf Digitalisierung, weil sie einem Trend hinterherhecheln. Sie digitalisieren ihr Geschäft, weil sie davon profitieren wollen.

Top-Digitalisierer sind erfolgreicher

Im Digitalisierungsindex Mittelstand, einer repräsentativen Studie von Telekom und techconsult, beweisen die digitalen Vorreiter, dass sich diese Transformation lohnt. Voraussetzung: Man packt sie richtig an. Mehr als 80 Prozent dieser Top-Digitalisierer, die übrigens in allen Branchen zu finden sind, haben das schon bewiesen: Dank Digitalisierung sind sie mit Absatz, Umsatz sowie Reaktions- und Bearbeitungstempo zufrieden oder sehr zufrieden. Cap Gemini stützt diese Einschätzung: Die Unternehmensberatung hat zusammen mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) bereits 2012 vorgerechnet, dass digitalisierte Unternehmen neun Prozent mehr Umsatz und 26 Prozent mehr Gewinn ausweisen als ihre nicht digitale Konkurrenz.

Eine verlockende Perspektive, auch für deutsche Mittelständler. Doch für sie gilt auch: Transformationsprojekte sind kein Selbstzweck. Sie wollen im globalen Wettbewerb keinen Euro verschenken. Daher müssen sich Investitionen in digitale Projekte von Beginn an rechnen. Als besonders gewinnbringend gelten solche, die auf die so genannte Customer Journey abzielen und Kunden bessere Produkte, einen optimierten Service und mehr Nähe bieten. Damit verbinden sich zwei Ziele: Bestehende Kunden in treue Kunden verwandeln – nicht einfach in Zeiten scheinbar unbegrenzter Auswahl und generell sinkender Loyalität gegenüber Marken und Produkten. Aber immer noch leichter, als bei neuen Kunden Interesse zu wecken – doch auch das ist die erklärte Absicht des digitalen Wandels.

Im Mittelpunkt: der Kunde

Wie also können Mittelständler diese Ziele am besten erreichen? Indem sie den Kunden in den Mittelpunkt rücken. Indem sie sich ein Beispiel an Unternehmen wie Uber oder Airbnb nehmen. Deren disruptiver Erfolg basiert nämlich nicht ausschließlich auf dem Einsatz neuer Technologien, sondern auf konsequenter Kundenfokussierung. Wie das zu schaffen ist? Mit einem Perspektivwechsel. Statt zu überlegen, welche neuen Produkte man entwickeln könnte oder wie sich Prozesse verschlanken lassen, gilt es, sich die richtigen Fragen zu stellen: Was erwarten unsere Kunden von uns? Welches Produkt vermissen sie? Wie würden sie gerne miteinander kommunizieren? Wer Digitalverzinsung erwartet, muss Antworten auf diese Fragen finden und sich in den Kunden hineinversetzen können. Denn dort, wo der Mittelstand seinen Kunden einen echten Mehrwert bieten kann, wird der Return on Digitization am üppigsten ausfallen.

Smart Data erkennt die Kundenwünsche

Wie aber können Unternehmen die Wünsche ihrer Kunden identifizieren? Die gute Nachricht: Es ist einfacher denn je. Vorbei die Zeiten, in denen Kunden unbekannte Wesen mit verborgenen Wünschen waren. Mittelständler kommunizieren heute mit ihren Kunden über diverse Kanäle – mittels Twitter, Facebook, E-Mail, per App oder mit der Hilfe der eigenen Website. Auf diesen Wegen entstehen viele Informationen – 2017 ist das Jahr, in dem sie endlich konsequent ausgewertet werden können. Aus Big Data wird 2017 Smart Data. Warum das wichtig ist? Weil Unternehmen nur dann gewinnbringende Produkte und Services auf den Markt bringen, wenn sie wissen, dass diese den Kundennerv treffen. Daher ist Smart Data ein entscheidender Baustein für den Return on Digitization.

Viele Wege führen zum digitalen Ziel

Natürlich unterscheiden sich die Erwartungen der Kunden abhängig von der Branche und der Größe des Unternehmens. Deshalb muss jedes Unternehmen auch seinen individuellen Weg der Transformation einschlagen. Immer gilt es vorab zu prüfen, ob unterm Strich die erwartbare Digitalverzinsung stimmt.

Für viele Unternehmen ist das schwierig abzuschätzen. Daher arbeiten laut Digitalisierungsindex Mittelstand derzeit 74 Prozent der Unternehmen mit externen Beratern oder Dienstleistern zusammen, weitere zwölf Prozent wollen dies im Lauf der nächsten zwölf Monate noch tun. Gemeinsam mit solchen Digitalisierungsexperten fällt es leichter, den Return on Digitization zu verbessern.

Cloud-Lösungen rechnen sich

Was aber bedeutet das für die Unternehmen konkret? Ob nun der Gemüsehändler um die Ecke im ersten Schritt seine Produkte auch per Webshop vertreibt oder ein global tätiger Maschinenbauer seinen Kunden vorausschauende Wartung bietet: Ohne Cloud ist die Digitalisierung nicht denkbar. Sie ist die technologische Grundlage der Digitalisierung und deckt die IT- und TK-Bedürfnisse moderner Unternehmen ab.

Hagen Rickmann, Telekom Deutschland GmbH

„Immer gilt es vorab zu prüfen, ob unterm Strich die erwartbare Digitalverzinsung stimmt. Für viele Unternehmen ist das schwierig abzuschätzen.“

Hagen Rickmann, Telekom Deutschland

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Die Palette reicht von der virtuellen Telefonanlage über Speicherplatz und den flexiblen Bezug der Geschäftsanwendungen bis hin zum Thema Sicherheit. Sie schenkt den Unternehmen Flexibilität und die Möglichkeit, die eigenen Prozesse und sogar das eigene Geschäftsmodell zu digitalisieren. Und: Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Digitalverzinsung, denn wer sie nutzt, profitiert zum Beispiel von Skaleneffekten. Kurz: Cloud-Lösungen rechnen sich!

Über den Autor:
Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH, treibt seit seinem Eintritt in den Konzern 2009 in verschiedenen Management-Positionen die Entwicklungen im Geschäftskundenbereich voran.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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