Infoblox LINCX: Programmierbarer Open Source SDN-Switch ab sofort kostenlos verfügbar

Administratoren können ab sofort den Open-Source-SDN-Switch LINCX kostenlos herunterladen und auf Standard-Linux- und Xen-Servern einsetzen.

Infoblox ist auf Netzwerk-Security und -Automatisierung spezialisiert. Die Firma hat mit LINCX einen SDN-Switch (Software-defined Networking) entwickelt, der sich vollständig programmieren lässt. Das Projekt ist Open-Source und jeder darf sich die Software ab sofort kostenlos bei FlowForwarding.org herunterladen.

Stuart Bailey ist Gründer und CTO bei Infoblox. Er und sein Team habe LINCX nicht als Infoblox-Produkt, sondern für die SDN-Community entwickelt. Man wolle mithilfe von LINCX zeigen, dass sich SDN schnell und kostengünstig realisieren lässt. Software-defined Networking soll in absehbarer Zeit viele rein Hardware-basierte Netzwerke ablösen. Weiterhin will Infoblox mittels LINCX die Aufmerksamkeit für Open-Source-SDN-Anwendungen steigern und schlussendlich die Entwicklung fördern.

Spezielle Hardware benötigen die Anwender nicht, um LINCX einzusetzen, so Infoblox. Die Software läuft laut Herstellerangaben auf Standard-Linux- oder Xen-Servern. Dabei können die Server-Installationen sowohl auf physischer Hardware als auch in virtuellen Maschinen liegen. Weiterhin funktioniert LINCX auf so genannten White-Box-Switches. Diese Netzwerk-Komponenten sind bereits ab zirka 220 Euro erhältlich. Dedizierte Hardware-Switche sind in der Regel wesentlich teurer und setzen darüber hinaus spezielle Prozessoren voraus. Die Software auf den Hardware-Switchen ist üblicherweise proprietär.

LINCX ist mit der Programmiersprache Erlang geschrieben. Sie eignet sich im Speziellen dafür, hochgradig skalierbare, hochverfügbare und sehr flexible Systeme aufzubauen. DPI (Deep Packet Inspection) und Protokoll-Unterstützung können Sie in LINCX komplett programmieren. Damit haben Administratoren die Möglichkeit, das Switching an die Ansprüche der eigenen Netzwerk-Umgebung anpassen.

Laut Infoblox erreicht LINCX ungefähr 80 Prozent der Leistung von Open vSwitch. Allerdings sind in Open vSwitch zirka 170.000 Zeilen Code enthalten. LINCX ist mit in etwa einem Viertel der Code-Zeilen realisiert.

Stuart Bailey sagte: „SDN kann das komplette Networking grundlegend verändern. Wir gehen davon aus, dass Software-defined Networking sich in einigen Jahren vollständig etablieren wird. Dann wird es keine physische Netzwerk-Hardware mehr geben – also keine Switches, keine Router, keine Load Balancer und keine WAN-Optimierer mehr. Stattdessen wird auf den Servern in Rechenzentren SDN-Software laufen. So lassen sich Server-Funktionen und Workloads je nach Bedarf kontinuierlich ausbalancieren. Dazu brauchen sie nur vermaschte Ethernet-Kabel, um sich miteinander zu verbinden.“

Laut Bailey habe man LINCX entwickelt, um die Veränderungen auf dem Netzwerk-Markt zu zeigen. LINCX wurde in nur einem Jahr mit sechs Leuten zu Wege gebracht. Deswegen ist sich Bailey sicher, dass bald auch andere interessante SDN-Anwendungen darauf aufbauen. Derzeit sei das Spielfeld in Sachen Software-defined Networking vollständig offen. Wer als Gewinner auf diesem Netzwerk-Segment hervorgeht, lasse sich schwer abschätzen. Bailey ist sich allerdings sicher, dass auch einige Startup-Unternehmen eine große Rolle auf dem SDN-Markt spielen werden.

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