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Cisco Live 2026: 102,4T-Switches und Agentic Ops für KI
Cisco rüstet sein Infrastrukturangebot für die Agentenära der KI aus und bringt neue 102,4T-Nexus-Switches, 1,6T- und 800G-Optiken, Agentic-Ops- sowie Sicherheitsfunktionen.
Cisco nutzt seine Hausmesse Cisco Live 2026 Amsterdam, um seine Infrastruktur auf die Ära der agentischen KI auszurichten. Im Mittelpunkt stehen neue Silicon-One-Chips mit 102,4 TBit/s, passende Nexus-Systeme und Optiken, ein einheitliches Data-Center-Management unter dem Label Nexus One, agentengestützte Betriebsmodelle sowie Sicherheitsfunktionen für KI-Workloads – von der Fabric im Rechenzentrum bis hin zu Campus, Webex-Endgeräten und KI-Agenten.
Vom Chatbot zur agentischen KI
Cisco zeichnet ein Bild vom Übergang klassischer Chatbots zu agentischer KI. Während Chatbots vor allem Fragen beantworten, übernehmen Agenten komplette Aufgabenketten, stoßen Workflows an, treffen Entscheidungen und agieren zunehmend auch in der physischen Welt – etwa über Roboter, vernetzte Maschinen oder autonome Fahrzeuge. Für Unternehmen bedeutet dies, dass KI nicht mehr nur eine Zusatzfunktion einzelner Anwendungen ist, sondern zu einem dauerhaften, hochaktiven Lastfaktor für die gesamte Infrastruktur wird. Dadurch verschieben sich laut Cisco auch die Engpässe in den IT-Architekturen:
- Infrastruktur: Wenn Agenten ständig laufen und nicht nur vereinzelt Anfragen beantworten, werden Stromversorgung, Speicher und Netzwerkbandbreite genauso kritisch wie reine Rechenleistung.
- Vertrauen: Jenseits klassischer IT-Sicherheit müssen Unternehmen Modelle, Agenten-Identitäten und ihr Verhalten kontrollieren – inklusive Governance, Nachvollziehbarkeit und Angriffserkennung.
- Daten: Neben Text, Audio und Video gewinnen Telemetrie-, Maschinensensor- und Sensordaten an Bedeutung, da sie das Verhalten von Systemen und Agenten im laufenden Betrieb abbilden.
Cisco positioniert sich dabei als Infrastrukturschicht für diese Ära mit AI-Ready Rechenzentren, sicheren Arbeitsplätzen, sicherer globaler Konnektivität und einer Plattform für digitale Resilienz. Quer über alle Bereiche hinweg kommt das neue Betriebsmodell Agentic Ops zum Einsatz, bei dem KI-Funktionen nicht nur observieren, sondern eigenständig analysieren, entscheiden und handeln sollen.
Silicon One G300: 102,4 TBit/s für AI-Fabrics
Der neue Cisco Silicon One G300 ist das Kernstück der Datacenter-Ankündigungen. Der Chip ist als Basis für sehr große KI-Fabrics konzipiert, in denen eine große Zahl von GPUs über Ethernet-Switche verbunden wird. Damit will Cisco vor allem Kunden adressieren, die Agentic-KI-Workloads im Hyperscale-Format aufbauen und dabei maximale Bandbreite pro Rack-Unit benötigen, ohne auf proprietäre Interconnects ausweichen zu müssen.
- Switching-Kapazität: 102,4 TBit/s pro Chip
- Interfaces: Unterstützung für 1,6-Tbit/s-Ethernet mit 200-Gb/s-SerDes
- Einsatzszenarien: Hochperformante Ethernet-Fabrics für KI-Cluster und massiv paralleles Rechnen.
Der Hersteller hebt zwei Merkmale hervor, mit denen sich der Silicon One 300 von klassischem „Speeds and Feeds“-Silicon absetzen soll:
- Intelligent Collective Networking: Ein Satz von Funktionen, der die kollektive Auslastung der Fabric optimiert und so die tatsächliche Recheneffizienz großer Agentic-AI-Cluster steigern soll, statt nur theoretische Bandbreite bereitzustellen.
- Future-proofed Infrastructure: Eine programmierbare Engine auf dem Chip soll es erlauben, Funktionen während der gesamten Lebensdauer der Plattform nachzurüsten und ältere Systeme an neue Anforderungen anzupassen, ohne die Hardware austauschen zu müssen.
102,4T-Systeme: Luft- und Flüssigkühlung für Hyperscaler und souveräne Clouds
Auf Basis des Silicon One G300 bringt Cisco ein neues Portfolio von 102,4T-Systemen auf den Markt. Die Plattformen sind für die größten Rechenzentren ausgelegt und sollen sich sowohl in luftgekühlten als auch in vollständig flüssiggekühlten KI-Umgebungen integrieren lassen. Damit will Cisco typische Szenarien bei Hyperscalern, Sovereign Clouds und großen Service Providern adressieren, in denen GPU-Racks inzwischen fast ausschließlich mit Flüssigkühlung arbeiten. Der Marktstart ist laut Cisco für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Cisco N9364-SG3 und Cisco 8133
- 102,4 TBit/s, Luftkühlung
- 3 RU, 64 Ports à 1,6 T OSFP, EIA-19"
- Redundante, steckbare Netzteile
- Betrieb mit NX-OS oder SONiC
Cisco N9364-SG3 und Cisco 8132
- 102,4 TBit/s, Flüssigkühlung
- 2 RU, 64 Ports à 1,6T OSFP
- ORv3N-21"-Blind-Mate-Formfaktor.
- Redundante, integrierte Netzteile, Advanced Leak Detection.
Silicon One P200, 51,2T-Router und 800G-Optiken für DCI und Core
Neben dem G300 erweitert Cisco den schon länger verfügbaren Silicon One P200. Dieser Chip ist stärker auf Routing-Rollen, DCI und Scale-Across-Architekturen ausgelegt. Cisco will damit hohe Bandbreiten mit erweiterter Feature-Tiefe für WAN, Core und Peering kombinieren.
Cisco N9364-SP2R und Cisco 8223
- 51,2-TBit/s-Fixed-Systeme
- 3 RU, 64 Ports, 800G
- Kombination aus OSFP800 und QSFP-DD800 für flexible Portbelegung
Cisco N9836-SP2R und Cisco 88-LC2-36EF-M.
- 28,8-Tbit/s-Modular-Linecards
- 36 Ports 800G OSFP800 für modulare Chassis
Cisco 800G ZR/ZR+ Optics
- Reichweite von >1000 km für DCI, Core und Peering
- Quantum-resiliente Line-Rate-Verschlüsselung und Smart Adaptive Processing.
Unterstützt werden NX-OS, ACI, SONiC und IOS-XR. Damit lassen sich die P200-Systeme laut Cisco sowohl in klassischen Routern als auch in Spine-Rollen von Datacenter-Fabrics einsetzen, ohne dass die Betriebssystemlandschaft aufgebrochen werden muss.
Optiken für die KI-Ära: 1,6 T OSFP und 800 G LPO
Um die Bandbreite der neuen Fabrics auch zwischen Racks und RZ-Zonen voll auszunutzen, erweitert Cisco sein optisches Portfolio. Die neuen Module sollen sowohl den Durchsatz als auch die Energieeffizienz verbessern und sind auf KI-Workloads und sehr dichte Fabrics ausgelegt.
Cisco OSFP 1.6T Optics
- 1,6-Tbit/s-Optiken im OSFP-Formfaktor (Octal Small Form Factor Pluggable) für hohe Geschwindigkeiten in der Fabric.
- Der Fokus liegt laut Hersteller auf hoher Performance und Zuverlässigkeit.
- Die DSP-basierte Diagnostik und Monitoring sollen die Überwachung des Zustands der Links im laufenden Betrieb ermöglichen.
Cisco 800G LPO Solutions
- Linear Pluggable Optics (LPO) für 800G-Netze, die einen Teil der Signalverarbeitung vom Modul zurück auf den ASIC verlagern.
- Speziell auf große AI-Scale-out-Deployments ausgelegt, in denen Optiken einen wachsenden Anteil am Gesamtenergiebedarf haben.
- Laut Cisco reduziert sich die Leistungsaufnahme pro Modul um 50 Prozent und der Energiebedarf auf Systemebene um 30 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen 800G-Optiken.
Beide Optikfamilien werden im dritten Quartal 2026 erwartet.
Nexus One: Enheitlicher Steuerungs-Layer für das Rechenzentrum
Mit Nexus One möchte Cisco einen gemeinsamen Steuerungs-Layer für seine Datacenter-Portfolios schaffen. Anstatt für NX-OS-Switches, ACI-Fabrics und SONiC-Umgebungen unterschiedliche Tools zu nutzen, sollen Betreiber künftig alles über eine Oberfläche verwalten können. Dies sei insbesondere für hybride KI-Umgebungen relevant, in denen klassische Workloads und KI-Cluster nebeneinander betrieben werden.
- Zentrales Management für NX-OS-Switches, ACI-Fabrics und SONiC-Installationen.
- Integration von Cisco HyperFabric auf Nexus-9K-Systemen, um Compute- und Netzwerk-Sicht zusammenzuführen.
- Neue Software-Funktionen wie AI Job Observability, native Splunk-Integration und AgenticOps-Workflows
- Ziel ist ein einheitlicher Steuerungs-Layer für On-Prem-Rechenzentren und cloudnahe Deployments mit flexibler OS-Unterstützung.
Laut Cisco soll Nexus One dabei helfen, die Komplexität beim Aufbau und Betrieb großer KI-Fabrics zu reduzieren und gleichzeitig Telemetriedaten in die Agentic-Ops-Modelle einzuspeisen.
Agentic Ops: CCIE-Wissen als 24/7-Agent
Das Konzept Agentic Ops zieht sich durch alle Produktbereiche. Für Campus- und Zweigstellennetze sollen KI-Agenten künftig standardisierte Aufgaben übernehmen, für die bisher erfahrenes Fachpersonal erforderlich war. Die Funktionen laufen direkt in den bestehenden Management-Tools, wie dem Meraki Dashboard und dem Catalyst Center, und werden über den AI Assistant oder den AI Canvas angesprochen.
- Advanced Troubleshooting: Agenten mit internem CCIE-Know-how (Cisco Certified Internetwork Expert) analysieren Telemetrie, Logs und Konfigurationsdaten, um Fehlerbilder automatisch zu erkennen. Anstatt mehrere Systeme manuell zu durchsuchen, lassen sich typische WLAN-, Routing- oder Segmentierungsprobleme in Form eines Dialogs mit dem Assistenten untersuchen. Das Ziel besteht darin, Abhilfemaßnahmen vorzuschlagen oder automatisiert auszuführen, für die bisher Stunden an Analysearbeit erforderlich waren.
- Continuous Network Optimization: Experience-Metriken übersetzen Roh-Telemetrie in Kennzahlen zur Nutzererfahrung, etwa zu Latenz, Paketverlust oder WLAN-Qualität. Verschlechtern sich diese Werte, stößt ein Agent Root-Cause-Analysen an, prüft Funkkanäle, Auslastung oder Policy-Konflikte und passt bei Bedarf Parameter wie Kanalwahl oder Sendeleistung selbstständig an.
- Compliance- und Konfigurations-Audit: Netzwerkkonfigurationen werden permanent gegen Richtlinien und Standards wie NIST CSF 2.0 oder PCI DSS geprüft. Abweichungen werden markiert, priorisiert und bei Bedarf automatisch korrigiert. Dadurch können Netzwerkteams ihre Umgebung dauerhaft im Einklang mit den geltenden Compliance-Vorgaben betreiben.
Cisco betont, dass diese Agent-Ops-Funktionen im Essential-Lizenzlevel der Netzwerklizenzen enthalten sind und nicht als eigenständige Add-on-Produkte vermarktet werden.
IOS XE 26: PQC-ready Campus und Security Service Insertion
Mit IOS XE 26 will Cisco Campus- und Branch-Netze auf die Post-Quantum-Ära vorbereiten. Die neue Version bildet die Grundlage für PQC-Funktionen und eine flexiblere Einbindung von Sicherheitsdiensten. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.
- Post-Quantum Cryptography (PQC): IOS XE 26 führt einen durchgehenden PQC-Stack ein – von Secure Boot über Management-Protokolle bis hin zu MACsec- und IPsec-Verschlüsselung. Damit sollen Netzbetreiber ihre Umgebungen gegen Harvest now, decrypt later-Angriffe absichern, bei denen verschlüsselter Verkehr heute aufgezeichnet und später mit Quantenrechnern entschlüsselt werden könnte. Gleichzeitig will Cisco Kunden adressieren, die sich auf kommende Vorgaben für kritische Infrastrukturen vorbereiten müssen.
- Security Service Insertion: Diese Funktion erlaubt es laut Cisco, Firewall- und Security-Dienste dynamisch in beliebige Datenströme einzuschleusen, ohne die physische Topologie anzupassen. Dadurch soll es möglich sein, zentrale oder verteilte Security-Instanzen in Campus-Netzen zu nutzen, ohne VLAN-Strukturen oder Routing-Pfade umzubauen. Cisco positioniert Security Service Insertion als Teil einer Hybrid-Mesh-Firewall-Architektur, die mit Makro- und Mikrosegmentierung zusammenspielt.
Laut dem Hersteller ist dies der erste Ansatz, der PQC durchgängig von der Gerätesicherheit bis zum Datenverkehr in Campus- und WAN-Umgebungen umsetzt.
Neue 8100-Router und CW9800L-Gateway für den Edge
Zur Erweiterung seines Edge-Portfolios kündigt Cisco neue Hardware an. Diese soll sowohl klassische WAN-Anforderungen als auch moderne Micro-Branch-Szenarien abdecken. Beide Produktlinien sollen noch im ersten Quartal 2026 verfügbar sein.
Neue Cisco 8100 Secure Router
Eine Variante zielt speziell auf europäische Märkte ab, in denen Unternehmen von DSL- zu Glasfaseranschlüssen migrieren. Das Gerät fungiert als Brücke zwischen beiden Welten und soll den Übergang zu moderner Infrastruktur erleichtern.
Ein zweites Modell kombiniert Next-Generation-Firewall, SD-WAN, Routing, WLAN und 5G in einem kompakten Formfaktor. Cisco spricht von einem „Micro-Branch in a Box“, der sich etwa in kleinen Außenstellen, temporären Standorten oder Retail-Filialen einsetzen lässt.
Cisco Campus Gateway CW9800L
Das CW9800L ist eine kleinere Formfaktor-Variante des bestehenden Campus-Gateways und adressiert mittelgroße oder kleinere Standorte. Es soll Kunden, die ihr WLAN bislang ausschließlich vor Ort verwalten, einen Übergang zu einem Cloud-gesteuerten Modell ermöglichen, ohne dass sich die Policy-Logik ändert.
Webex: Roomkit Pro G2, DeskPro G2 und Übersetzer-Agent
Im Collaboration-Segment setzt Cisco vor allem auf eine bessere Integration von Meeting-Räumen sowie auf KI-gestützte Funktionen, die Sprachbarrieren abbauen. Die neuen Geräte sollen sowohl in klassischen Konferenzräumen als auch in hybriden Arbeitsbereichen einsetzbar sein.
- Roomkit Pro G2: Das System ist für große und komplexe Konferenzräume gedacht. Dank der Nvidia-basierten Architektur können mehrere Kameras, Mikrofone und AV-Geräte über ein einziges Kabel mit dem System verbunden werden – inklusive Audio, Video, Stromversorgung und Steuersignalen. Dadurch sollen die Verkabelung und Inbetriebnahme insbesondere in Räumen mit mehreren Blickwinkeln und Präsentationsflächen vereinfacht werden.
- DeskPro G2: DeskPro G2 ist sowohl als persönliches Desktop-System als auch für Huddle-Rooms vorgesehen. Als erstes DeskPro-Modell verfügt es über ein Dual-Kamera-System: Eine Kamera fokussiert die sprechende Person, die zweite bietet eine Übersicht des Raums. So sollen hybride Teams sowohl die Person am Gerät als auch das Umfeld sehen können.
- Translator Agent für Webex: Der neue Übersetzer-Agent soll Echtzeit-Sprach-zu-Sprach-Übersetzungen für alle Webex-Audio-Dienste liefern. Laut Cisco bleiben Stimmfarbe, Emotion und Sprechgeschwindigkeit im übersetzten Audiostream erhalten, sodass sich Teilnehmende in verschiedenen Sprachen quasi „in ihrer eigenen Stimme“ hören. Das Feature zielt auf internationale Teams und Contact-Center-Szenarien ab.
Ergänzend plant Cisco AI-Pods, die Webex-KI-Funktionen auch vor Ort zur Verfügung stellen, indem die Inferenz direkt im Kundennetz erfolgt – ein Argument für Kunden mit strengen Vorgaben zur Datenresidenz.
AI Defense und Secure Access: Schutz für KI-Agenten
Cisco adressiert auf der Sicherheitsseite explizit die Risiken agentischer Systeme und die Sorge vieler CISOs, KI-Agenten weitreichende Rechte in Unternehmensumgebungen einzuräumen.
Cisco AI Defense
Die Suite soll eine „umfassende Sicherheit für die Entwicklung und Bereitstellung von KI-Anwendungen und -Agenten“ liefern. Sie kombiniert Modell-, Tool- und Laufzeitschutz.
- Ende-zu-Ende-Sicherheit für die agentische Supply Chain – von KI-Modellen über angebundene Tools und APIs bis hin zu Datenquellen.
- Runtime-Guardrails, die das Verhalten von Agenten überwachen und Abweichungen vom erwarteten Muster erkennen sollen.
- Algorithmische KI-Validierung mit Multi-Turn-Red-Teaming: Anstatt nur Einzelanfragen zu prüfen, simuliert Cisco Angriffe über mehrere Dialogschritte hinweg, um Schwachstellen aufzudecken, die erst im Verlauf einer Konversation auftreten.
- Ausrichtung auf globale Enterprise-Deployments, inklusive Reporting und Governance-Funktionen.
Diese Sicherheitsmechanismen sollen auch in die eigenen Agentic-Ops-Funktionen einfließen, sodass Agenten, die Netzwerk- und Sicherheitsaufgaben übernehmen, selbst abgesichert bleiben.
Secure Access mit MCP-Gateway
Unter dem Motto „Agenten sicher mit der Welt verbinden” erweitert Cisco seinen SASE-Dienst Secure Access um spezielle Funktionen für KI-Agenten. Im Fokus steht das Model Context Protocol (MCP), das sich als gängige Schnittstelle zwischen Agenten und Tools etabliert hat.
Diese Sicherheitsmechanismen sollen auch in die eigenen Agentic-Ops-Funktionen einfließen, sodass Agenten, die Netzwerk- und Sicherheitsaufgaben übernehmen, selbst abgesichert bleiben.
Secure Access mit MCP-Gateway
Unter dem Motto „Securely connect agents to the world“ erweitert Cisco seinen SASE-Dienst Secure Access um speziell auf KI-Agenten zugeschnittene Funktionen. Im Fokus steht das Model Context Protocol (MCP), das sich als gängige Schnittstelle zwischen Agenten und Tools etabliert hat.
- Ein MCP-Proxy beziehungsweise ein MCP-Gateway wird als Policy-Schicht zwischen Agenten und Ressourcen geschaltet.
- Funktionen wie Discovery, Threat and Intent Inspection sowie Action Logging and Audit sollen aufzeigen, welche Agenten mit welchen Tools, APIs und Daten arbeiten.
- Die gleichen Zero-Trust-Mechanismen, die heute bei menschlichen Nutzern für Least-Privilege-Zugriff sorgen, sollen auf Agenten übertragen werden – inklusive der Unterscheidung zwischen direktem Benutzerzugriff und Handlungen, die ein Agent im Namen des Nutzers ausführt.
Zusätzlich will Cisco den stark steigenden Netzverkehr durch KI-Agenten adressieren. Spezielle Funktionen zur Erkennung und Klassifizierung von KI-Verkehr sollen diesen auf passende Pfade lenken und bei Lastspitzen priorisieren – ein zentraler Baustein des Cisco-SASE-Ansatzes.
AgenticOps in Security Cloud Control
Eine für Mai 2026 angekündigte neue AgenticOps-Experience in Security Cloud Control ergänzt die Security-Plattform um ein Dashboard, das Agenten-Aktivitäten und Arbeitslasten sichtbar macht.
- Übersicht über laufende, abgeschlossene und fehlerhafte Agent-Jobs in einem zentralen Interface.
- Durch die Verzahnung von Netzwerk- und Sicherheitsrichtlinien soll automatisch auf Policy-Drifts, Anomalien oder riskante Agenten-Aktionen reagiert werden können.
Cisco sieht hier einen Hebel, um KI-Agenten nicht nur einzusetzen, sondern auch ihren Betrieb dauerhaft zu steuern und zu auditieren.
Splunk Data Fabric und Machine Data Lake
Auf der Datenebene vermeldet Cisco Fortschritte bei dem auf Splunk basierenden Cisco Data Fabric. Der Ansatz soll Telemetrie- und Maschinendaten aus verschiedenen Domänen zusammenführen, ohne dass sie physisch in einen einzigen Datensee verschoben werden müssen.
- AI Canvas ist nativ in die Splunk-Plattform integriert und befindet sich seit Januar 2026 in einer Alpha-Phase mit Early-Adopter-Kunden. Damit lassen sich KI-Experimente direkt auf den vorhandenen Observability-Daten ausführen.
- Ein Cisco Time Series Foundation Model wurde über Hugging Face bereitgestellt, eine neue Version soll Mitte Februar 2026 erscheinen.
- Ein föderierter Ansatz für Telemetrie- und Logdaten (Federated Search) soll verschiedene Data Lakes verbinden, ohne dass alle Daten repliziert werden müssen.
- Ein Machine Data Lake soll noch im ersten Quartal 2026 in die Alpha-Phase gehen und verteilte Maschinendaten als „Turnkey-Lösung“ bündeln.
Cisco verfolgt damit das Ziel, Agenten und KI-Modelle möglichst nah an den Daten zu betreiben, um sie nicht durch aufwendige Datenverschiebung auszubremsen.
Fazit
Mit den Ankündigungen zu Cisco Live Amsterdam 2026 spannt Cisco einen Bogen von 102,4-TBit/s-Switching und 1,6-T-Optiken über PQC-fähige Campus-Infrastruktur und neue Webex-Geräte bis hin zu KI-gestützten Betriebs- und Sicherheitsmodellen. Die Botschaft an Unternehmen lautet: KI-Agenten sollen sich auf einer gemeinsamen Plattform betreiben, absichern und beobachten lassen – vom Datacenter-Fabric über Campus und WAN bis zum Endgerät.
Transparenzhinweis: Wir haben die Cisco Live 2026 auf Einladung von Cisco besucht und berichten unabhängig über wichtige Neuheiten.