SAP BusinessObjects EIM 4.0 mit neuen Funktionen für Data Services

Mit BusinessObjects Enterprise Information Management 4.0 bietet SAP eine Business Intelligence-Lösung mit vielen neuen Funktionen zur Datenverwaltung

SAP BusinessObjects Data Services – Teil der Suite SAP BusinessObjects Enterprise Information Management (EIM) – ist mehr als nur ein Werkzeug für die Extraktion, die Transformation und das Laden (ETL) von Daten: Zugleich ist es ein Paket für das Management von Datenqualität mit Integration zu vielen traditionellen SAP-Produkten. Und mit dem Release von SAP BusinessObjects BI 4.0 enthält die EIM-Produktpalette eine Vielzahl neuer Funktionen.

Integrierte Sicherheit in SAP BusinessObjects BI 4.0

In Data Services Version 4.0 hat sich die Architektur aufgrund der Sicherheitsintegration in SAP BusinessObjects BI 4.0 merklich verändert. Nun gibt es eine zentrale Plattform, die für die Verwaltung der Sicherheit auf Benutzer- und Gruppenebene der gesamten BusinessObjects-Suite zuständig ist. Ab Version 4.0 können Administratoren Benutzer und Repository-Verbindungen in der Central Management Console verwalten (Abbildung 1).

Dass es nur noch einen einzigen Ort zum Verwalten der Sicherheitseinstellungen gibt, ist nicht die einzige Änderung. SAP BusinessObjects Data Services verwendet jetzt ein deutlich fortschrittlicheres Sicherheitsmodell. Dieses Modell unterstützt Sicherheitsgruppen, Passwort-Richtlinien und die Integration von Active Directory für Single Sign-On. Diese Erweiterungen erlauben in Summe ein feiner abgestuftes Steuern von Berechtigungen und bieten damit Administratoren ein entsprechend größeres Maß an Flexibilität.

Abbildung 1: Mit dem kombinierten Sicherheitsmodell stehen Data Services mehr Gruppen zur Verfügung.

Diese Flexibilität bringt allerdings auch eine erhöhte Komplexität für die Installation und die Konfiguration mit sich. SAP BusinessObjects BI 4.0 ist nun in Data Services eingebunden. Deshalb gibt es ein paar zusätzliche Schritte während der Installation.

An Unternehmen, die noch keine BusinessObjects-Kunden sind, wird SAP BusinessObjects Data Services mit einer kleineren Version des Central Management Servers ausgeliefert. Er enthält die notwendigsten Support-Komponenten für die SAP BusinessObjects EIM-Produkte. Die Komponenten für die Unterstützung von SAP BusinessObjects Reporting und Dashboard-Services fehlen aber.

Jetzt auch 64-Bit unter Windows

Obwohl es schon eine ganze Weile eine 64-Bit-Unterstützung für Installationen des Data Services Servers auf anderen Betriebssystemen gib, war diese Funktionalität für Windows bislang nicht erhältlich. In Version 4.0 ist dies nun behoben. Die 64-Bit-Systeme weisen weniger Speicher-Beschränkungen auf ­– die Tage der 2GB-Begrenzung pro Prozess gehören damit endlich der Vergangenheit an.

Anwender werden jetzt allenfalls noch durch die Größe des Arbeitsspeichers auf dem Job-Server eingeschränkt. Daher ist es empfehlenswert, das Betriebssystem Windows Enterprise Server x64 zu installieren und den Arbeitsspeicher des Job-Servers möglichst groß zu dimensionieren. Dadurch steht deutlich mehr Platz für speicherintensives Caching zur Verfügung. Außerdem ergibt sich daraus eine größere Anzahl von Tuning-Möglichkeiten für Entwickler und ETL-Architekten.

Volle Unterstützung von ANSI Join

Aus Sicht von SAP-Entwicklern ist dies wohl eine der spannendsten Erweiterungen. In Data Services Version 3.x und älter wurden lediglich Joins in der WHERE-Bedingung der Query-Transformation unterstützt. In Version 4.0 wird nun auch die FROM-Bedingung in der Query-Transformation in vollem Umfang unterstützt. Dadurch werden nicht nur OUTER-Joins, sondern jegliche Kombination aus INNER- und OUTER-Joins ermöglicht.

Dies ist ein großer Sprung vorwärts hinsichtlich der Optionsvielfalt im Entwicklungsprozess. In früheren Versionen waren die Entwickler oft gezwungen, einzelne Datenströme in mehrere zu unterteilen, weil eine Mischung der Join-Typen nicht möglich war. Abbildung 2 zeigt, wie Sie nun auch komplexe Joins in einer Query-Transformation festlegen können.

Abbildung 2: Die Registerkarte FROM weist nun alle Funktionen auf und gestattet ein Kombinieren von INNER- und OUTER-Joins.

Verbesserte Validierungstransformation

Die Validierungstransformation wurde in Version 4.0 ebenfalls verbessert. SAP-Entwickler konnten schon immer Ihre Daten validieren, sowie Statistiken und Daten in Metadaten-Reports fließen lassen. Allerdings ist die Validierung jetzt leistungsfähiger, weil nun mehrere Regeln pro Spalte und komplexe, spaltenübergreifende Regeln unterstützt werden. In 3.x und früheren Versionen konnte die Validierungstransformation nur eine Regel pro Spalte verarbeiten.

Verarbeitung unstrukturierter Daten

Die Verarbeitung unstrukturierter Daten ist eine der bedeutsamsten Veränderungen in der neuen Version 4.0 – und aus Sicht der Anwender wohl auch die wichtigste. Bei unstrukturierten Daten gibt es ein schnelleres Wachstum als bei traditionellen, strukturierten Daten. Daraus resultieren einige Herausforderungen, die es bei der Verarbeitung strukturierter Daten mithilfe eines definierten Datenmodells schlicht nicht gab.

Unstrukturierte Daten müssen kategorisiert bzw. mit Metadaten versehen werden, damit sie nutzbar werden. SAP BusinessObjects Data Services beherrscht nun genau diese Art der Kategorisierung in Form der neuen Entity_Extraction-Transformation. Diese Transformation kann Informationen aus jedem beliebigen Text, HTML- oder XML-Content extrahieren und Metadaten für die Ausgabe generieren.

Für diese Ausgabe-Metadaten ist eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten denkbar, wie zum Beispiel die Verwendung als Input für andere Transformationen, um andere ETL-Prozesse zu bedienen. Auch eine Speicherung als zusätzliche Attribute in Datenbank-Tabellen ist möglich. Das gestattet ein Verknüpfen strukturierter Informationen mit unstrukturierten Daten. Dies wiederum ermöglicht ein Erkennen neuer Verbindungen und verschafft so Einblicke, die früher nicht möglich waren.

Sentiment-Analysen von unstrukturierten Daten sind mit dieser neuen Transformation ebenfalls möglich (Abbildung 3). Man stelle sich vor, dass man Pressemitteilungen, Twitter-Streams oder RSS-Feeds analysiert, um Daten aus jeder beliebigen Art von Datenquelle oder Format quantitativ aufzubereiten und so sinnvolle Informationen daraus zu gewinnen. Die Entity_Extraction-Transformation erlaubt Ihnen so auch ein Einschätzen der Stimmung bei Ihren Kunden. Entwickler können dabei vordefinierte Entitäten verwenden, wie zum Beispiel Unternehmen, Person, Firma und Stadt. Die Transfromation unterstützt außerdem diverse Sprachen.

Abbildung 3: Analyse unstrukturierter Daten. Im vorliegenden Beispiel wurde eine Pressemitteilung ausgewählt und der Datenfluss in sämtliche Wortbausteine zergliedert.

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