Array-basierte Replikation oder vSphere Replication for VMware SRM?

Eignet sich array-basierte Replikation oder vSphere Replication am besten? Beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile bei Leistung und Kosten.

VMware Site Recovery Manager (SRM) ist eine Anwendung für Disaster Recovery, die virtuelle Maschinen (VM) durch die Duplizierung an einem zweiten Standort schützt. Dies lässt sich erreichen, indem entweder array-basierte Replikation des Speichers oder Netzwerk-basierte vSphere Replication verwendet wird.

Die Entscheidung für den Einsatz einer der Technologien sollten Sie anhand ihrer Unternehmensanforderungen fällen. Das gilt speziell bei den sogenannten Recovery Point Objectives (RPO), die im Service Level Agreement (SLA) des Disaster-Recovery-Plans (DRP) festgelegt sind. Diese Anforderungen sollten Sie mit den Möglichkeiten und der Skalierbarkeit der Replikations-Technik abgleichen. Kosten und weiter Überlegungen spielen schließlich auch eine Rolle.

Array-basierte Replikation verwendet einen Storage-Resouce-Management- (SRM-) Adapter, um die Replikations- und Snapshot-Möglichkeiten des Arrays auszunutzen. Dies ermöglicht hohe Performance, sowie synchrone oder asynchrone Replikation von großen Datenmengen.

Verlangt das SLA geringe RPO und einen minimalen Datenverlust, bleibt array-basierte Replikation die bevorzugte Option. Der Grund sind synchrone Replikationen. Allerdings hat diese ihren Preis. Sie benötigen auf beiden Seiten Storage-Hardware des selben Herstellers. Weiterhin verursachen Funktionen wie Replikation und Snapshots in der Regel zusätzliche Lizenzkosten.

Alternativ lässt sich sich vSphere Replication nutzen, das in vSphere 5.1 enthalten ist. Das Tool verwendet für die Replikation über das Netzwerk den Hypervisor, wobei es pro virtuelle Maschine (VM) repliziert. Dieses Vorgehen ist flexibler und erlaubt auch Replikationen zwischen unterschiedliche Speichern. Zudem ist die Technologie unabhängig vom Storage-Protokoll.

Mit vSphere Replication lässt sich billiger Speicher oder eine Cloud-Infrastruktur für Ausfälle verwenden, was geringere Kosten verursacht. SRM im Zusammenspiel mit vSphere Replication unterstützt Funktionen wie Failback und Re-Protect. Diese waren bisher nur bei array-basierter Replikation verfügbar.

Microsoft Visual SourceSafe (VSS) lässt sich einsetzen, um Applikationen während der Replikations-Phasen stillzulegen, was die Konsistenz der Daten sichert. Daneben ermöglicht mehrfaches Point-in-Time Recovery ein zurücksetzen in einen konsistenten Zustand.

Der Nachteil von vSphere Replication ist eine niedrigere Performance verglichen mit array-basierten Lösungen. Im besten Fall ist ein RPO von 15 Minuten möglich. Aufgrund dieser Einschränkung eignet sich vSphere Replication nicht in Szenarien, die ein Minimum an Datenverlust bedeuten.

Stattdessen ist vSphere Replication in Verwendung mit eher statischen Systemen geeignet. Ein Beispiel sind Anwendungsserver-Schichten. Die Leistung des Hosts wird durch die Replikation ebenfalls beeinflusst, da die Zahl unterstützter VMs limitiert ist. Array-basierte Replikation unterstützt 1000, vSphere Replication 500 VMs. Bestimmte Funktionen, wie zum Beispiel linked clones, physikalisches Raw Device Mapping (RDM) und Fault Tolerance werden nicht unterstützt.

Schließlich ist es möglich, beide Technologien zu kombinieren. Zum Beispiel können kleinere Zweigstellen eine Replikation zur Hauptstelle mit vSphere Replication realisieren. Diese wiederum ist durch array-basierte Replikation abgesichert. Sie könnten auch nur bestimmte virtuelle Maschinen mit vSphere Replication sichern. Mögliche Ziele sind ein Cloud-Provider oder ein verbundener Standort, auf dem array-basierte Replikation zum Einsatz kommt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vSphere Replication einfacher, flexibler und kostengünstiger als array-basierte Replikation ist. Allerdings müssen Sie Abstriche bei Leistung, Skalierbarkeit und den unterstützten Funktionen machen. Betrachten Sie ihre Anforderungen und kalkulieren Sie die entsprechenden Kosten. Danach entscheiden Sie sich für eine der beiden Technologien oder eine Kombination aus beiden.

Über den Autor: Paul Grimwood ist technischer Berater bei GlassHouse Technologies (Großbritannien).

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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