Project AppCatalyst und Bonneville: Neue VMware-Tools zum Docker-Management

VMware will das Docker-Management weiter vereinfachen: Project AppCatalyst erleichtert die Docker-Entwicklung mit Macs, Bonneville erweitert vSphere.

VMware hat auf der DockerCon 2015 zwei neue Tools zum Management von Docker-Containern vorgestellt, die ein wesentlich schnelleres Erstellen und Bereitstellen von Cloud-Applikationen ermöglichen sollen. Project AppCalatyst ist ein auf REST-APIs gestützter Desktop-Hypervisor für Mac-Computer, mit dem Entwickler von ihrem Desktop aus Container-Applikationen erstellen können. Project Bonneville dagegen soll es Administratoren ermöglichen, Docker-Container mit den bestehenden VMware-Tools in die vSphere-Plattform zu integrieren.

Die beiden Tools folgen auf die Veröffentlichung von Project Lightwave und Photon, mit denen VMware bereits im April 2015 einen großen Schritt in Richtung Cloud-Applikationen auf Basis von Linux-Containern gemacht hat.

„Diese neuen Angebote [zusammen mit Project Lightwave/Photon, Anm. d. Redaktion] sind alle Teil des Bestrebens, die Applikations-Entwicklung auf der Basis von Docker-Containern zu erleichtern,“ so Al Hilwa, Program Director Application Development Software bei IDC. „VMware versucht ganz klar, auf der Grundlage von VMware-Technologie eine umfassendere End-to-End-Umgebung von der Entwicklung bis zur Bereitstellung anzubieten.“

Strategische Vorteile sucht VMware laut Al Hilwa vor allem bei den Punkten Sicherheit und Performance, gerade das Thema Sicherheit ist dafür für viele Entwicklungsabteilungen noch immer ein großes Problem. „VMware hat hier eine interessante Technologie vorgestellt, die durch eine kürzere Boot-Zeit Performance-Vorteile verspricht, während zusätzliche Sicherheit natürlich immer einen Vorteil darstellt,“ so Hilwa.

Bei vielen Administratoren dürfte es zudem auf große Zustimmung treffen, dass VMware zunehmend auch Open-Source-Software integriert. Auch Microsoft und andere große Softwareunternehmen haben in den letzten ein bis zwei Jahren große Schritten in Richtung Open Source gemacht, quelloffene Software wird damit im Rechenzentrum immer wichtiger.

VMware wagt sich damit immer weiter aus seiner Komfortzone der proprietären Server-Virtualisierung hinaus, und genau das ist das Ziel: „Wir haben uns bisher nicht groß um Entwickler gekümmert, sondern mehr um IT-Operations. Das wird sich aber in Zukunft ändern,“ erklärt VMware CTO Kit Colbert.

Neuer AppCatalyst-Hypervisor speziell für Docker-Entwickler mit Macs

AppCatalyst zielt auf Entwickler im Unternehmensumfeld ab, die mit Macs arbeiten und komplexe Hypervisoren wie VirtualBox oder VMware Fusion lieber vermeiden wollen. Laut Kit Colbert handelt es sich bei AppCatalyst um eine etwas abgespeckte Version von VMware Fusion mit REST-Programmierschnittstellen und Integration von Docker Machine und Vagrant.

AppCatalyst besteht aus dem leichtgewichtigen Container-OS Project Photon und weiteren VMware-Tools und Treibern und soll sich so nahtlos in bestehende VMware-Umgebungen integrieren. Das Ziel von AppCatalyst ist es laut Colbert, Entwicklern eine einfache Integration von Docker-Containern in  die bestehende VMware-Infrastruktur zu ermöglichen.

Docker-Entwickler müssten sich so nicht mehr um das Management virtueller Maschinen inklusive Download und Installation des Linux-Hostbetriebssystems und VM-Konfiguration kümmern, sondern könnten direkt mit der Anwendungsentwicklung anfangen. VMware AppCatalyst ist ab sofort kostenlos erhältlich.

Damit, so Colbert weiter, wolle VMware seinen Virtualisierungsansatz zielgerichtet ausweiten. Während anfangs vor allem die Server-Konsolidierung im Mittelpunkt stand, gehe es jetzt immer mehr um die Vereinfachung operativer Prozesse durch vMotion, Performance-Management und um Sicherheitsverbesserungen. Container-Virtualisierung müsste diese operative Einfachheit allerdings erst noch erreichen.

Project Bonneville bringt Docker Hub in VMware-Umgebungen

Auch Project Bonneville ist ganz auf Docker zugeschnitten und ermöglicht das Herunterladen von Docker-Containern aus dem Docker-Hub. Jeder Docker-Container wird anschließend in einer eigenen virtuellen Maschine ausgeführt, was zu einer höheren Sicherheit führen soll. Die Instant-Clone-Funktion in vSphere soll zudem  den Overhead beim Start virtueller Maschinen reduzieren, was letztlich der Performance zugutekommen würde.

Die strategische Zielsetzung von Bonneville lautet, Docker-Container zusammen mit den Docker-APIs auf vSphere zu bringen, was laut Colbert aus einem ESX-Host einen Docker-Host machen würde.  Der große Vorteil liegt für ihn darin, dass Administratoren den Container über vSphere sehen und verwalten können und gleichzeitig vSphere-Tools für Backup, Monitoring und Performance-Management nutzen könnten.

Project Bonneville adressiert noch ein weiteres Problem im Zusammenhang mit Server- vs. Container-Virtualisierung: die Startzeit des Gastbetriebssystems. Nach Firmenangaben würde die reine Server-Virtualisierung an sich nur zu einem kleinen Performance-Overhead von zwei bis drei Prozent führen. Da aber das Gastbetriebssystem innerhalb der virtuellen Maschine zunächst komplett hochfahren müsse, dauere es eben eine Weile, bis eine neue Instanz auch tatsächlich verfügbar ist. Um dieses Problem anzugehen greift Project Bonneville auf neue Funktionen aus vSphere 6 zurück, um über Transparent Page Sharing und Instant Cloning die Boot-Zeit der Docker-Container innerhalb der VMs zu beschleunigen.

Im Grunde nimmt Project Bonneville also eine laufende VM und erstellt einen vollständigen Klon inklusive Shared Memory, so ähnlich wie bei einem Unix-Fork, erklärt Colbert. Damit verringert sich die Zeit für den Start einer neuen virtuellen Maschine auf nur noch wenige Sekunden, was der Startzeit eines Docker-Containers gleicht. Durch die Ausführung des Docker-Containers in einer eigenen virtuellen Maschine sind die so gehosteten Container aber gleichzeitig wieder stärker voneinander isoliert, was die Sicherheit der Docker-Umgebung maßgeblich erhöhen soll.

Project Bonneville wird erst im weiteren Laufe des Jahres über eine geschlossene Beta-Phase verfügbar sein.

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