Nano Server und Hyper-V-Container: Microsoft setzt auf Container-Virtualisierung

Container-Virtualisierung wird immer wichtiger. Nano Server und Hyper-V-Container sollen die Technik jetzt auf die Windows-Plattform bringen.

Anfang März waren bereits inoffizielle Dokumente zu einer neuen Bereitstellungsoption für Microsofts kommende Windows-Server-Generation im Internet aufgetaucht, in denen ein für Cloud-Applikationen und Container-Virtualisierung optimiertes Server-Betriebssystem namens Nano Server beschrieben wurde.

Nur einen Monat später kommt jetzt von Microsoft selbst kurzerhand die offizielle Bestätigung: Windows Server 10 bzw. Windows Server 2016 wird neben der Voll- und Core-Installation tatsächlich auch eine Nano-Server-Bereitstellung enthalten.

Nano Server für Cloud-Applikationen und Container-Virtualisierung

Leichtgewichtige Betriebssysteme für Cloud-Applikationen wie das auf Linux basierende CoreOS und die Container-Virtualisierung mit Docker erlangen immer größere Bedeutung im Data Center. Vor kurzem hat beispielsweise auch Red Hat sein auf RHEL 7 (Red Hat Enterprise Linux) basierendes und ebenfalls für die Virtualisierung mit Linux-Containern optimiertes Betriebssystem Atomic Host vorgestellt. Auf diese Entwicklung reagiert nun auch Microsoft und arbeitet mit Nano Server an einem vergleichbaren Betriebssystem für die Windows-Plattform.

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Im offiziellen Windows Server Blog stellt Microsoft das neue Bereitstellungsmodell Nano Server vor, bei dem es sich selbst im Vergleich zur Windows-Server-Core-Installation um ein deutlich verschlanktes Server-Betriebssystem handelt. Durch den von Haus aus geringeren Installations- und Funktionsumfang, so Microsoft, sollen mit Nano Server wesentlich weniger Update- und Patch-Vorgänge, schnellere Neustarts, eine bessere Ressourcenauslastung und eine verbesserte Sicherheit realisierbar werden.

Zusätzlich benötigte Komponenten, Funktionen oder Server-Rollen sollen sich einfach hinzufügen lassen, prinzipiell wird Nano Server aber zunächst so schlank wie möglich installiert. Daher bietet die neue Nano-Server-Bereitstellungsoption keine grafische Benutzeroberfläche sowie weder 32-Bit- noch MSI-Unterstützung.

Die Verwaltung von Nano Server erfolgt zudem ausschließlich remote über WMI (Windows Management Instrumentation) oder PowerShell, lokale Sitzungen sind also nicht vorgesehen. Darüber hinaus unterstützt Nano Server aber das gleiche API-Set wie andere Versionen von Windows Server genauso wie Microsofts Entwicklungsumgebung Visual Studio.

Hyper-V-Container komplettieren Docker-Unterstützung

Der große Stellenwert, den Microsoft der Container-Technologie bei der Server-Virtualisierung beimisst, wird zudem durch eine weitere Ankündigung im Server & Cloud Blog deutlich, wonach die bereits im Oktober 2014 angekündigte Unterstützung von Docker in Windows Server 10 durch die neuartigen Hyper-V-Container ein zweites Standbein erhalten soll.

Hyper-V-Container

Schematische Darstellung der neuen Hyper-V-Container.

Während im bisherigen Konzept der Docker-Unterstützung Windows-Server-Container direkt auf dem Server-Kernel laufen, führen die Hyper-V-Container eine zusätzliche Isolationsschicht zwischen Container und Server-Kernel ein, die laut Microsoft bisher lediglich durch dedizierte physische oder virtuelle Maschinen erreicht wurde. In beiden Fällen erfolgt die Verwaltung der Container über die Docker-Engine, die so eine Verbindung zwischen Linux sowie Windows-Server- und Hyper-V-Container schaffen soll.

Nach wie vor steht Windows Server 10 noch immer nur in der ersten, bereits im Oktober 2014 veröffentlichten Preview-Version zum Testen zur Verfügung. Im Mai soll eine aktualisierte Testversion veröffentlicht werden, die aller Voraussicht nach allerdings weder Nano Server noch Hyper-V-Container enthalten wird. Die Veröffentlichung der finalen Version von Windows Server 10 wurde zuletzt auf 2016 verschoben.

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