Oracle dringt mit Exalytics verstärkt in den In-Memory Analysemarkt

Oracle hat gerade auf der Oracle Open World die Exalytics Appliance angekündigt. Damit verstärkt Oracle sein Engagement im In-Memory-Datenbankmarkt.

Oracle hat gerade auf der mit 45.000 Besuchern best besuchten Oracle Open World die Exalytics Appliance angekündigt. Damit verstärkt Oracle sein Engagement im In-Memory-Datenbankmarkt mit einer Appliance, die TimesTen oder Oracle Essbase als In-Memory-Datenbanken anbietet und zusätzlich eine parallelisierte Version der Oracle BI Foundation enthält. Keine völligen Neuentwicklungen also, aber eine Appliance, die ein TB Hauptspeicher mit überarbeiteten Versionen von TimesTen und Hyperion Essbase sowie Oracle BI Foundation Suite bündelt.

Hardware
Die Exalytic Appliance ist hardwareseitig mit ein TB DRAM und 40 Cores ausgestattet. Mit der inzwischen verfügbaren Kompressionsrate von ca. 10x können also um die zehn TB Rohdaten aufgenommen werden. 

Software
Exalytics wird mit den beiden schon vor einigen Jahren zugekauften In-Memory Datenbanken TimesTen und Essbase sowie mit Oracle BI Foundation Suite angeboten. Als relationale In-Memory-Datenbank wird TimesTen angeboten, die Oracle 2005 übernommen hatte aber bisher bei Oracle eher ein Schattendasein gefristet hat. Oracle Hyperion Essbase ist zusätzlich als multidimensionale In-Memory-Datenbank in Exalytics verfügbar. Essbase kam 2007 mit der Hyperion Übernahme in das Portfolio und wurde in den letzten Jahren wieder besser unterstützt (z.B. durch Anbindung an den Oracle BI Server).
Eine parallelisierte Version der Oracle BI Foundation Suite mit überarbeiteten Anwenderkomponenten für Such-ähnliche Abfragen komplettiert das Exalytics Appliance Paket.

Architektur
Die In-Memory-Datenbanken in Exalytics werden durch eine Infiniband Verbindung mit einer Oracle Datenbank oder Exadata verbunden, so dass Exalytics nicht als Stand-Alone System funktioniert sondern eher wie ein In-Memory Data Mart. Die Daten in den In-Memory-Datenbanken in Exalytics werden durch eine heuristische Funktion aufgrund ihres Abfrageverhaltens ständig überprüft und aus der zugrundeliegenden Datenbank geladen ('Heuristic adaptive in-memory cache"). Somit bilden Basisdatenbank und Exalytics ein gemeinsames System.

Die Kombination Exalytics auf einer Standard Oracle RDBMS soll 18x schneller sein als die RDBMS alleine. Exalytics auf einer Exadata sogar 23x schneller als die Standard RDBMS. Steht Exadata für die Aufrüstung von Data Warehouse Hardware, stellt Exalytics ergänzende In-Memory Data Marts mit BI-Software bereit. Dies ist eine Veränderung der bisher Oracle-RDMBS zentrierten Strategie und nutzt die im Portfolio vorhandenen Technologien TimesTen und Essbase. Oracle reagiert damit auf die verstärkten In-Memory Bemühungen der Wettbewerber: 

IBM positioniert stark die multidimensionale Datenbank TM1 und hat eine In-Memory Option für DB2 angekündigt.

Microsoft baut die Datenbank hinter PowerPivot - Vertipaq - zu einer ergänzenden In-Memory Datenbank aus, die neben der ebenfalls im Hauptspeicher ablauffähigen multidimensionalen Datenbank SQL Server Analysis Services steht.

SAP entwickelt die In-Memory-Datenbank HANA als eigene Datenbankalternative.

Über den Autor:

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Facebook, Twitter und Google+!

Erfahren Sie mehr über Business-Software

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close