HP ProLiant Gen9: Mit modularen Servern in neue Preissegmente

HP aktualisiert auf Basis der neuen Haswell-Architektur seine ProLiant-Server. Damit sollen vor allem auch neue Preissegmente erobert werden.

Nach dem Launch von Intels neuer Chip-Architektur Haswell EP für Server aktualisiert neben Dell auch HP sein Serverportfolio und stellt die neue Produktreihe der ProLiant Gen9 Server vor. Zum Start werden die heute vorgestellten ProLiant-Server der 100er- und 300er-Baureihe mit zwei CPU-Sockel als Blade-, Rack-, Tower- und Scale-out-Server verfügbar sein. Modelle mit vier CPU-Sockel werden in den kommenden Monaten auf den Markt kommen. Die Erneuerung des gesamten ProLiant-Portfolios soll erst im Jahr 2015 abgeschlossen sein.

Sowohl die Modelle der 100er-Serie (HP ProLiant DL 160 Gen9 und DL 180 Gen9) als auch die Server der 300er-Serie (HP ProLiant DL 350 Gen9, DL 360 Gen9 und DL 380 Gen9) setzen allesamt auf Intels neuen Xeon E5-2600 v3 und auf 512 bis768 Gigabyte DDR4-Speicher. Neben der neuen Chip-Architektur hat HP den neuen Servern dabei vor allem bei der Software einige neue Funktionen spendiert.

HP ProLiant Gen9: agentenloses Management per iLO-Schnittstelle

Während beispielsweise schon HPs Gen8-Server mit der Management-Schnittstelle iLO (integrated Lights-Out) umgehen konnte, unterstützt die neue Gen9-Modellreihe jetzt das agentenlose Management. Damit erhalten IT-Abteilungen mit den neuen Gen9-Server jetzt ohne die Installation eines Management-Clients Provisioning-, Monitoring, Diagnose- und Support-Möglichkeiten. Zudem wurde die neue Funktion iLO Federation implementiert, mit der sich das Management mehrerer Server im Verbund erledigen lässt.

HP ProLiant Gen9

Rack-Ausführung des HP ProLiant in der Draufsicht.

Auf diese Weise können beispielsweise verschiedene Server in unterschiedlichen Sicherheitsgruppen organisiert werden, während das Management jeder Gruppe von nur einem System aus durchgeführt wird. Laut HP handelt es sich hierbei ausdrücklich nicht um ein reines Großkunden-Feature, da sich auch  bereits bei zum Beispiel nur fünf Servern schon eine erhebliche Zeitersparnis und ein Sicherheitsgewinn realisieren lassen sollen.

Da laut Stefan Weber, Strategic Sales Consultant bei HP Deutschland, viele Administratoren ein direkteres und schnelleres Server-Management gefordert haben, zeigt sich die neue Server-Generation jetzt auch kompatibel mit RESTful APIs. Auf diesem Weg soll über HP OneView und HP Helion per Kommandozeile und Skriptsprachen wie Python die Verbindung zu OpenStack-Infrastrukturen hergestellt werden können.

Ebenfalls neu in der neunten ProLiant-Generation ist die Unterstützung der UEFI-Klasse 2, mit der sich sowohl Legacy-Bios als auch das neue UEFI nutzen lässt. Intels neue Haswell-EP-Architektur ermöglicht schließlich den Einsatz von DDR4-Speicher, der in Form von HPs SmartMemory-Lösung gegenüber DDR3-Storage 14 Prozent schneller sein soll und gleichzeitig 20 Prozent weniger Energie verbrauchen soll. Jede Installation der neuen ProLiant-Server enthält zudem eine 1-Terabyte-Lizenz von HP StoreVirtual VSA, mit dem HP ein einfaches Provisioning von Software-defined Storage verspricht.

Mit modularem Server-Aufbau niedrigere Preissegmente erobern

Mehr noch als die technischen Neuerungen stellt der modulare Aufbau der Gen9-Server laut eigenen Aussagen einen „Meilenstein in HPs Computing-Strategie“ dar. Von den rund 9.000 HP-Partnern würden aktuell nur etwa 450 einen nennenswerten Umsatz mit HP-Servern generieren, so Ulrich Seibold, Geschäftsbereichsleiter Vertriebspartner-Organisation bei HP Deutschland, auf einer Presseveranstaltung im Vorfeld der gestrigen Ankündigung. Der große Rest, so Ulrich Seibold, würde hauptsächlich im Low-End-Bereich auf White-Label-Ware zurückgreifen.

In dem sich nun viele Funktionen aus der Basiskonfiguration der neuen ProLiant-Server herausnehmen lassen will HP die neue Server-Reihe preislich attraktiv genug machen, um auch bei der Mehrzahl der bisher in HPs Server-Geschäft eher inaktiven Partnern punkten zu können. Dabei dürfte es HP nur Recht sein, durch den niedrigen Preis nicht nur im White-Label-Markt, sondern  auch bei großen Konkurrenten wie IBM/Lenovo oder Dell zu wildern. Konkrete Preise konnte HP bisher allerdings noch nicht bekanntgeben.

Es gehe dabei aber nicht in erster Linie darum, so Ulrich Seibold weiter, durch qualitativ minderwertigere und damit günstigere Bauteile den Preis zu drücken. Vielmehr wolle man Kunden, die für ihre Zwecke keine Highend-Server benötigen, Konfigurationen mit geringerer Funktionalität aber gleicher Qualität bieten, die dann entsprechend zu einem günstigeren Preis erhältlich ist. Für viele Kunden dürfte trotzdem vor allem der günstigere Preis zählen. Auf diese Weise will HP seinen Marktanteil in Deutschland von derzeit nach eigenen Aussagen 40 auf zumindest bis zu 50 Prozent steigern.

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