Brocade Vyatta: Open-Networking-Plattform für SDN und NFV

Die Open-Networking-Plattform Vyatta von Brocade soll die steigende Nachfrage nach SDN- und NFV-Lösungen bei Service-Providern abdecken.

Als ersten Schritt einer auf mehrere Jahre angelegten Strategie kündigt Netzwerkspezialist Brocade seine Vyatta-Plattform vor. Die offene und modular gestaltete Netzwerkplattform sei insbesondere für Cloud- und Telekommunikations-Service-Provider geeignet, so der Hersteller. Die Plattform nutze das branchenweite Interesse an virtuellem Routing/Switching und sei ein offener Ansatz, den die Betreiber suchen.

Die Architektur der Brocade-Vyatta-Plattform besteht aus drei Schichten:

  1. Die NFV Connection Services stellen Netzwerkfunktionalität für Layer 3-7 mit dem Brocade Vyatta vRouter und anderen Brocade vADX Produkten bereit. Laut Brocade ist bei Bedarf auch eine auf Dienste und Third-Party-Komponenten möglich.
  2. SDN Structural Services: Hier kommen Entwicklungen des OpenDaylight Projektes zum Einsatz, mit denen ein vereinfachtes Management durch zentrale Steuerung erreicht werden soll.
  3. Functional Orchestration bietet die Integration von OpenStack-Funktionen.

Die Kommunikation zwischen den Schichten erfolgt laut Brocade mit standardisierten Verfahren, etwa REST-APIs und das NETCONF/YANG-Modell. Der modulare Aufbau soll es Unternehmen einfacher machen, die Lösungen an ihre speziellen Anforderungen im Data Center anzupassen.

Interview mit Frank Kölmel, Brocade

SearchNetworking hat Frank Kölmel zu der Ankündigung der Vyatta-Plattform befragt. Er ist bei Brocade zuständig für den Ausbau der Marktpräsenz und die enge Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern.

Frank Kölmel, Senior Director für die Region EMEA-CENTRAL bei BrocadeFrank Kölmel, Senior Director für die Region EMEA-CENTRAL bei Brocade

Auch andere Hersteller werben mit „offenen“ Netzwerk-Innovationen. Nehmen wir zum Beispiel Cisco mit OpFlex und Infoblox hat einen Open Source SDN-Switch vorgestellt. Wie „offen“ ist die Vyatta-Plattform wirklich?

Frank Kölmel: Brocade bietet mit der Vyatta-Plattform eine durchgängige und komplette Lösung und beschränkt sich hierbei nicht nur auf die Unterstützung einzelner Protokolle und Funktionsbausteine. Basierend auf den Richtlinien nach ETSI NFV ISG, werden NFV (Network Functions Virtualization) und SDN (Software-defined Networking) in der Brocade Vyatta-Plattform durch Open Standards- und Open Source-Technologie unterstützt. Darüber hinaus vereint die Vyatta-Plattform alle notwendigen Netzwerk-Komponenten, um eine agile, flexible und leistungsfähige, SDN- und NFV-bereite Lösung zur Verfügung zu stellen. Zur Offenheit der Vyatta-Lösung trägt außerdem der Einsatz von standardisierten und offenen Protokollen und Schnittstellen bei, sowie die Betriebsunterstützung auf allen gängigen Server-Virtualisierungs-Plattformen. Des Weiteren unterstreicht die hohe Integrationsfähigkeit in bestehende Lösungen, wie OpenStack, CloudStack etc. die Offenheit unserer Brocade-Vyatta-Plattform.

Brocade gibt an, dass die Vyatta-Plattform besonders für Cloud- und Telekommunikations-Service-Provider geeignet sei. Für den „normalen“ Unternehmenseinsatz würden Sie dann aber eher einen anderen Lösungsansatz bevorzugen?

Frank Kölmel: Die Brocade-Vyatta-Plattform unterstützt sowohl den Aufbau von Anwendungs- als auch Subscriber-Clouds. Gerade wenn es um den Aufbau einer Anwendungs-Cloud im „normalen“ Unternehmenseinsatz geht, ist die Brocade-Vyatta-Plattform auch für Enterprise Kunden absolut die richtige Produktauswahl. Für Cloud- und Telekommunikations-Service-Provider bietet sich durch die Vyatta-Plattform ferner die Möglichkeit, Kunden On-Demand-Funktionen im Sinne von NFVIaaS, VNFaaS, VNPaaS etc. anzubieten.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass viel über Software-defined Networking diskutiert wird, aber die Umsetzung in Unternehmen zurückhaltend ist. Können Sie das bestätigen und wenn ja, welche Gründe dafür gibt es?

Frank Kölmel: SDN ist längst nicht mehr nur Trend, sondern Notwendigkeit. Im täglichen Kontakt mit unseren Kunden und Partnern merke ich, dass sich viele Unternehmen dessen bewusst sind. Die meisten denken gerade intensiv über eine Aufrüstung ihrer Netzwerke nach – weil es dringend notwendig ist. Es gibt bereits Kunden, die konkret den Schritt in Richtung SDN eingeschlagen haben – und zählen damit zu den Early Adopters in der Branche. Das wird sich jedoch schnell ändern: mehr als die Hälfte der CIOs und IT-Entscheider geben laut einer aktuellen Studie* an, dass sie die Entwicklung von Software-Defined-Networking-Technologien aufmerksam verfolgen und für den eigenen Einsatz innerhalb des nächsten Jahres in Erwägung ziehen. Brocade ist Experte für SDN und somit wissen wir, wie wichtig es ist, unseren Kunden bereits jetzt schon SDN-fähige Technologie, wie OpenFlow 1.3 oder Ethernet Fabrics zu bieten, um die Grundlage für die Zukunft zu schaffen.

Brocade bezeichnet die Vyatta-Plattform "als ersten Schritt seiner auf mehrere Jahre angelegten Strategie." Können Sie uns einen Ausblick auf die kommenden Schritte geben?

Die Brocade-Vyatta-Plattform ist branchenweit der erste Ansatz in Richtung einer Open-Networking-Strategie. Damit unterstützen wir bei Brocade deutlich den Weg in eine „offene“ Zukunft und treiben unser Engagement bei Initiativen wie OpenStack weiter voran. Interoperabilität ist eines unsere Ziele, das wir auch in Zukunft weiter verfolgen werden.

* Die Studie wurde im Auftrag von Brocade vom Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne durchgeführt. Befragt wurden 400 IT-Entscheider aus großen Unternehmen in den USA und Großbritannien.

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