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Nach Konflikt mit Elliott Management: Citrix auf der Suche nach einem Käufer

Nach unbestätigten Berichten soll Citrix derzeit auf der Suche nach einem Käufer sein. Der bisherige Höhepunkt im Konflikt mit Elliott Management.

Nach einem unbestätigten Reuters-Bericht sucht Citrix derzeit nach einem potenten Käufer, der den Virtualisierungs-Anbieter vollständig übernehmen könnte. Damit hätte der Konflikt mit dem erst vor kurzem bei Citrix eingestiegenem Hedgefonds Elliot Management einen neuen Höhepunkt erreicht.

Im Juni dieses Jahres hatte Elliott Management einen offenen Brief an die Citrix-Unternehmensführung veröffentlicht, und darin nach deutlicher Kritik einen weitreichenden Management- und Strategiewechsel gefordert. Citrix zeige zu wenig Innovationen, erziele zu wenig Gewinn und würde sich mit einer zu großen Produktpalette in zu vielen Nebenschauplätzen verzetteln. Daher forderte Elliott Management eine Verkleinerung des Produktportfolios, indem einzelne Geschäftsbereiche wie die GoTo-Produkte verkauft werden sollten, den Rückkauf von Aktienanteilen sowie generell eine Reduzierung der Kosten.

Bei einem Citrix-Marktwert von derzeit ungefähr 11,6 Milliarden US-Dollar verfügt Elliott Management über gut sieben Prozent der Aktien. Die Forderungen nach einem Management-Wechsel werden also von einer Investitionssumme von fast einer Mililarde US-Dollar gedeckt, was es Citrix offenbar schwer macht, sich dagegen zu wehren.

Für das zweite Quartal 2015 hat Citrix einen Umsatz von 797 Millionen US-Dollar angegeben, im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 782 Millionen US-Dollar ein Wachstum von lediglich zwei Prozent. Der Reingewinn (nach GAAP) allerdings lag mit 103 Millionen US-Dollar (0,64 US-Dollar pro Aktie) im zweiten Quartal 2015 fast doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal mit 53 Millionen US-Dollar (0,31 US-Dollar pro Aktie). Im Jahr 2014 lag das Netto-Einkommen bei 251,7 Millionen US-Dollar, gegenüber 2013 mit 339,5 Millionen US-Dollar ein deutlicher Rückgang.

Als Folge des offenen Briefes erhielt Elliott Management in Person von Jesse Cohn Ende Juli 2015 einen Sitz im Citrix-Aufsichtsrat, für den Asiff Hirji auf seinen Sitz verzichten musste. Ein weiterer Sitz im Aufsichtsrat soll noch für Elliott Management geräumt werden. Auch der angekündigte Rücktritt von Citrix-CEO Mark Templeton muss im Zusammenhang mit dem offenen Brief und der Kritik von Elliott Management gesehen werden.

Offenbar sei auch bereits für einzelne Produktbereiche wie dem GoTo-Geschäftsbereich oder der NetScaler-Sparte aktiv nach einem Käufer gesucht worden, die Suche soll derzeit aber zugunsten eines Käufers für das gesamte Unternehmen ausgesetzt worden sein. Damit scheint Citrix derzeit statt einem Ausverkauf einzelner Produktbereiche eine ganzheitliche Lösung anzustreben.

Als potenzielle Käufer, mit denen bereits Gespräche geführt werden sollen, nennt der Reuters-Bericht Dell und den Finanzinvestor Silver Lake Partners.

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