Sapphire Now 2015: SAP konzentriert sich auf S/4HANA und HANA Cloud Plattform

Auf der Sapphire Now 2015 wollte SAP Fragen beantworten, die Marktbeobachter seit der Vorstellung von S/4HANA aufwarfen. Was waren die Antworten?

Die Sapphire Now 2015 stand im Zeichen von S/4HANA und der „Run-Simple“-Strategie von SAP. Dabei waren die Erwartungen vor der diesjährigen Hausmesse in Orlando/Florida besonders hoch. Erst Anfang Februar präsentierte Hasso Plattner an der New Yorker Börse die neue Anwendung Business Suite 4 SAP HANA, kurz S/4HANA, mit überschwänglichen Worten: „SAP S/4HANA unterscheidet sich von allen bisher vorgestellten SAP-Produkten. Aber auch von den Anwendungen unserer Wettbewerber.“

In seiner Keynote auf der diesjährigen Sapphire Now blieb er dem Ton treu und konzentrierte sich in seiner Rede fast ausschließlich auf die In-Memory-Plattform, deren Geschwindigkeit er als „fantastisch“ bezeichnete. „Warum brauchen wir eine solche Geschwindigkeit? Wenn wir eine Datenbank mit Null Reaktionszeit haben, können wir die Dinge grundlegend anders machen“, beantwortet Plattner seine rhetorische Frage selbst.

S/4HANA: Was ist neu?

Um HANA herum baut SAP eine komplette Anwendungslandschaft, die in Form von S/4HANA nun eine Entsprechung findet.  Die Business Suite basiert vollständig auf der In-Memory-Datenbank. Gleichzeitig verabschiedet sich SAP von einer reinen In-Memory-Verarbeitung.

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Bisher wurden bei HANA ausnahmslos alle Daten (sowohl Hot Data als auch Cold Data) im Arbeitsspeicher gespeichert und verarbeitet. Bei S/4HANA werden nur noch aktuelle, häufig genutzte Daten im RAM direkt verarbeitet. Zudem sollen diese „heißen“ Daten auf mehrere Instanzen verteilt werden. Was noch einmal einen Geschwindigkeitsgewinn bringen soll.

„SAP musste die ERP-Anwendungen für eine spaltenorientierte und In-Memory-basierte Plattform, die in einer digitalen Wirtschaft erfolgreich sein soll,  fit machen“, sagt Sven Denecken, Global Vice President, Co-Innovation und Strategie für SAP S/4HANA. „Unsere Kunden benötigen ein flexibles ERP-System, um zum Beispiel das Internet der Dinge zu bewältigen. Das ist ein aktuelles Themen, bei dem sich Unternehmen weg von der Produktion hin zu den Services bewegen.“

Die größten Produktankündigungen auf der Sapphire Now waren daher die SAP HANA Cloud Plattform für das Internet der Dinge beziehungsweise die neue Cloud Edition der Business Suite. Zu deren Kernanwendungen zählen Lösungen für Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Beschaffung, Vertrieb, Fertigung, Instandhaltung, Projekt-Management und Product Lifecycle Management (PLM).

„Mit der SAP S/4HANA Cloud Edition erfüllen wir unser Versprechen, den Kunden bei der Implementierung unserer Business Suite der nächsten Generation völlige Wahlfreiheit zu bieten“, sagt Bernd Leukert, Mitglied des Executive Boards von SAP, bei seiner Eröffnungs-Keynote in Orlando. „SAP S/4HANA kann nun wahlweise im On-Premise-Modell, in der Cloud oder auch in einer Hybridumgebung genutzt werden.“

Die S/4HANA Cloud Edition lässt sich laut Leukert mit anderen Cloud-Angeboten von SAP (SuccessFactors, Ariba, SAP hybris Marketing und SAP Jam) aber auch von Drittanbietern oder Eigenentwicklungen kombinieren.

HANA Cloud Plattform für das Internet der Dinge

Mit der HANA Cloud Plattform für das Internet der Dinge setzt SAP sein Engagement bei der Vernetzung von Maschinen und Endgeräten fort. Bereits auf der SAP TechEd && d-code im November 2014 präsentierten die Walldorfer mit Predictive Maintenance and Service, Connected Logistics und Manufacturing Execution drei Anwendungen für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT).

Mit der HANA Cloud Plattform für das Internet der Dinge lassen sich laut SAP Endgeräte aller Art gezielt in Kerngeschäftsprozesse integrieren. Dabei stellt SAP eine spezielle Infrastruktur als Service zur Verfügung, mit der Kunden ihre komplette Gerätelandschaft  einbinden können.

„Mit der Einführung der SAP HANA Cloud Plattform für das Internet der Dinge geben wir unseren Kunden und Partnern nun die Möglichkeit, vielfältige Produkte an jede App oder jeden Geschäftsprozess im Unternehmen wie auch in ihrem Geschäftsnetzwerk anzubinden“, erläutert Steve Lucas, President Platform Solutions bei SAP. „Dadurch lassen sich Betriebsabläufe reibungsloser ausführen, und Kunden eröffnen sich völlig neue Erfahrungen, Produkte und Services.“

Die IoT-Services von SAP bauen auf den bestehenden Daten- und Anwendungs-Services auf, darunter Tools für Predictive Analytics sowie Auswertungen von Geo- und Telematikdaten. Das Angebot umfasst außerdem Services für Geräte-Management, IoT-Messaging und IoT-Application Enablement einschließlich Datenmodellierung.

Mit Private-Cloud-Modellen soll es möglich sein, dass Unternehmen eigene Device-Clouds für sich oder ihre Kunden betreiben. Damit Kunden die IoT-Anwendungen an der Netzwerkperipherie leichter nutzen können, schließt der Service für einen begrenzten Zeitraum auch einen kostenlosen und unbegrenzten Zugriff auf die SAP SQL Anywhere Suite ein. Dabei handelt es sich um integrierbare Datenbanken für externe Geräte.

Cloud-Plattform im Einsatz

Bei der Produktpräsentation werden die Verantwortlichen von SAP nicht müde zu betonen, dass die die HANA Cloud Plattform für das Internet der Dinge bereits bei Kunden eingesetzt wird. So baut Siemens auf Basis der SAP HANA Cloud Plattform aktuell eine offene Cloud-Plattform zur Analyse großer Datenmengen in der Industrie auf. Basierend auf der HANA Cloud Plattform will Siemens ein offenes IT-Ökosystem für OEMs und Anwendungsentwickler schaffen.

„Die Partnerschaft von SAP und Siemens soll Industriekunden den Einstieg in das Internet der Dinge und Industrie 4.0 erleichtern. Mit der neuen Cloud-Plattform auf Basis von SAP HANA will Siemens die Digitalisierung in der Produktion entscheidend vorantreiben“, erklärt Dr. Peter Weckesser, CEO Customer Services, Digital Factory bei Siemens. „Leistungsfähige Services für die Analyse von Daten aus der Industrie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Digital-Enterprise-Strategie.“

SAP-Apps einfacher einsetzen

Neben HANA möchte SAP aber auch mit seinen Anwendungen wachsen. Hier kommt die seit der Sapphire Now 2014 von SAP propagierte „Run-Simple“-Strategie zum Tragen. Das Softwareunternehmen möchte vor allem den Einkaufsprozess seiner Anwendungen vereinfachen und hat den Geschäftsbereich SAP Digital gegründet.

Teil dieser Strategie ist unter anderem das SAP HANA App Center (früher SAP HANA Marketplace). Start-ups und etablierte Firmen können das App Center nutzen, um auf Basis der SAP-HANA-Cloud neue Softwareprodukte zu entwickeln und zu vertreiben. Gleichzeitig können Kunden künftig SAP-Tools ad hoc kaufen. Der Kauf soll in allen SAP-Stores online über beliebige Endgeräte funktionieren und langwierige Bestellprozesse abschaffen.

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