Kapazitäten deutscher Data Center legen 2014 um gut sieben Prozent zu

Deutschland bleibt in Europa weiter Spitzenreiter bei der Rechenzentrumskapazität. Trotz Effizienzsteigerungen ging auch der Stromverbrauch nach oben.

Einer aktuellen Studie des Borderstep Instituts zufolge stieg die Kapazität deutscher Data Center im Jahr 2014 um 7,5 Prozent auf 1,7 Millionen physische Server. Rechnet man Stand-Alone- und Tower-Server, die klassischerweise nicht in einem dedizierten Data Center stehen, mit ein, dann kommt das Borderstep Institut auf 2,4 Millionen Server in Deutschland. Ein wesentlich stärkeres Wachstum verzeichnen allerdings virtuelle Server, die für 2014 bereits mit knapp über drei Millionen beziffert werden.

Laut Borderstep Institut geht dieses Wachstum vor allem auf die steigende Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität aufgrund von Cloud Computing, Big Data und privater Multimedianutzung zurück. Gerade der deutsche Markt profitiere aber spürbar auch von den im Vergleich zu anderen Ländern schärferen Datenschutzgesetzen, die von vielen Unternehmen als Standortvorteil gesehen werden.

Borderstep Institut zum Wachstum von physischen und virtuellen Servern in Deutschland

Eine der sichtbarsten Folgen dieser Entwicklung sind zum Beispiel kürzlich in Deutschland eröffnete Rechenzentren von Amazon oder VMware. Deutschland kommt damit auf einen Anteil von 25 Prozent der gesamten europäischen Rechenzentrumskapazität, gefolgt von Großbritannien (21 Prozent) und Frankreich (15 Prozent).

Die IT-Ausgaben rein für Hardware summieren sich für den deutschen Markt auf sieben Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um  3,2 Prozent. Insgesamt wurden 2014 Investitionen für Neubau oder Modernisierung deutscher Data Center von 800 Millionen Euro getätigt, im Vorjahresvergleich ein Plus von sieben Prozent.

Trotz einer Effizienzsteigerung in deutschen Data Centern stieg der Stromverbrauch im letzten Jahr um drei Prozent auf 10 Milliarden Kilowattstunden. Aufgrund der aktuellen Wachstumslage rechnet das Borderstep Institut bis 2020 bereits mit einem jährlichen Energieverbrauch von 12 Milliarden kWh.

Die Studie basiert auf Daten des AC4DC-Projekts (Adaptive Computing for Green Data Centers) und steht auf borderstep.de kostenlos zum Download zur Verfügung.

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